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Franz Reindl arbeitet seit 1991 in verschiedenen Funktionen für den DEB © imago

Der Verband bestätigt nach langem Zögern den Abschied des Nationaltrainers. Das entmachtete Urgestein Franz Reindl kehrt zurück.

Berlin - Nach der Trennung von Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker soll eine neu gegründete Task Force vorübergehend die Geschicke der Nationalmannschaft leiten.

Diese Entscheidung fällte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) zusammen mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nach Informationen des "Sport-Informations-Dienstes" bereits am vergangenen Wochenende.

Die bereits für den Wochenbeginn angekündigte offiziellen Bestätigung des Abschiedes von Kölliker nach dem WM-Debakel trudelte schließlich doch noch ein. Zur Nachfolge des glücklosen Schweizers machte der Verband jedoch keine Angaben.

"Wir danken Jakob Koelliker, er hatte eine schwere Aufgabe. Dabei ist er den Weg mit jungen Spielern zu arbeiten, konsequent weiter gegangen. Leider konnte er aber an die Erfolge der letzten beiden Weltmeisterschaften sowie beim Deutschland Cup nicht anknüpfen", erklärte DEB-Vizepräsident Manuel Hüttl.

"Stil ist enttäuschend"

Kölliker erhob derweil schwere Vorwürfe gegen den DEB.

"Ich kann die Entscheidung gegen mich nachvollziehen, aber der Stil ist absolut enttäuschend. Da mangelte es an Respekt gegenüber meiner Person", sagte der Berner: "Man ist nicht offen und ehrlich mit mir umgegangen. Die genauen Gründe für die Trennung hat man mir gar nicht erklärt."

Quartett übernimmt die Regie

Das neue Führungsgremium soll aus den DEB-Vertretern Franz Reindl und Klaus Merk sowie den DEL-Managern Peter John Lee (Eisbären Berlin) und Karl-Heinz Fliegauf (EHC Wolfsburg) bestehen.

Sie sollen bis zum Ende des Olympia-Ausscheidungsturnieres im Februar 2013 im Verbund die Aufgaben eines Sportdirektors übernehmen.

Dazu zählt auch die Entscheidung, welches Trainerteam bei den Länderspielen an der Bande stehen wird.

Comeback für Reindl

Der frühere Auswahltrainer Hans Zach hat seine Gesprächsbereitschaft bereits signalisiert. "Wenn man mit mir ein Gespräch sucht, bin ich sehr gerne bereit, dies zu führen", sagte der "Alpenvulkan" bei "Sky" (BERICHT: DEB trennt sich von Kölliker - kommt Zach zurück?).

Die Ernennung in die Task Force würde Reindl zu einem überraschenden Comeback als sportlicher Entscheidungsträger verhelfen.

Der Ex-Nationalspieler war als Sportdirektor entmachtet worden und seit einem Jahr nur noch als Generalsekretär für den DEB tätig.

"Wir sind sicher, eine Lösung gefunden zu haben, die eine hochprofessionelle Betreuung des Flaggschiffs unserer Sportart garantiert und somit die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi sichert", wird DEB-Präsident Uwe Harnos in der "Eishockey News" zitiert.

WM-Blamagen geben Ausschlag

Auch Harnos bedankte sich bei Kölliker für die nur zwölfmonatige Zusammenarbeit: "Leider haben die beiden letzten WM-Spiele seine Arbeit überschattet."

Die desolaten Vorstellungen beim 4:12 gegen Norwegen und 1:8 gegen Tschechien wurden Kölliker, der vor einem Jahr die Nachfolge von Erfolgscoach Uwe Krupp angetreten hatte, zum Verhängnis (553850DIASHOW: Die WM-Spiele Deutschlands).

Eigentlich hätte er den vakanten Posten des Sportdirektors übernehmen und die Strukturen im Verband ändern sollen. Die bereits aufgenommenen Vertragsverhandlungen waren aber wegen der WM auf Eis gelegt worden.

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