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Sinan Akdag (M.) spielt seit 2007 für die Krefeld Pinguine © getty

Das junge DEB-Team überzeugt erneut gegen Russland und macht Hoffnung für das Olympia-Qualifikationsturnier im Februar.

Dresden - Zweimal "auf Augenhöhe" mit Russland, nur ein Gegentor in 120 Minuten - die Generation Zukunft bereitet Bundestrainer Pat Cortina schon in der Gegenwart Vergnügen.

"Es macht Spaß. Die Jungs haben das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht", resümierte der neue Bundestrainer nach dem 2:1-Sieg (Bericht) des "Top Team Sotschi" im zweiten Duell mit einer russischen Perspektivmannschaft innerhalb von 24 Stunden:

"Sie haben den Kopf nicht hängen lassen, als es mal nicht so lief, und zwei richtig gute Spiele gemacht."

14 Monate vor den Olympischen Spielen in Sotschi, für die sich der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) noch qualifizieren muss, ragten aus der jungen Mannschaft mit insgesamt sieben Neulingen und nur drei WM-Teilnehmern von Stockholm zwar vor allem die etablierten Kräfte wie Schweden-Legionär Marcel Müller, der Krefelder Patrick Hager und der Mannheimer Frank Mauer heraus.

Doch auch andere empfahlen sich für das Olympia-Qualifikationsturnier in acht Wochen.

Torhüter überzeugen

Die Torhüter Niklas Treutle (Hamburg Freezers) und Felix Brückmann (Adler Mannheim), der beim 0:1 bei seinem Länderspieldebüt am Dienstag in Chemnitz erst im Penaltyschießen bewzungen wurde, überzeugten mit starken Leistungen.

Sie allerdings dürfte Cortina nicht gemeint haben, als er sagte: "Einige werden mit Sicherheit bei der Olympia-Quali dabei sein."

Auf der Goalie-Position hat der Italo-Kanadier ohnehin die Qual der Wahl. "Da haben wir fünf, sechs herausragende Kandidaten", sagte Cortina und stellte generell fest: "Wir haben eine Menge Tiefe im Kader."

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Cortina hofft auf NHL-Profis

Beim Ausscheidungsturnier in Bietigheim-Bissingen (7. bis 10. Februar) gegen Österreich, Italien und die Niederlande hofft der Italo-Kanadier zudem auf die deutschen NHL-Profis, die wegen des Arbeitskampfes in Nordamerika derzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf dem Eis stehen.

"Ich habe den Eindruck, dass sie spielen wollen", sagte Cortina, der in den vergangenen Tagen mit mehreren NHL-Spielern Kontakt aufnahm: "Jeder weiß, wie wichtig dieses Turnier für das deutsche Eishockey ist."

Doch selbst ohne Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg oder Marcel Goc hat die DEB-Auswahl unter dem neuen Coach zurück zu alter Stabilität gefunden.

Ordnung und Disziplin stimmen

Wie schon beim Turniersieg beim Deutschland Cup vor vier Wochen in München überzeugte das Team mit defensiver Ordnung und taktischer Disziplin - ganz anders als unter Cortinas Vorgänger Jakob Kölliker beim WM-Debakel in Schweden.

"Wir standen in der Defensive meist richtig gut", befand Müller. Und auch Schütz meinte: "Aus einer sicheren Abwehr heraus zu spielen, gibt Selbstvertrauen."

Verteidiger Benedikt Kohl (EHC Wolfsburg) sah beide Teams "auf Augenhöhe" und "die Defensivreihen hervorragend".

Bewährungsprobe im Februar

Nach dem gelungenen Start in den neuen Job mit vier Siegen und einer Niederlage im Penaltyschießen kommt für Cortina die erste wirkliche Bewährungsprobe im Februar.

Denn nur mit Platz eins in Bietigheim-Bissingen kann der 48-Jährige mit dem DEB-Team das Sotschi-Ticket lösen.

Sollte die deutsche Mannschaft erstmals in ihrer Historie sportlich die Olympischen Spiele verpassen, könnte das Vergnügen für Cortina schnell vorbei sein.