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Für Jakob Kölliker ist das DEB-Team die dritte Station als Trainer © getty

Die Deutschen kassieren gegen den Gastgeber die höchste Pleite seit Vancouver. Vor allem die Defensive bereitet Kopfzerbrechen.

Minsk - Knapp drei Monate vor der Weltmeisterschaft hat der neue Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker einen herben Rückschlag einstecken müssen.

Zum Auftakt des Belarus-Cup in Minsk unterlag die deutsche National- Mannschaft dem Gastgeber Weißrussland mit 0:4 (0:1, 0:3, 0:0) und war in allen Belangen überfordert.

Für den Schweizer, der im Sommer Uwe Krupp als Chefcoach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) abgelöst hatte, war es erst die zweite Niederlage im sechsten Spiel.

Höchste Pleite seit Vancouver

Nach der höchsten DEB-Pleite seit dem 2:8 bei Olympia 2010 in Vancouver gegen Kanada trifft der 58-Jährige mit seinem Team am Samstag (13.00 Uhr) im Spiel um Platz drei auf sein Heimatland.

Die Eidgenossen hatten zum Turnierstart 1:3 gegen die Slowakei verloren.

Die DEB-Auswahl konnte gegen den WM-14. von 2011 das offensivere System von Kölliker nicht umsetzen und offenbarte im eigenen Drittel enorme Schwächen.

"Wir haben heute einfach zu viele individuelle Fehler gemacht," bilanzierte Kölliker nach der Partie.

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Kaufmann scheitert knapp

Bei den Gegentoren durch Andrei Stepanow (12. und 27.), Anatoli Protasenja (25.) und Alexei Kaljudschnij (29.) war die Abwehr unsortiert.

Die beste Chance zu einem Tor hatte Neuling Evan Kaufmann.

Der Deutsch-Amerikaner von der Düsseldorfer EG, Enkel eines Holocaust-Opfers, schlenzte nach einem Solo den Puck knapp über die Latte (25.).

Kölliker lobt Weißrussen

"Das 0:1 kam für uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Weißrussland hat im zweiten Drittel sehr stark gespielt und wir haben durch unnötige Strafen unseren Rhythmus und unser Tempo verloren", erklärte Kölliker im Anschluss an die Partie.

Vor allem das schnelle Passspiel habe das DEB-Team ausgehebelt.

"Weißrussland stand sehr gut in der Abwehr und hat keine weiteren guten Torchancen für uns zugelassen. Man darf nicht vergessen das diese Mannschaft physisch sehr gut spielt und sicher an der Scheibe ist", ergänzte der 58-Jährige.

Müller und Ankert patzen

84 Tage vor dem WM-Auftakt in Stockholm gegen Italien testete Kölliker vor allem die Spieler, die beim Deutschland-Cup im vergangenen November noch nicht zum Einsatz gekommen waren.

Keinen guten Eindruck hinterließen die Kölner Verteidiger Moritz Müller und Thorsten Ankert, die bei den beiden ersten Gegentoren patzten.

Vor dem 0:3 verlor der Wolfsburger Benedikt Kohl an der Bande den entscheidenden Zweikampf.

Auch Torhüter Dimitrij Kotschnew vom russischen KHL-Klub Atlant Mytischtschi sah beim 0:2 schlecht aus.

Kölliker setzt 50 Spieler ein

Kölliker hatte seine Amtszeit mit Platz zwei beim Deutschland-Cup begonnen.

Im Dezember folgten zwei Siege mit einem Perspektivteam gegen Russland.

Insgesamt hat der Krupp-Nachfolger bereits mehr als 50 Spieler eingesetzt, um vor der WM in Finnland und Schweden (4. bis 20. Mai) eine möglichst große Auswahl zu haben.

Das Spiel im Stenogramm:

Weißrussland - Deutschland 4:0 (1:0, 3:0, 0:0)

Tore: 1:0 Stepanow (11:41), 2:0 Protasenja (24:18), 3:0 Stepanow (26:21), 4:0 Kaljudschnij (28:26)

Schiedsrichter: Naliwajko (Weißrussland)

Zuschauer: 12.000

Strafminuten: Weißrussland 10 - Deutschland 16

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