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Alexander Barta (r.) spielt bei den Malmö Redwings © imago

Deutschland verliert gegen Italien in der Verlängerung und muss um das Olympia-Ticket zittern. Es droht ein historisches Debakel.

Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

Bietigheim - Die deutsche Eishockey- Nationalmannschaft hat im Kampf um das letzte Olympia-Ticket einen Rückschlag erlitten.

Gegen Italien unterlag die DEB-Auswahl mit 1:2 (1:1, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung und benötigt im abschließenden Turnierspiel gegen die verlustpunktfreien Österreicher einen Sieg nach 60 Minuten, um noch die Reise nach Sotschi zu buchen. (So., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Ansonsten würde erstmals eine DEB-Auswahl auf sportlichem Wege die Olympischen Spiele verpassen. Team Austria hatte sich zuvor mit 6:1 gegen die Niederlande durchgesetzt.

Casmirro schockt DEB-Team

Den entscheidenden Treffer für die Italiener erzielte Nathan di Casmirro (63.), nachdem in der regulären Spielzeit Jerome Flaake (14.) den Führungstreffer von Robert Sirianni (11.) ausgeglichen hatte. "Wir haben nicht so gespielt, wie wir sollten", konstatierte Bundestrainer Pat Cortina nach der Partie.

Kai Hospelt machte Hoffnung auf die Olympia-Qualifikation: "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen wegen den Dingen, die nicht liefen. Wir haben noch die Chance."

Cortina vertraut Endras

Im Tor gab Bundestrainer Cortina diesmal Dennis Endras den Vorzug, nachdem gegen die Niederlande noch der Berliner Rob Zepp zwischen den Pfosten stand.

Und Endras sah sich recht früh Chancen der Italiener ausgesetzt. Der Außenseiter hielt mit körperbetontem Spiel gut mit und bereitete der DEB-Auswahl Probleme ins Spiel zu finden.

Überflüssige Strafen

Zudem schwächte sich die deutsche Mannschaft durch unnötige, wenn auch fragwürdige Strafzeiten selbst.

So war der italienische Führungstreffer in Überzahl nur die Konsequenz. Sirianni drückte eine Vorarbeit von Giulio Scandella aus kurzer Distanz in die Maschen (11.). Endras war machtlos.

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Eine Reaktion der DEB-Auswahl blieb aus, vielmehr hatten die Italiener die besseren Chancen.

Umso überraschender war der Ausgleich durch Flaake, der mit einem Schlenzer aus dem Handgelenk den ehemaligen Kölner Keeper Adam Dennis überwand (14.).

Italien-Goalie rettet

Erst nach dem Ausgleich schien die Cortina-Truppe aufzuwachen und setzte die Italiener mehr unter Druck. Alexander Barta (16.), Garrett Festerling in Unterzahl (17.) und Michael Wolf in Überzahl mit der Schlusssekunde des ersten Drittels scheiterten aber an Dennis.

Den Schwung nahm die DEB-Auswahl in den zweiten Durchgang mit und schnürte die Italiener in der eigenen Zone ein. Allerdings sprangen nur wenige Chancen dabei heraus.

Die besten vergaben Marcel Müller (22.), Daniel Pietta (31.) und Constantin Braun (40.), als ihre Schüsse das Tor knapp verfehlten.

Braun analysierte nach dem Spiel bei SPORT1: "Wir haben 35 Schüsse abgegeben und wir müssen schauen, dass wir noch mehr Männer vor das Tor bekommen, um die Abpraller zu bekommen."

Gander scheitert an Endras

Die Italiener blieben bei ihren wenigen Offensivaktionen gefährlich und die deutsche Mannschaft konnte sich bei Endras bedanken, der den 1:2-Rückstand mit einer glänzenden Reaktion gegen Markus Gander verhinderte (29.).

Ein ähnliches Bild bot sich den 4.517 Fans im Schlussabschnitt. Die deutsche Mannschaft drückte, vergab aber gute Einschusschancen. So scheiterten Felix Petermann (46.), Marcel Müller (49.), Marcus Kink (53.) und Nikolai Goc (56.) an Italiens Keeper Dennis.

Auf der anderen Seite machte Endras eine Großchance von Nathan di Casmirro (48.) zunichte. So blieb es beim Unentschieden nach 60 Minuten und es wurde um fünf Minuten verlängert.

Dort musste Petermann wegen Behinderung auf die Strafbank und di Casmirro nutzte die numerische Überzahl zum Siegtreffer (63.).

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