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Dennis Endras steht in der DEL bei Adler Mannheim im Kasten © imago

Nach dem Deutschland-Cup-Sieg spricht Dennis Endras im SPORT1-Interview über Cortinas Fähigkeiten und eine Horrornachricht.

Vom Deutschland Cup berichtetRainer Nachtwey

München - Sechs Monate ist es her, da wechselte sich Dennis Endras nach fünfeinhalb Minuten selbst aus.

Er fuhr zur Bank und zertrümmerte seinen Schläger an der Bande.

Die Erinnerungen an das 4:12-Debakel gegen Norwegen lassen den deutschen Keeper nicht los.

Daher war er umso glücklicher, als er beim Deutschland Cup endlich wieder im Nationaltrikot ein Spiel bestreiten und zum Gewinn des Vier-Nationen-Turniers mit einem Shutout gegen die Schweiz beitragen durfte. (BERICHT: "So weit, so gut" - DEB-Team gerüstet)

Bei SPORT1 spricht Dennis Endras über die Verarbeitung des Debakels von Stockholm, den neuen Bundestrainer Pat Cortina, dessen Fähigkeit zu begeistern und die Aussichten für die Olympia-Qualifikation.

SPORT1: Herr Endras, war der Gewinn des Deutschland Cups Wiedergutmachung für die enttäuschende WM?

Dennis Endras: Sicherlich haben wir das enttäuschende Abschneiden bei der WM nicht vergessen und wir sind glücklich, dass wir wieder für positive Schlagzeilen gesorgt und Pat Cortina einen gelungenen Einstand beschert haben.(EINWURF: Mit Struktur und Begeisterung)

SPORT1: Hatten Sie die WM noch im Hinterkopf, als Sie hier zum Deutschland Cup gekommen sind?

Endras: Ja klar. Aber nicht nur hier beim Deutschland Cup, sondern den ganzen Sommer über. Ich denke immer wieder dran, wenn ich Schlagwörter wie Norwegen höre. Das spielt immer mit. Aber jetzt sind wir froh, dass wir hier gewinnen konnten.

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SPORT1: Ist es für Sie verständlich, dass die WM immer nur mit dem 4:12 gegen Norwegen und dem 1:8 gegen Tschechien verbunden wird?

Endras: Klar gerät immer wieder in Vergessenheit, dass wir auch Spiele gewonnen oder gegen Russland eine starke Leistung gezeigt haben. Aber das war natürlich die Horrornachricht. Deshalb ist es logisch, dass man immer daran denkt.

SPORT1: Sie haben sich bei der WM für Köbi Kölliker ausgesprochen. Waren Sie überrascht, dass der DEB sich dann gegen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ausgesprochen hat?

Endras: Man konnte mit der WM nicht zufrieden sein, wie wir gespielt haben, wie wir uns präsentiert haben. Dass der Verband dann reagiert, ist verständlich.

[kaltura id="0_u9s0cz0r" class="full_size" title="Deutschland holt den Titel"]

SPORT1: Zeigt jetzt der Gewinn des Deutschland Cups, dass Pat Cortina der richtige Mann ist?

Endras: Es sieht so aus. Drei Spiele, drei Siege und nur zwei Gegentore sprechen für sein Konzept. Hut ab. Er hat uns eine klare Linie vorgegeben. Aber Linie hin oder her, wenn man sieht wie die Mannschaft gespielt hat, leidenschaftlich und mit Herz, dann ist es das, was eine deutsche Mannschaft auszeichnet.

SPORT1: Haben Leidenschaft, Herz und Spaß zuletzt gefehlt?

Endras: Spaß ist immer verbunden mit Erfolgen. Wenn man dann mal so eine Watschn bekommt wie bei der WM, dann nagt das natürlich am Selbstvertrauen.

SPORT1: Marcus Kink hat zuletzt gesagt, nach der Ansprache am Dienstag sei die Mannschaft aus der Kabine gekommen und habe dann gewusst, warum Cortina Bundestrainer ist. Was hat er denn gesagt, dass es Sie so mitgerissen hat?

Endras: Er hat natürlich klare Sachen gesagt. Aber es war die Art, wie er mit uns gesprochen hat. Er kann einen wirklich begeistern mit seinen Reden, seiner ganzen Mimik und Gestik.

SPORT1: Wie weit sehen Sie sich jetzt nach dem Deutschland Cup im Hinblick auf die Olympia-Quali im Februar?

Endras: Wir haben natürlich durch den Gewinn des Deutschland Cups viel Selbstvertrauen gesammelt. Wo wir stehen, kann man jetzt schwer sagen. Aber wir haben drei Siege und können mit breiter Brust auflaufen.

SPORT1: Und wie weit sind Sie mit der Umsetzung von Pat Cortinas Vorgaben zufrieden?

Endras: Ich denke, es kann jeder zufrieden sein, ob Trainer, Spieler oder Torhüter. Seine Vorgaben scheinen zu fruchten.

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