vergrößernverkleinern
Uwe Krupp (r.) arbeitet seit 2005 mit Franz Reindl (l.) zusammen © imago

In der Hängepartie erhöht der Bundestrainer den Druck auf den DEB - und knüpft sein Bleiben an die Zukunft des Noch-Sportdirektor.

Von Dustin Werk

München - Der Ton wird immer schärfer, die Fronten verhärten zusehends - und der Bundestrainer geht in die Offensive:

Uwe Krupp knüpft ein weiteres Engagement strikt an einen Verbleib von Franz Reindl. (Machen Sie es wie SPORT1 und Erich Kühnhackl: Unterstützen Sie München 2018)

"Wenn nicht Franz Reindl in irgendeiner Art und Weise mein Vorgesetzter bleibt, dann bin ich raus. Dann mache ich nicht weiter", sagte Krupp im Interview mit den "Eishockey News".

Der 45-Jährige, der ab der kommenden Saison die Kölner Haie trainiert, soll nach dem Willen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in Doppelfunktion für eine weitere Saison das A-Team betreuen.

"Echte Rückendeckung nur von Reindl"

Seine Einstellung zu Reindl begründete Krupp mit dessen Loyalität nach dem WM-Debakel 2009, als nur die Gastgeberrolle 2010 einen Abstieg des DHB-Teams verhinderte.

"Echte Rückendeckung gab es damals nur vom Sportdirektor. Franz Reindl ist der Grund, warum ich heute noch Bundestrainer bin", so Krupp.

Ende April war allerdings bekannt gegeben worden, dass Reindl zwar DEB-Generalsekretär bleibt, aber künftig nicht mehr als Sportdirektor fungieren wird.

Harnos: Aufwand zu groß für Reindl

"Wir brauchen jemanden, der an den Wochenenden anstelle von Uwe Krupp in den Stadien ist, Spieler scoutet. Diesen Aufwand kann Franz Reindl nicht leisten", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos den "Eishockey News".

Es sei nach der erfolgreichen WM das erste Anliegen, mit Krupp zu verlängern, es gebe allerdings auch einen anderen Kandidaten.

"Wir haben einen Plan B", sagte Harnos, der zudem hervorhob, dass Ralph Krueger ab 2012 der Wunschkandidat des Verbandes bleibe.

[kaltura id="0_pa0i2iko" class="full_size" title="Daumen hoch für Krupp"]

Was wird mit Krueger?

Der Deutsch-Kanadier, derzeit Co-Trainer der Edmonton Oilers in der nordamerikanischen Profiliga NHL, ist erst ab diesem Zeitpunkt verfügbar.

Krupp wiederum sagte, er könne sich momentan eine Doppelrolle nicht vorstellen, in der "ich mich, meine Arbeit und meine Philosophie im Falle einer Niederlage rechtfertigen und irgendwie einen neuen Manager ins internationale Eishockey einarbeiten muss".

Der DEB hatte erst nach dem Viertelfinal-Einzug der Nationalmannschaft bei der WM in der Slowakei bekannt gegeben, dass Krupp doch weiter Nationaltrainer bleiben soll.

Krupp: Auch Trainerteam soll bleiben

Nach dem Willen des ehemaligen NHL-Stars soll neben Reindl auch sein komplettes Trainerteam bleiben: "Das ist mein Team. Wenn man von einer Verlängerung mit mir redet, dann nur in dieser Konstellation."

Wann eine Entscheidung über die künftige Besetzung des Bundestrainer-Jobs fällt, ist noch unklar.

Am Montag war ein anberaumtes Gipfeltreffen zwischen DEB und DEL kurzfristig verschoben worden. Auf SPORT1-Nachfrage wollten weder Reindl noch die DEB-Pressestelle ein wirkliches Statement abgeben bezüglich der Gründe für die Absage.

"Dazu kann ich jetzt nichts Genaues zu sagen, das geht erst am Mittwoch", erklärte auch Harnos - und ergänzte: "Auf dem Papier endet der Vertrag von Uwe Krupp am 31. Mai."

Doch Doppelfunktion?

Immerhin: Während Harnos noch vor wenigen Wochen eine Doppelfunktion Krupps kategorisch abgelehnt hatte, sträubt sich er nun nicht mehr gegen dessen Weiterbeschäftigung.

Auch die Liga steht einer Doppelfunktion nicht mehr so kritisch gegenüber. Zumindest als Übergangslösung, bis ein Hauptamtlicher Bundestrainer gefunden ist, scheint die Variante für die Liga akzeptabel.

"Wichtig für die DEL ist, dass wir einen guten Bundestrainer haben", sagt im "Kölner Stadt-Anzeiger" Lorenz Funk, Geschäftsführer der Nürnberger Ice Tigers

Harnos hadert über Kooperationsvertrag

Zur dringlichen Lage bei der Trainersuche kommt der ausgelaufene Kooperationsvertrag zwischen DEB und DEL hinzu.

Dieser endete mit dem 30. April und hat zur Folge, dass die DEL vom internationalen Eishockey abgeschnitten ist.

Das hieße konkret, dass die Spieler der DEL nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen dürften. "Den Vertrag gibt es im Moment nicht. Es ist zwingend Sorge zu tragen, dass es einen solchen gibt", so Harnos bei SPORT1.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel