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Uwe Krupp (r.) ist seit Dezember 2005 Bundestrainer des DEB um Präsident Uwe Harnos © imago

Die Gründung eines Kompetenzteams zur Trainersuche sorgt für Wirbel. Der DEB-Präsident reagiert empört auf das Vorpreschen der Liga.

Berlin - Was als Geste der Annäherung gedacht war, hat den Graben nur noch vertieft.

Die Bildung eines Kompetenzteams bei der Bundestrainersuche hat für weiteren Zoff zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gesorgt.

DEB-Präsident Uwe Harnos reagierte mit Empörung und heftiger Kritik auf den Vorstoß der DEL, mit Einzelheiten zum Gremium an die Öffentlichkeit zu gehen.

"Das ist Politik und Strategie, das hat mit partnerschaftlichem Verhalten zweier Parteien auf Augenhöhe nichts zu tun. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln. Einige Dinge, die jetzt nach außen transportiert wurden, entsprechen nicht den Dingen, die wir intern besprochen haben", sagte Harnos.

Kompetenzteam zur Krupp-Nachfolge

Die "Eishockey NEWS" hatten mit von der DEL abgesegneten Zitaten von der Gründung eines Kompetenzteams bestehend aus Daniel Hopp (Adler Mannheim), Peter John Lee (Eisbären Berlin) und Karl-Heinz Fliegauf (EHC Wolfsburg) sowie noch nicht genannten DEB-Mitgliedern berichtet. (Machen Sie es wie SPORT1 und Dennis Endras: Unterstützen Sie München 2018)

Aufgabe ist die Suche nach einem Nachfolger für Bundestrainer Uwe Krupp.

Die Lösung, dass Krupp neben seiner Tätigkeit bei den Kölner Haien auch weiterhin Nationaltrainer bleiben könnte, ist demnach anscheinend nicht endgültig vom Tisch.

"Kontrovers, aber ergebnisoffen diskutieren"

"Wir werden alle Aspekte kontrovers, aber ergebnisoffen diskutieren", wird Hopp zitiert. Vor allem dieser Aspekt brachte Harnos auf die Palme.

"Davon war nie die Rede. Die Lösung, die wir haben und die wir gehen wollen, ist der DEL seit Wochen bekannt, und es gab keinerlei Einwände von den genannten Herren. Bis zuletzt wurde uns von den DEL-Leuten immer gesagt, dass auch sie eine Doppelfunktion aus sachlichen und faktischen Gründen für nicht zielgerichtet erachten", sagte der DEB-Boss.

Es wird spekuliert, dass ab 2012 der ehemalige Schweizer Nationalcoach Ralph Krueger das Traineramt übernehmen und bis dahin eine Übergangslösung gefunden werden soll.

[kaltura id="0_pa0i2iko" class="full_size" title="Daumen hoch f r Krupp"]

Verwirrung um Doppelfunktion

Die DEL, die betonte, nur auf ein Presseanfrage reagiert und nicht aktiv an die Öffentlichkeit gegangen zu sein, hat für die Empörung des Verbandschefs keinerlei Verständnis

Zumal Harnos nach der erfolgreichen WM in der Slowakei von seinem kategorischen Nein zur Doppelfunktion von Krupp zwischenzeitlich bereits abgerückt war.

Man habe lediglich demonstrieren wollen, dass DEB und DEL wieder gemeinsam an einem Tisch sitzen und miteinander reden würden, so Arnold.

Doch die Aktion scheint genau das Gegenteil bewirkt zu haben.

Harnos fordert fairen Umgang

Harnos ist sauer, weil die DEL an die Presse gegangen ist, obwohl er ihr mitgeteilt habe, dass er mit bestimmten Passagen der geplanten Pressemitteilung nicht einverstanden sei.

Um das zu beweisen, veröffentlichte der DEB am Dienstagnachmittag sogar eine entsprechende E-Mail von Harnos an die DEL-Vertreter vom 22. Mai.

"Ich erwarte, dass man bei künftigen Gesprächen wieder fairer mit uns umgeht", sagte der Anwalt, der die Zusammenarbeit mit DEL-Vertretern nicht aufgeben möchte: "Wir dürfen jetzt nicht die beleidigte Leberwurst spielen. Den Rat kompetenter Fachleute nehmen wir immer an."

Fakt ist: Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen DEB und DEL wurde mit diesem Streit weiter belastet und könnte die ins Stocken geratenen Verhandlungen über einen neuen Kooperationsvertrag nochmals erschweren.

Kooperationsvertrag essentiell

"Da kann man sich schon die Frage stellen, ob auch die andere Seite den Willen dazu hat", sagte Harnos, der ohne Kooperationsvertrag für seine Sportart hierzulande schwarz sieht: "Das wäre eine Katastrophe für das deutsche Eishockey."

Strittige Punkte bei den Verhandlungen sind das Thema Auf- und Abstieg sowie das verstärkte Mitspracherecht seitens der DEL in der Nationalmannschaft.

"Unser Vorschlag liegt seit dem 17. Februar vor, der DEB ließ uns zwei Tage vor WM-Beginn seinen Gegenentwurf zukommen. Uns jetzt vorzuwerfen, wir würden diesen Vertrag vielleicht gar nicht wollen, ist absolut nicht nachvollziehbar", sagte Tripcke.

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