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Franz Reindl (r.) nahm als Spieler an drei Olympischen Winterspielen teil © imago

Bei der Olympia-Quali erwartet Generalsekretär Franz Reindl einen heißen Tanz. Bei SPORT1 warnt er vor Außenseiter Niederlande.

Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

München - Pat Cortina bezeichnet es als das "wichtigste Turnier der Saison".

Bei der Olympia-Qualifikation für Sotschi geht es für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft mehr als um drei Siege.

"Die Olympia-Quali geht für uns tief ins Mark, in die Existenz rein", betont auch DEB-Generalsekretär Franz Reindl im Gespräch mit SPORT1 die Bedeutung des Vier-Länderturniers in Bietigheim-Bissingen (ab Do., 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Ein Scheitern würde erhebliche Konsequenzen zur Folge haben.

"Wir sind hochangespannt, weil es auch Folgen für die Förderung mit sich zieht. Das kann erhebliche Nachwirkungen haben", führt Reindl weiter aus.

Optimismus beim Trainer

Gegen die Niederlande zum Auftakt und die weiteren Gegner Italien und Österreich zählen daher nichts anderes als drei Siege.

"Du musst das Turnier gewinnen, du musst drei gute Spiele machen und darfst auf keinen Fall gegen den Falschen verlieren", fasst es der ehemalige Nationalspieler zusammen.

Dennoch ist man beim DEB optimistisch. "Wenn wir unser Potenzial abrufen, haben wir gute Chancen, das Turnier zu gewinnen", sagt Bundestrainer Cortina.

Buchwieser fehlt wegen Sperre

Allerdings muss der Coach neben dem NHL-Sextett Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg, Marcel Goc, Alexander Sulzer, Thomas Greiss und Korbinian Holzer auf drei weitere Leistungsträger verzichten.

Thomas Greilinger, Christoph Schubert und Frank Hördler fallen verletzt aus. Vor allem der Ausfall von Eisbären-Verteidiger Hördler schmerzt nach Einschätzung von SPORT1-Experte Rick Goldmann sehr.

Beim Deutschland Cup verlieh Hördler, der bei der enttäuschenden WM in Stockholm verletzt hatte passen müssen, der deutschen Defensive große Sicherheit.

Zudem fehlen auch der zuletzt in der Liga stark auftretende Thomas Oppenheimer aufgrund eines Fußbruchs und der in der Liga gesperrte Kapitän des EHC München Martin Buchwieser.

"Es gibt die IIHF-Regel, dass in der Liga gesperrte Spieler nicht spielen dürfen. Auch wir beim DEB haben diese Regel", erklärt Reindl.

Reindl warnt vor Niederlande

Zum Auftakt erwartet die DEB-Auswahl, die Iserlohns Michael Wolf als Kapitän anführen wird, der krasse Außenseiter Niederlande.

Die Truppe des amerikanischen Trainers Barry Smith setzte sich in der Vorqualifikation überraschend gegen Ungarn durch.

Dies nötigt auch Reindl großen Respekt ab. "Die spielen eine sehr gute Außenseiterrolle und werden sicher dem einen oder anderen ein Bein stellen", prophezeit Reindl. "Ich hoffe, dass wir es nicht sind."

Die Statistik spricht klar für die deutsche Mannschaft. Zehn DEB-Siegen steht gerade einmal ein Unentschieden gegenüber.

Überragender Vanek fehlt Österreich

Der voraussichtlich schwerste Brocken wartet am Schlusstag mit Österreich auf die deutsche Mannschaft.

Der Nachbar muss ebenfalls auf seine NHL-Stars um Ausnahmestürmer Thomas Vanek und Michael Grabner verzichten. Dem DEB-Team dürfte insbesondere das Fehlen von Vanek entgegenkommen, auch wenn Reindl abwiegelt: "Wenn die Österreicher ihre NHL-Spieler hätten, hätten wir unsere auch. Und wir haben mehr NHL-Spieler als die Österreicher."

Vanek, Teamkollege von Ehrhoff, Sulzer und Jochen Hecht bei den Buffalo Sabres, präsentiert sich in absoluter Topform, stellt dies zurzeit in der NHL unter Beweis, die er als Topscorer mit 19 Punkten (8 Tore, 11 Assits) in neun Spielen anführt.

ÖEHV-Auswahl verliert Generalprobe

Aber auch ohne das Top-Duo Vanek/Grabner sowie Andreas Nödl von den Carolina Hurricanes zeigte die Alpenrepublik im September beim 4:3-Erfolg der DEB-Auswahl im Freundschaftsspiel in Wien, dass sie nicht im Vorbeigehen zu schlagen ist.

Nach einem 1:3-Rückstand wachte die deutsche Mannschaft erst im Schlussdrittel auf, um doch noch als Sieger vom Platz zu gehen.

Allerdings misslang der Auswahl von ÖEHV-Coach Manny Viveiros die Generalprobe vor dem Turnier. Gegen Weltranglisten-17. Und A-Gruppen-Absteiger Kasachstan unterlag Österreich mit 1:4.

Dennoch ist sich Viveiros sicher: "Wir wissen, wir haben eine gute Mannschaft und wir haben eine Riesenchance, unser Ziel Olympia zu schaffen."

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