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Jakob Kölliker bestritt zwei Olympische Winterspiele für die Schweiz © imago

Mit einer Überraschung endet die Suche des DEB nach einem neuen Bundestrainer. Jakob Kölliker tritt die Nachfolge von Uwe Krupp an.

Von Claus Müller

München - Der Schweizer Jakob Kölliker wird neuer Eishockey-Bundestrainer.

Dies bestätigte DEB-Präsident Uwe Harnos gegenüber SPORT1. Der 57 Jahre alte Kölliker wird Nachfolger des scheidenden Bundestrainers Uwe Krupp, der das Nationalteam seit 2005 betreut hatte.

Der 213-malige Schweizer Nationalspieler sei dem DEB-Präsidium von Ralph Krueger empfohlen worden, der lange für die Nachfolge von Krupp favorisiert worden war. "Wir haben die Empfehlung sehr ernst genommen", so Harnos bei SPORT1.

Kein "Platzhalter" für Krueger

Kölliker war bei der Schweizer Nationalmannschaft bis 2010 Co-Trainer von Krueger, der sich derzeit nicht von seinem Arbeitgeber, dem NHL-Klub Edmonton Oilers, trennen wollte.

Deshalb wird Kölliker "die Nachfolge von Uwe Krupp als Bundestrainer zum 1. Juli antreten", wie der DEB-Präsident mitteilte. Als "Notlösung oder Platzhalter" sieht Harnos den Schweizer nicht, obwohl Krueger ab 2012 wieder zur Verfügung stehen und dann als DEB-Coach übernehmen könnte.

Trennung von Krupp und Kreis

"Wir wollen langfristig mit ihm arbeiten", sagte Harnos. "Wir haben uns über seine Vita schlau gemacht und er hat uns seine Konzepte vorgestellt." (Machen Sie es wie SPORT1 und Dennis Endras: Unterstützen Sie München 2018)

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Mit der Verpflichtung von Kölliker warf Harnos alle Pläne über Bord, mit Krupp und dessen Assistenten Harold Kreis weitermachen zu wollen. Direkt nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM in der Slowakei hatte Harnos noch angekündigt, mit dem Duo ein Gespräch führen zu wollen.

Harnos lehnt Doppelfunktion ab

Krupp betreute das DEB-Team bis zur WM 2011 in der Slowakei, in der Deutschland das Viertelfinale erreichte. Krupp wird künftig als Trainer und Sportdirektor der Kölner Haie arbeiten. Eine Doppelfunktion von Krupp bei den Haien und im Nationalteam hatte Harnos strikt abgelehnt.

Gemeinsam mit der DEL sucht die DEB-Spitze derzeit noch nach einem Sportdirektor, der die Nachfolge des scheidenden DEB-Sportdirektors Franz Reindl antreten soll.

Harnos äußerte sich im SPORT1-Interview über

Die Trennung von Uwe Krupp:

"Wir hätten gerne mit Uwe Krupp weiter gearbeitet. Man darf aber nicht vergessen, dass er eine Doppelfunktion bei den Kölner Haien als Sportdirektor und Head Coach ausüben wird. Dies verträgt sich nicht mit einer zeitintensiven Arbeit als Bundestrainer. Deshalb kann es aus unserer Sicht mit Uwe Krupp als Head Coach beim DEB nicht weitergehen."

Ralph Krueger:

"Er war unser Wunschkandidat, hat aber noch einen Vertrag bei den Edmonton Oilers. Wir waren in Edmonton und haben dort unsere Gespräche mit ihm intensiviert. Wir hatten daraufhin das Gefühl, dass er doch ein wenig wankelmütig werden könnte. Nachdem wir auch andere Namen diskutiert hatten, hat er uns den Köbi Kölliker empfohlen. Das haben wir sehr ernst genommen. Denn Ralph Krueger sagte uns, dass seine Nachwuchskonzepte in der Schweiz von Kölliker in die Tat umgesetzt worden seien."

Den neuen Bundestrainer Jakob Kölliker:

"Wir haben gleich aus Edmonton noch Kontakt zu Köbi Kölliker aufgenommen und uns danach mehrfach mit ihm getroffen. Er soll die Nachfolge von Uwe Krupp als Bundestrainer zum 1. Juli antreten. Er soll keine Notlösung oder Platzhalter für Krueger sein. Wir wollen langfristig mit ihm zusammen arbeiten. Wir haben uns über seine Vita schlau gemacht und er hat uns seine Konzepte vorgelegt. Er war lange Jahre Schweizer Nationalspieler und trainierte danach Vereine in der schweizerischen A- und B-Liga."

Die Suche nach einem neuen Sportdirektor:

"Es war für Franz Reindl nicht mehr möglich, die Doppelfunktion aus Generalsekretär und Sportdirektor auszuführen. Daher haben wir beschlossen, dass Reindl aufgrund seiner guten internationalen Kontakte Generaldirektor bleibt. In dieser Funktion soll er sich um unsere WM-Bewerbung und um das Marketing kümmern. Wir haben der DEL einige Namen genannt, werden uns weiter mit deren Kompetenz-Kommission austauschen und hoffentlich bald eine Einigung herbeiführen. Namen können wir noch keine nennen."

Den Streit um einen neuen Kooperationsvertrag:

"Ich glaube, dass wir darüber mit der DEL gar nicht so weit auseinander liegen. Wir haben uns getroffen und werden uns in Kürze wieder zusammensetzen. Dann meine ich sagen zu können, dass ich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst sind und auch die Notwendigkeit erkennen, dass wir so schnell wie möglich wieder einen neuen Kooperationsvertrag brauchen."

Das NHL-Finale mit Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg:

"Das ist erstens eine ganz tolle Geschichte für die beiden Spieler. Darüber freuen sich alle in Deutschland. Auch Uwe Krupp wird sich freuen, obwohl er dadurch sein Alleinstellungsmerkmal verliert. Das wird auf jeden Fall Impulse geben. "

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