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Pat Cortina trainierte bis Saisonende neben dem DEB-Team auch den EHC München © getty

Der Stachel der verpassten Olympia-Quali sitzt tief. Cortina geht kämpferisch in die Tests in Weißrussland. Er steht im Fokus.

Frankfurt/Main - Inmitten nobler Karossen in einem Autohaus bemühte sich Pat Cortina um so etwas wie Aufbruchstimmung.

"Wir wollen der Welt unser wahres Gesicht zeigen", sagte der Bundestrainer bei einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main mit Blick auf die WM in Finnland und Schweden (ab 3. Mai LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de)

Das peinliche Scheitern in der Olympia-Qualifikation vor knapp zwei Monaten wirkt noch immmer nach und dürfte die mit zwei Testspielen in Weißrussland (5. und 6. April) beginnende WM-Vorbereitung ebenso erschweren wie das Fehlen vieler Leistungsträger.

Verpasste Olympia-Quali schmerzt

"Die Enttäuschung über die verpasste Qualifikation bleibt ein Leben lang. Das war ganz bitter", sagte Cortina, der sich nach dem Ausscheiden des EHC München in der DEL ganz auf seine Trainer- und Sportdirektor-Aufgaben beim Deutschen Eishockey-Bund konzentrieren kann.

Der Italo-Kanadier gab jedoch zu, dass er an seiner größten Mission bereits gescheitert sei: "Als ich als Bundestrainer angetreten bin, war mein Ziel Sotschi 2014."

Cortina unter Beobachtung

Das Ausscheidungsturnier im heimischen Bietigheim geriet jedoch zum Fiasko, die Winterspiele finden erstmals aus sportlichen Gründen ohne die deutsche Nationalmannschaft statt.

Bei der WM steht deshalb auch Cortina unter besonderer Beobachtung, denn mit der Form von der Olympia-Qualifikation ist der Klassenerhalt für den WM-Vierten von 2010 alles andere als selbstverständlich.

"Im Rückblick würde ich einige Dinge anders machen", sagte der Bundestrainer. Vor allem die knapp bemessene Vorbereitungszeit sei ein Fehler gewesen: "Das deutsche Spiel fußt auf den Komponenten Defensive, Torwartleistung und harte Arbeit. Für die harte Arbeit war aber zu wenig Zeit."

NHL-Stars bleiben Vorbereitung fern

Dass sich das in der WM-Vorbereitung bessert, darf bezweifelt werden. Schließlich stoßen die Nationalspieler der Playoff-Halbfinalisten - wenn überhaupt - erst spät zum Nationalteam. Zudem ist ungewiss, ob sich der ein oder andere NHL-Profi für eine WM, die nicht zur Vorbereitung auf Olympia dient, motivieren lässt.

"Ich möchte natürlich so viele wie möglich von ihnen zur WM mitnehmen. Ich stehe inoffiziell in Kontakt mit ihnen", sagte Cortina mit Blick auf mögliche Kandidaten wie Marcel Goc (Florida Panthers) und Christian Ehrhoff (Buffalo Sabres), die mit ihren NHL-Teams die Playoffs zu verpassen drohen.

"Wenn es an der Zeit ist, werde ich offiziell Kontakt aufnehmen", sagte Cortina.

Leistungsträger legen Pause ein

Freiwillig verzichtet der Bundestrainer in Weißrussland auf einige Leistungsträger wie Christoph Ullmann, Dennis Endras (beide Adler Mannheim) und Christoph Schubert (Hamburg Freezers), denen er nach dem Playoff-Aus in der DEL eine Pause gönnt.

Alexander Barta und Dimitri Kotschnew hatten ihren WM-Start dagegen verletzungsbedingt abgesagt, Starspieler Marco Sturm (Kölner Haie) wird aus privaten Gründen nicht dabei sein.

Feuertaufe für Neulinge

Auf einen großen personellen Umbruch will Cortina verzichten. Gegen Weißrussland dürfen sich in Andreas Jenike, Peter Lindlbauer (beide Nürnberg Ice Tigers), Patrick Seifert (Augsburger Panther), Bernhard Keil und Rene Röthke (beide Straubing Tigers) dennoch fünf Neulinge bewähren.

Außerdem trifft die DFB-Auswahl in der WM-Vorbereitung zweimal auf Tschechien (12. April, ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, und 13. April in Regensburg/Selb).

Anschließend stehen zwei Vergleiche mit Schweden (20. April in Krefeld ab 14 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und 21. in Frankfurt ab 14.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) an.

Abgerundet wird die Vorbereitung mit den Testspielen in der Schweiz (26. April in Langenthal ab 19.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und 27. April in Rapperswil).

Bei der WM heißen die Gruppengegner Co-Gastgeber Finnland, Weltmeister Russland, Vize-Weltmeister Slowakei, Aufsteiger Österreich, Lettland, USA und Frankreich.

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