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Die Scorpions rücken Spitzenreiter Frankfurt wieder auf die Pelle © imago

Die Scorpions sorgen im ersten Drittel gegen das Schlusslicht für eine Torflut. Kölns neuer Coach kassiert eine Pleite.

München - Die Hannover Scorpions haben den Rückstand in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf Spitzenreiter Frankfurt Lions verkürzt.

Nach zuvor zwei Niederlagen in Folge feierte das Team von Trainer Hans Zach am 27. Spieltag einen 10:4 (6:2, 2:0, 2:2) gegen Schlusslicht Füchse Duisburg. Die Scorpions liegen mit nunmehr 52 Punkten noch zwei Zähler hinter Frankfurt.

Unterdessen mislang der Einstand von Rupert Meister als Trainer des achtmaligen deutschen Meisters Kölner Haie. Die Rheinländer unterlagen sechs Tage nach der Trennung von Clayton Beddoes den Iserlohn Roosters trotz zweimaliger Führung 2:3 (1:1, 1:0, 0:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen.

Mit 33 Punkten verlieren die Haie als Zwölfter immer mehr den Anschluss an Platz zehn, der zur Teilnahme an den Vor-Play-offs berechtigt. Iserlohn verbesserte sich mit 41 Zählern auf Rang acht.

Torflut im ersten Drittel

Die 3757 Zuschauer in Hannover erlebten vor allem im ersten Drittel eine Torflut. Für Hannover trafen Niki Mondt, Eric Schneider, Martin Hlinka, Sachar Blank, Tino Boos und Dan Lambert.

Die Treffer für die Füchse erzielten Jan Alinc und Anton Bader. Im wesentlich ruhigeren Mittelabschnitt erhöhten Adam Mitchell und Tore Vikingstad für die Gastgeber. Im letzten Drittel erzielte Vikingstad sein zweites Tor, dazu kam der Treffer von Chris Herperger. Für Duisburg traf zweimal Justin Cox.

Vor 8793 Zuschauern in Köln erzielte Marcel Müller in der regulären Spielzeit beide Tore der Haie in Unterzahl (14. und 37.). Ryan Ready (17.) erzielte das zwischenzeitliche 1:1, Marty Wilford glich fünf Sekunden vor dem Ende für die Gäste aus. Das Siegtor im Penaltyschießen gelang dem Ex-Kölner Robert Hock.

Neue deutsche Welle

Die neue deutsche Welle der Frankfurt Lions hat den Ex-Meister ganz nach vorne gespült und soll jetzt auch Uwe Krupp erreichen.

Nach dem Sturmlauf der Hessen an die Tabellenspitze forderte Coach Rich Chernomaz einmal mehr den Bundestrainer auf, in der Mainmetropole nach neuen Nationalspielern zu schauen.

"Es wäre schön, wenn er sich bei uns auch mal sehen lassen würde", sagte der Kanadier, dessen Team mit dem 4:3-Sieg bei den Hamburg Freezers den Vorsprung vor dem ersten Verfolger Hannover Scorpions auf fünf Punkte ausbaute. (Roundup 27. Spieltag)

Interesse der Konkurrenz

Das junge Stürmerquartett mit Thomas Oppenheimer (19), Christoph Gawlik (21), Simon Danner (21) und Tobias Wörle (24) ist laut Chernomaz "eine der positivsten Überraschungen und ein Garant für die sehr gute Platzierung".

Die Vier, die bis auf Oppenheimer schon vereinzelte Länderspieleinsätze zu Buche stehen haben, sind vom Meister von 2004 bereits mit neuen Verträgen ausgestattet worden.

Die zahlungskräftige Konkurrenz hatte sich bereits für die jungen "Löwen", die vor allem durch harte Arbeit gegen die Paradereihen der Gegner auffallen, interessiert.

Gordon einer für Krupp?

Krupp solle, so Chernomaz, auch einen Blick auf Torhüter Ian Gordon werfen. Der gebürtige Kanadier ist mit 33 Jahren zwar kein junger, wegen seines kürzlich erhaltenen deutschen Passes aber ein neuer Deutscher.

"Seine starke Leistung ist auch ein Grund, warum wir oben stehen", sagte der Lions-Coach. Krupp, der beim Deutschland-Cup im November bereits die Deutsch-Kanadier Richard Mueller, Sven Butenschön und Bill Trew testete, hat bereits Interesse signalisiert.

Dünne Personaldecke ein Manko

Stoppen könnte die Frankfurter in Kürze allerdings ihre dünne Personaldecke. In Hamburg standen Chernomaz wieder nur drei Blöcke zur Verfügung, zudem schied Verteidiger Michael Bresagk im letzten Drittel mit einer Schulterverletzung aus.

Weil schon Nationalspieler Sebastian Osterloh mit einer Schultereckgelenksprengung monatelang ausfällt, suchen die Lions auf dem Transfermarkt vor allem nach Abwehrspielern. "Wir brauchen zwei neue Leute, um die nächsten, harten Wochen zu überstehen", sagte Chernomaz.

Rückendeckung für Stewart

Die nächsten Wochen überstehen möchte auch Hamburgs umstrittener Trainer Bill Stewart. Nach der fünften Niederlage in den letzten sechs Spielen stärkte Geschäftsführer Boris Capla dem Kanadier zunächst den Rücken.

"Nach diesem Wochenende müssen wir uns über den Trainer keine Gedanken machen", sagte der Freezers-Boss vor allem mit Blick auf den überraschenden 2:1-Sieg am Donnerstag bei den Mannheimer Adlern.

Der beim ERC Ingolstadt gefeuerte Benoit Laporte sei trotz eines Geheimtreffens in der vergangenen Woche in München "kein Thema".

Misswirtschaft in Hamburg

In Hamburg steht ohnehin nicht nur der Trainer in der Kritik, weil das teure Team bereits vier Punkte hinter einem Vor-Play-off-Platz liegt. Auch Capla muss sich angesichts der mageren sportlichen Rendite und des eklatanten Zuschauerschwundes kritische Fragen des Geldgebers aus Amerika gefallen lassen.

"Das Verhältnis ist gut", behauptet der Geschäftsführer zwar. Doch wie lange sich US-Milliardär Philip Anschutz die Misswirtschaft in Hamburg noch anschaut, ist fraglich.

Hinter den Erwartungen

Nachdem am Samstag bei den HSV-Handballern 13.170 Zuschauer die Hamburger Arena restlos gefüllt hatten, wollten tags drauf beim Eishockey nur 7785 Fans die Freezers gegen den Spitzenreiter sehen.

Mit einem Schnitt von 7103 Besuchern liegen die Hamburger bereits deutlich unter der Kalkulation (9500). Sollten sie auch noch die Play-offs verpassen, schlüge wohl ein siebenstelliges Minus zu Buche.

Eisbären verdreifachen Zuschauerschnitt

Mehr Freude hat Anschutz an seinem zweiten Klub Eisbären Berlin. Beim 7:3 gegen Aufsteiger Kassel Huskies strömten wieder 14..000 Fans in die neue Arena am Ostbahnhof. (Stenogramme 27. Spieltag)

Der Umzug hat sich bislang ausgezahlt: Die Eisbären verdreifachten ihren Zuschauerschnitt.

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