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Uwe Krupp ist seit 2005 Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft © getty

Die Liga kann sich Uwe Krupp auf begrenzte Zeit in Köln und als Bundestrainer vorstellen. Aus Hannover kommt harsche Ablehnung.

Bratislava - Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat in der Bundestrainerfrage Gesprächsbereitschaft signalisiert, hält eine Doppelfunktion von Uwe Krupp aber weiter nur für eine Notlösung.

"Wir werden das Thema im Rahmen unserer Kooperationsverhandlungen mit dem DEB, in dem ja auch ein Mitspracherecht in solchen Angelegenheiten ein zentraler Punkt ist, diskutieren" sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold.

"Wir hoffen, gemeinsam mit dem DEB eine Lösung zu finden", so Arnold vor den Gesprächen mit Uwe Harnos, dem Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Der Verbandschef hatte direkt nach dem Viertelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in der Slowakei eine Kehrtwende vollzogen und sein kategorisches Nein zu Krupp, der im Sommer als Teammanager zu den Kölner Haien wechselt, aufgegeben.

"Doppelter Krupp" nur als Übergangslösung

Weil alle anderen Kandidaten abgesagt haben, soll der ehemalige NHL-Profi jetzt doch Bundestrainer bleiben. Die DEL will nach wie vor einen hauptamtlichen Cheftrainer, der auch für den Nachwuchs zuständig ist. (Machen Sie es wie SPORT1 und Erich Kühnhackl: Unterstützen Sie München 2018)

Den "doppelten Krupp" kann sie sich lediglich für eine festgelegte Übergangszeit vorstellen, falls in den nächsten Monaten tatsächlich kein geeigneter Nachfolger gefunden werden kann.

Der Nürnberger Manager Lorenz Funk hatte bereits sich zum Fürsprecher für den 45-Jährigen gemacht.

Hannover sträubt sich

"Wichtig für die DEL ist, dass wir einen guten Bundestrainer haben", sagte Funk: "Die Ice Tigers haben mit Krupp kein Problem."

Auch aus anderen Klubs hatte es positive Signale gegeben. Die Kölner Haie wehren sich nicht dagegen. "Wir stehen dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber", sagte Geschäftsführer Thomas Eichin.

Deutlich Ablehnung äußerten die Hannover Scorpions. "Das geht auf keinen Fall", sagte Geschäftsführer Marco Stichnoth, "das macht überhaupt keinen Sinn." Es gebe "keine Trainerarmut in Deutschland". Die Diskussion sei "unnötig wie ein Kropf".

Neuer Kooperationsvertrag nicht in Sicht

In den anstehenden Gesprächen geht es neben der Bundestrainerfrage vor allem um den neuen Kooperationsvertrag.

Der alte war am 30. April ausgelaufen, ein neuer ist noch nicht in Sicht, die Vorschläge beider Seiten liegen weit auseinander.

Mit der Ankündigung, die DEL in die Trainerfrage einzubeziehen, ging Harnos allerdings schon einen Schritt auf die Liga zu. Sie fordert unter anderem mehr Einfluss auf die Nationalmannschaft.

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