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Alexander Barta eng verschlungen mit dem Japaner Yosuke Kon © getty

Die Deutschen haken das Schützenfest gegen Japan in der Olympia-Quali ab. Nun wartet das Schlüsselspiel gegen Österreich.

Hannover - Der lockere Aufgalopp war schnell vergessen, alle Blicke richteten sich schon auf das vorgezogene Endspiel um das Vancouver-Ticket.

"Das wird ein Spiel auf Biegen und Brechen", prophezeite Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp vor dem entscheidenden Duell der Olympia-Qualifikation am Samstag (15.30 Uhr LIVESCORES und im DSF) gegen Österreich.

Mit einem Sieg gegen den Nachbarn könnte die deutsche Nationalmannschaft nach dem mühelosen 7:1 zum Auftakt gegen Japan (Schützenfest zum Auftakt) bereits das größte Hindernis auf dem Weg nach Kanada beiseite räumen.

"Ganz, ganz weit vorne"

"Es ist das Schlüsselspiel. Wer gewinnt, ist ganz, ganz weit vorne", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), und warnte gleichzeitig davor, den A-WM-Aufsteiger zu unterschätzen: "Die Chancen stehen 50:50. Das ist keine Tiefstapelei, sondern eine realistische Einschätzung der sportlichen Situation."

Zwar offenbarten die Österreicher beim 4:3 nach Verlängerung gegen WM-Absteiger Slowenien noch große Schwächen, während die DEB-Auswahl gegen Japan hochkonzentriert und souverän die ersten drei Punkte einfuhr.

Auch liegt das Team des schwedischen Trainers Lars Bergström in der Weltrangliste sechs Plätze hinter Deutschland. Dennoch ist Krupps Mannschaft gewarnt. "Sie haben uns in den letzten vier Spielen dreimal geschlagen. Sie wissen, dass sie gegen uns gewinnen können", mahnte der Bundestrainer.

Schlechte Erinnerung

In schlechter Erinnerung ist auch noch das letzte Duell bei einem großen Turnier: Bei der WM 2005 in Wien verspielte die DEB-Auswahl eine 2:0-Führung, das 2:2 gegen Österreich war der erste große Schritt zum späteren Abstieg.

"Das steckt bei uns Älteren noch im Kopf", gab Kapitän Andreas Renz zu: "Diese Erfahrung werden wir an die Jungen weitergeben."

Neben Renz sind nur noch Verteidiger Michael Bakos sowie die Stürmer Sven Felski und Alexander Barta von jener Mannschaft übriggeblieben, die mit dem Absturz in die Zweitklassigkeit den Umweg über die Qualifikation für Olympia 2010 erst notwendig machte.

Renz und Felski schworen die neue Generation im Team aber nicht nur auf das heiße Duell mit Österreich ein, sondern schwärmten ihren Kollegen als einzige verbliebene Turin-Teilnehmer von 2006 auch vom Erlebnis Olympia vor.

Traum von Olympia

"Ich glaube nicht, dass wir jetzt noch irgendeinen der Jungs motivieren müssen", sagte Renz: "Es geht um das Größte im Leben eines Sportlers. Und es geht um das deutsche Eishockey."

Ohne die mediale Präsenz in Vancouver würde die Sportart ausgerechnet vor der Heim-WM 2010 in der Versenkung verschwinden, deshalb forderte Reindl unmissverständlich: "Wir müssen einfach dabei sein."

Den Traum von Olympia im Eishockey-Mutterland träumen aber auch noch die Österreicher, die seit der WM 1934 (2:1 in Mailand) kein Pflichtspiel mehr gegen den großen Nachbarn gewonnen haben.

Sein oder nicht sein

"Dieses Spiel entscheidet über Sein oder Nichtsein", sagte Kapitän Dieter Kalt, einer von zwölf Austria-Spielern, die schon 2005 dabei waren, und prophezeite: "Es kommt darauf an, wer die besseren Nerven hat."

Die flatterten den Deutschen bei ihrem Auftaktsieg nicht.

Yannic Seidenberg (4.), Michael Wolf (7.) und Philip Gogulla (15.) sorgten schnell für einen beruhigenden 3:0-Vorsprung.

Nach dem Gegentor durch Masato Domeki (20.) entschieden drei Treffer innerhalb von 88 Sekunden durch Manuel Klinge (32.), Richard Mueller (32.) und John Tripp (33.) endgültig die Partie.

Tripps 7:1 (54.) komplettierte den "optimalen Start" (Renz).

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