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Felix Petermann wechselte 2010 von Mannheim zum EHC München © imago

Die deutsche Auswahl fühlt sich für das Endspiel ums Olympia-Ticket gewappnet. Aber die Österreicher präsentieren sich stark.

Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

Bietigheim - Das erste Miniziel ist erreicht, nun soll das große folgen:

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat das vor Turnierbeginn erwartete Endspiel um die Olympia-Qualifikation für Sotschi gegen Österreich (So., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) erreicht.

Allerdings nicht mit den angestrebten zwei Siegen und nicht in der Verfassung, dass die Auswahl von Bundestrainer Pat Cortina der ihr vor dem Turnier angedachten Favoritenstellung gerecht wird. (BERICHT: Nervenkitzel statt Enttäuschung)

Vor dem Tor präsentierte sich das DEB-Team trotz drückender Überlegenheit zu harmlos, in der Defensive anfällig.

Wichtige Spiele gegen Österreich gewonnen

Gegen die Österreicher muss eine deutliche Leistungssteigerung her, will sich die deutsche Mannschaft für Olympia qualifizieren.

Das Vertrauen in die eigene Stärke ist trotz der 1:2-Niederlage gegen Italien nicht abhanden gekommen.

Warum die deutsche Mannschaft denn Österreich schlage, wurde Constantin Braun von SPORT1 gefragt. Und der selten um eine Antwort verlegene Berliner Verteidiger meinte: "Weil es einfach Österreich ist. Wir sind Deutschland, die sind Österreich."

Dabei berief sich Braun auch auf die Erfolge der vergangenen Jahre. Wenn es um die Olympia-Qualifikation ging, hatte die DEB-Auswahl den Kontrahenten aus dem Nachbarland immer besiegt. "Warum sollten wir jetzt damit aufhören?", fragte Braun.

Endras etwas zurückhaltender

Allerdings hatte die deutsche Mannschaft bis zum Freitag auch noch kein Olympia-Qualifikationsspiel, ob 2009, 2001 oder 2000 verloren.

Etwas vorsichtiger, aber mit entsprechendem Optimismus, formulierte Keeper Dennis Endras die Aussichten für das Endspiel.

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"Die Österreicher sind der härteste Brocken, auch wenn wir gegen Italien verloren haben. Wir müssen konsequent spielen, die Scheiben tief bringen. Unsere Stärke ist es, im Drittel des Gegners die Scheibe aufs Tor zu bringen", meinte Endras. "Wenn wir das über 60 Minuten schaffen, dann haben wir eine sehr gute Chance."

Und Felix Petermann ergänzte: "Wir glauben an unsere Stärken, und wenn wir die am Sonntag ausspielen, gewinnen wir das Spiel auch."

Reimer vor Rückkehr

Gegen die Österreicher wird voraussichtlich Patrick Reimer auf das Eis zurückkehren. Der Nürnberger Stürmer hatte sich in der Partie gegen die Niederlande früh im Spiel verletzt und war mit einer Unterarm-Verletzung ausgefallen.

"Patrick ist ein brandgefährlicher Stürmer, der auch einen Mordshammer hat und der kann uns auch auf jeden Fall weiterhelfen", freute sich Petermann über die anstehende Rückkehr.

Weit größere Verletzungssorgen plagen Gegner Österreich. Gegen die DEB-Auswahl fällt definitiv Manuel Latusa mit einem Bänderriss im Knie aus. Zudem ist der Einsatz von Daniel Welser nach einer Gehirnerschütterung fraglich.

Österreich schlägt die Niederlande klar

Dennoch sind die Österreicher diejenigen, die sich in den bisherigen Turnierspielen als stärkstes Team präsentierten.

Dies stellten sie beim lockeren 6:1-Sieg über die Niederlande unter Beweis und konnten dabei noch Kräfte schonen.

Bereits nach 18 Minuten stand es 5:0, die weiteren 42 spielte die Truppe von Coach Manny Viveiros locker herunter.

"Ein sehr körperbetontes Spiel"

"Das wird ein sehr körperbetontes Spiel", prognostizierte Österreichs Stürmer Thomas Raffl und Verteidiger Andre Lakos fügte an:

"Gegen Deutschland sind es immer sehr enge Spiele. Es wird auf die Defensive ankommen. Wir müssen hinten dicht machen."

Die Österreicher gehen mit großem Selbstvertrauen in die Partie gegen die DEB-Auswahl.

"Das ist mir wurscht"

Ob ihnen denn nicht bange ist, da Deutschland sich bisher immer für Olympia qualifizierte, wenn es denn musste, wurde Lakos gefragt.

"Das ist mir wurscht", sagte der ehemalige Kölner und ließ dann eine Kampfansage folgen: "Irgendwann ist immer das erste Mal und am Sonntag ist die Zeit gekommen."

Am Freitag hatte es für die deutsche Mannschaft auch die erste Niederlage bei einem Qualifikationsturnier gesetzt - aus deutscher Sicht genug Premieren.

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