Die DEB-Auswahl redet die Niederlage gegen die Italiener klein. Gegen Österreich wartet ein Endspiel ums Olympia-Ticket.

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Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

Bietigheim - Es waren die am häufigsten verwendeten Worte: "Es hat sich nichts geändert."

Jeder Akteur der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, der sich nach der 1:2-Niederlage gegen Italien nach Verlängerung (Bericht) den Fragen der Journalisten stellte, verwendete mindestens einmal diesen Satz.

Keeper Dennis Endras brachte immerhin eine andere Variante unter. "Es bleibt alles beim Alten", sagte der Mannheimer Torwart.

Klar ist, dass die deutsche Mannschaft im letzten Spiel des Olympia-Qualifikationsturniers gegen Österreich (So., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) einen Sieg benötigt, um das Ticket für Sotschi zu lösen.

"Wir hatten alle Mathe in der Schule"

"Wenn wir drei Punkte geholt hätten, wäre die Ausgangssituation leichter gewesen, aber trotzdem hätten wir auch dann gegen die Österreicher gewinnen müssen", meinte Endras und spielte darauf an, dass der DEB-Auswahl bei einem Sieg gegen Italien auch ein Erfolg nach Verlängerung oder Penaltyschießen gegen Österreich gereicht hätte.

"Wir hatten alle Mathe in der Schule. Jetzt müssen wir schauen, dass wir drei Punkte holen", fasste der Torwart die Situation vor dem bereits zu Beginn prognostizierten "Endspiel" knapp zusammen.

Allerdings benötigt das Team von Bundestrainer Pat Cortina eine deutliche Leistungssteigerung gegen das bisher sich stark präsentierende Nachbarland. Insbesondere im Torabschluss.

Großchancen als Mangelware

"Vor dem Tor müssen wir einfach noch effizienter werden. Das hat uns das Spiel gekostet", hielt Verteidiger Felix Petermann fest: "Wenn wir so viele Chancen haben, dann muss es irgendwann einfach scheppern. Da müssen wir besser werden."

Zwar schnürte die deutsche Mannschaft die Italiener phasenweise regelrecht im gegnerischen Drittel ein und schoss aus allen Lagen auf das vom ehemaligen Kölner Adam Dennis gehütete Tor, Großchancen waren jedoch Mangelware.

"Wir haben uns keine Rebounds oder zweite Chancen erarbeitet", kritisierte Cortina, wollte seinem Team aber nicht den Willen und den Aufwand absprechen.

Italien hervorragend eingestellt

Die Italiener machten es der deutschen Mannschaft vor dem Tor schwer, brachten immer wieder einen Spieler zwischen die deutschen Angreifer und den eigenen Kasten.

Trainer Tom Pokel hatte sein Team hervorragend eingestellt und die Spieler hielten sich diszipliniert an die Vorgaben.

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Zudem nutzte der Coach während einer Drangphase der deutschen Mannschaft im zweiten Drittel bereits seine Auszeit, um den Spielfluss zu unterbrechen.

DEB-Team fühlt sich nicht schlecht

"Wenn man hart arbeitet, fühlt man sich nicht schlecht. Wir können nicht enttäuscht sein, mit der Art wie wir gespielt haben", sagte Cortina.

Dennoch muss die deutsche Mannschaft gegen Österreich die zahlreichen Fehler in der Defensive abstellen. Den schwerwiegendsten beging Philip Gogulla, als er in der Verlängerung einen Querpass spielte, den ein Italiener abfing und Petermann so zu einer Zwei-Minuten-Strafe zwang.

"Es ist immer schwierig, wenn du entgegen gehst. Als Verteidiger gibt es dann nur Hopp oder Top. Aber ich konnte in der Situation leider nichts anderes mehr machen. Die Strafe ging in Ordnung", meinte der "Sünder".

Stimmung kaum gedrückt

Allerdings stellte Cortina verwundert fest, dass für seine Mannschaft trotz deutlich mehr Puckbesitz nur eine Überzahlsituation heraussprang, während den Italiener fünf Powerplays zugesprochen wurden, von denen sie zwei verwerteten.

Zu der Schiedsrichterleistung wollte er sich allerdings nicht äußern. "Nein, das hilft uns am Sonntag nicht", sagte Cortina.

Trotz der Niederlage war die Stimmung bei den deutschen Spielern kaum gedrückt.

"Natürlich können wir mit dem 1:2 nicht zufrieden sein, aber wir haben weiterhin ein Endspiel gegen Österreich", meinte Endras.

"Entweder hüh oder hott"

Verteidiger Constantin Braun wollte erst gar nichts von Schönrednerei wissen.

"Was heißt jetzt Zweckoptimismus?", antwortete er mit einer Gegenfrage: "Es war eigentlich klar, dass es am Sonntag ein Finale gegen Österreich gibt und dementsprechend ist doch alles im Lot."

Und der Berliner setzte noch eins drauf: "Für so etwas spielst du, für den Nervenkitzel, zu wissen entweder hüh oder hott. Das ist doch ein schöner Kick."