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Generalsekretär Franz Reindl war bis Juni auch Sportdirektor beim DEB © getty

Die Diskussion um den DEB-Sportdirekor-Posten geht in die nächste Runde. Franz Reindl soll bei der Nachfolger-Suche helfen.

München - Franz Reindl war sichtlich überrascht.

DEB-Präsident Uwe Harnos bat ihn bei der Abschlusspressekonferenz des Deutschland Cups in München um einen Kommentar "zum Sportlichen".

Reindl, im Frühjahr entmachtet und seit Juni nicht mehr Sportdirektor des DEB, beließ es bei ein paar allgemeinen Sätzen.

Eigentlich hat der langjährige Sportchef, der sich nur noch Generalsekretär nennen darf, mit der Nationalmannschaft nämlich nichts mehr zu tun. Das Problem ist nur: Es gibt noch keinen Nachfolger. (DATENCENTER: Spielplan Deutschland Cup)

Und die Suche nach dem gestaltet sich nicht nur schwierig, sondern sorgt für neues Konfiktpotenzial im deutschen Eishockey. (DEB sucht den Eishockey-Sammer)

Truntschka einziger Kandidat

Einziger Kandidat ist bislang Ex-Nationalspieler Bernd Truntschka - vorgeschlagen vom neuen Kompetenzzentrum Sport, in dem sich DEB und DEL gemeinsam um die Belange der Auswahlteams kümmern wollen. So zumindest stellten es am Wochenende die DEL-Vertreter Peter John Lee (Berlin) und Karl-Heinz Fliegauf (Wolfsburg) dar.

Harnos widersprach vehement. "Die DEL hat einen vorgeschlagen", behauptete der DEB-Präsident.

Für den Verband sitzen Vize Erich Kühnhackl und - kurioserweise - Truntschka selbst in dem neuen Gremium. Der 46-Jährige, derzeit Geschäftsführer beim Zweitligisten Landshut Cannibals, ist Harnos als einziger Kandidat zu wenig.

"Wenn das in ganz Deutschland nur eine Person könnte, wäre es ein schwaches Bild für alle", sagte der DEB-Chef, der "drei oder vier Namen" zur Auswahl will, um deren "Konzepte abzufragen".

Reindl soll bei Suche mithelfen

Auch in der DEL können sich längst nicht alle mit Truntschka anfreunden, der keine Erfahrung als Manager in der ersten Liga vorzuweisen hat. An der Suche nach einem neuen Sportdirektor, der von der U16 bis zum A-Team einheitliche Strukturen und eine gemeinsame Spielphilosophie entwickeln soll, soll sich nun sogar Reindl selbst beteiligen.

"Auch der Franz kann uns beraten", sagte Harnos und erntete viele überraschte Blicke. (BERICHT: Naive DEB-Auswahl macht Kölliker wütend)

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, der Reindl-Nachfolger soll erst zur nächsten Saison im Amt sein, allerdings im Idealfall "im Februar oder März mit der Arbeit beginnen", so Harnos.

[kaltura id="0_zepwchru" class="full_size" title="Versöhnlicher Abschluss für "Köbi"-Truppe"]

Kölliker hat bereits Erfahrung

Nicht ausgeschlossen ist, dass der neue Bundestrainer Jakob Kölliker diese Position übernimmt, nachdem er jahrelang in der Schweiz ähnliche Aufgaben erfüllt hat.

Denn ob der 58-Jährige, der bei seinem Debüt den zweiten Platz beim Heimturnier erreichte, länger als ein Jahr Chefcoach der Nationalmannschaft bleibt, ist offen. "Gradmesser ist immer der sportliche Erfolg", sagte Harnos und legte die Messlatte für die WM in Finnland und Schweden (4. bis 20. Mai 2012) gleich hoch: "Dann ist die Mindestanforderung das Viertelfinale."

Kölliker nur Lückenfüller für Krueger?

Der Schweizer sei "kein Lückenfüller und nicht zweite Wahl", betonte Harnos zwar erneut, dennoch sprach er davon, dass man mit dem ursprünglichen Wunschkandidaten Ralph Krueger "nach wie vor in Kontakt" stehe.

Der Deutsch-Kanadier ist bis zum Saisonende beim NHL-Klub Edmonton Oilers als Co-Trainer unter Vertrag.

Kreis vom Co zum Chef?

Eine andere Lösung könnte Harold Kreis sein. Der erfahrene Klubtrainer, unter Kölliker wie schon bei dessen Vorgänger Uwe Krupp Assistent, ist nur noch bis 2012 an die Mannheimer Adler gebunden. (BERICHT: Versöhnlicher Abschluss für Kölliker-Truppe)

Der ehemalige Nationalspieler trug mit seiner Arbeit an der Bande und im Training maßgeblich zum sensationellen Halbfinaleinzug bei der Heim-WM 2010 bei. Der 52-Jährige soll durchaus Interesse haben.

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