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Florian Busch debütierte 2006 in der Nationalmannschaft © getty

Der Stürmer will wegen seiner ungeklärten Situation vorerst nicht im Nationalteam auflaufen. Der Bundestrainer bedauert den Verzicht.

München - Am Dienstag jagt Florian Busch mit Eisbären Berlin in der DEL Tabellenführer Hannover Scorpions, wenn der Meister die Iserlohn Roosters empfängt (ab 19.30 Uhr LIVESCORES).

Bei der Nationalmannschaft hingegen ist der 24-Jährige jedoch außen vor, denn der Gerichtsmarathon nach seiner zunächst verweigerten Dopingkontrolle vor elf Monaten ist noch immer nicht beendet.

"Für uns kommt er derzeit nicht in Frage", erklärte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes.

Athletenvereinbarung nicht unterschrieben

Nach dem Freispruch durch das Adhoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes sind nun zwei Verfahren beim Internationalen Sportgerichtshof anhängig, ein Termin für die Anhörung ist noch nicht festgelegt.

"Deshalb hat er auf anwaltlichen Rat die Athletenvereinbarung noch nicht unterschrieben", erläuterte Reindl. Ohne diese Anerkennung der Anti-Doping-Richtlinien kann Busch aber nicht in der DEB-Auswahl eingesetzt werden.

"Wir haben ihn so behandelt, als sei er gesperrt", sagte Reindl, "und er selbst sich auch."

"Besser, wenn ich nicht spiele"

Busch hat die Weltmeisterschaft in der Schweiz (24. April bis 10. Mai) jedenfalls abgeschrieben. "Die ganze Sache ist schon wieder am Hochkochen, ich glaube, es ist gescheiter, wenn ich dieses Jahr mal nicht in der Nationalmannschaft spiele", sagte der Angreifer dem "Miesbacher Merkur".

Dabei würde ihn Bundestrainer Uwe Krupp aus sportlichen Gründen gerne wieder im Team sehen, der Berliner sei "einer unserer besten Stürmer".

Geldstrafe und Verwarnung

Busch war nach einer zunächst verweigerten und später nachgeholten Kontrolle am 6. März 2008 vom zuständigen DEB-Gremium nur mit einer Geldstrafe, gemeinnütziger Arbeit und einer öffentlichen Verwarnung belegt worden.

Weil er die Athletenvereinbarung nicht unterschrieben und der DEB den Anti-Doping-Code nicht in seine Statuten aufgenommen hatte, verhängte auch das DOSB-Gericht keine Sperre. Das Bundesinnenministerium behielt wegen der Versäumnisse des DEB rund 130.000 Euro an Fördermitteln ein.

WADA legt Berufung ein

Die WADA legte gegen das Schiedsgerichtsurteil beim CAS Berufung ein, obwohl es eigentlich die letztinstanzliche Entscheidung war.

Das sei rein vorsorglich geschehen, sagte WADA-Anwalt Marius Breucker, denn nach den neuen Anti-Doping-Vorschriften des Internationalen Eishockey-Verbandes, die seit Juli 2008 in Kraft sind, ist die WADA berechtigt, gegen Entscheidungen der nationalen Verbände beim CAS zu klagen.

Keine Sperre seitens des Weltverbandes

Das ursprüngliche Verfahren in Lausanne richtet sich gegen die IIHF, die Busch bei der WM 2008 in Kanada nicht gesperrt hatte, weil der nationale Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft war.

"Das ist jetzt durch das Schiedsgerichtsurteil geschehen", sagte Breucker, der die WADA in Deutschland anwaltlich vertritt.

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