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Dennis Endras stand mit den Augsburger Panthern 2009/10 im Playoff-Finale der DEL © getty

Bei SPORT1 spricht Goalie Dennis Endras über seinen "harten Kampf" in der NHL und das erste Treffen mit dem neuen Bundestrainer.

Von Katharina Blum

Minsk - Der Traum ist erstmal vorbei.

In Deutschland erlebte Dennis Endras im Mai 2010 einen kometenhaften Aufstieg, als der Nationaltorwart bei der Heim-WM zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt wurde.

in Nordamerika war er dann ein Nobody und in der bitteren Realität angekommen.

Im Sommer 2011 wechselte der 26-Jährige aus Immenstadt im Allgäu hoffnungsvoll von den Augsburger Panthern zu den Minnesota Wild in die NHL, wurde jedoch direkt zum Farmteam Houston Aeros in die American Hockey-League (AHL) geschickt.

Inzwischen wurde er bis zum Ende der Saison an den finnischen Meister IFK Helsinki ausgeliehen.

"Drei Mannschaften in drei Monaten, das war schon stressig", gesteht Endras im SPORT1-Interview. "Aber es waren gute Erfahrungen, die mich sportlich vorangebracht haben."

Wie weit voran, dass will Endras beim Belarus-Cup auch in der Nationalmannschaft unter Beweis stellen.

Im SPORT1-Interview spricht Endras über den "harten Kampf" in Nordamerika und sein erstes Treffen mit dem Nationaltrainer.

SPORT1: Nach der WM im Mai treten Sie erstmals wieder im DEB-Team an. Was bedeutet es Ihnen?

Dennis Endras: Ich freu mich riesig, ganz klar. Es macht einen immer stolz für die Nationalmannschaft zu spielen.

SPORT1: Was sind Ihre Eindrücke unter dem neuen Trainer Köbi Kölliker?

Endras: Am Donnerstagabend habe ich ihn zum ersten Mal persönlich getroffen, davor hatten wir aber schon viel Kontakt per Email. So viel kann ich also noch nicht sagen. Aber mein Eindruck ist: Kölliker weiß, wovon er redet. Und jetzt freue ich mich, ihn im Spiel auf der Bank live zu erleben.

SPORT1: Unter Kölliker spielt die Nationalmannschaft ein offensiveres System. Wie sehr betrifft Sie das als Torwart?

Endras: Mein Job bleibt der gleiche: Ich muss zusehen, dass die Scheibe draußen bleibt. Aber man hat gesehen, dass die Jungs so Erfolg haben, also wird es der richtige Weg sein.

SPORT1: Sie hatten persönlich keine einfache Saison bisher. Minnesota, Houston und nun Helsinki. Wie war es für Sie persönlich von Minnesota nach Helsinki verliehen worden zu sein?

Endras: Drei Mannschaften in drei Monaten, das war schon stressig. Aber es waren gute Erfahrungen, die mich sportlich vorangebracht haben. Und Helsinki jetzt gefällt mir sehr gut, eine tolle Stadt und eine gute Organisation.

SPORT1: Was hat Kölliker zu Ihrer Situation gesagt? Haben Sie sich beim Bundestrainer Rat geholt?

Endras: Das war bislang kein Thema zwischen uns. Wir werden uns sicher an diesem Wochenende mal zusammensetzen.

SPORT1: Haben Sie auch Köllikers Vorgänger Uwe Krupp um Rat gefragt?

Endras: Nach der WM hatte Uwe mit seiner Tätigkeit bei den Kölner Haien genug andere Aufgaben. Seit Bratislava hatten wir keinen Kontakt mehr.

SPORT1: In Helsinki sind Sie die unumstrittene Nummer 1. Wie schon vorher in Augsburg und in der Nationalmannschaft. Hat Ihnen die Rückendeckung in Nordamerika gefehlt?

Endras: Überhaupt nicht. Ich wusste, dass es dort drüben ein harter Kampf ist. Es hat noch nicht ganz gereicht, aber die Chance besteht nach wie vor. Ich gebe jetzt nicht auf, ich möchte mir meinen Traum erfüllen.

SPORT1: Beim Belarus-Cup geht es nun gegen Weißrussland. Was bedeuten solche Vorbereitungsspiele?

Endras: Jedes Spiel mit der Nationalmannschaft ist etwas Besonderes. Für mich das erste Mal unter dem neuen Trainer. Ich möchte zeigen, was ich kann.

SPORT1: In der Nationalmannschaft gibt es einen gewissen Stamm, aber dennoch sind immer wieder viele Veränderungen im Kader. Wie wirkt sich das auf das Zusammenspiel in der Mannschaft aus?

Endras: Das ist kein Problem. Im Gegenteil. Es ist gut, wenn die Jungen eine Chance bekommen. Jeder braucht mal eine erste Chance. Und je mehr Spieler wir haben, die auf diesem Niveau spielen können, desto stärker sind wir.

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