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Yannick Seidenberg wurde 2002 Deutscher Vizemeister mit Mannheim © imago

Die Cortina-Truppe bleibt gegen Tschechien auch im vierten WM-Testspiel erfolgslos. Im Spielaufbau hapert es noch gewaltig.

Aus Selb berichtet Rainer Nachtwey

Selb - Jochen Reimer nahm es locker. "Das ist Vorbereitung. Letztes Jahr haben wir die Spiele gewonnen und..."

Zu Ende sprach er den Satz dann doch nicht.

Das enttäuschende Abschneiden in Stockholm vom Vorjahr, sprach der Keeper nach dem 1:3 (0:0, 1:2, 0:1) gegen Tschechien nicht an.

Der einzige Treffer durch Marcel Müller (32.) stand den Toren von Tomas Hertl (23.), Lukas Kaspar (28.) und Luka Pech (49.) für den WM-Dritten gegenüber.

Defizite in der Spieleröffnung

Aber unglücklich wirkte er nicht, auch wenn er mit der deutschen Nationalmannschaft auch im vierten Vorbereitungsspiel für die WM (ab 3. Mai LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) auf ein Erfolgserlebnis wartet.

"Wir haben uns wieder gesteigert. Aber wir wissen, dass wir uns noch steigern müssen, vor allem, was die Abstimmung angeht", sagte der Keeper im Gespräch mit SPORT1.

Denn bei der Niederlage offenbarte die deutsche Mannschaft wie bereits am Vortag Defizite in der Spieleröffnung.

Defensive überfordert

Zudem wirkte die junge und international sehr unerfahrene Defensive des Öfteren überfordert und nach der intensiven Trainingswoche in Regensburg müde.

"Wir hatten im ersten Drittel schwere Beine, aber das wurde im zweiten und dritten Drittel immer besser", sagte Marcel Müller im Gespräch mit SPORT1.

Im Vergleich zum 1:3 in Regensburg hatte Bundestrainer Pat Cortina seinen Kader auf vier Positionen verändert. Für Dennis Endras hütete Jochen Reimer den Kasten, zudem ersetzten Benedikt Kohl, Patrick Reimer und David Wolf Nikolai Goc, Rene Röthke und Matthias Plachta.

Zufriedener Cortina

Und Reimer sah sich bereits früh gefordert. Die Tschechen spielten ihre läuferische und technische Überlegenheit aus, während die DEB-Auswahl mit viel Kampf dagegen hielt.

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"Ich bin mit dem Einsatz und der Leidenschaft, mit der meine Mannschaft gespielt hat, sehr zufrieden. Es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Die Leistung war positiv, aber leider das Ergebnis nicht", sagte Cortina.

Dennoch sprangen gerade zu Beginn gute Einschusschancen für die Tschechen heraus (6., 8., 10.), die der Keeper des EHC Red Bull München allerdings vereitelte (SERVICE: Alles zur Eishockey-WM 2013 auf der SPORT1-Facebook-Seite)..

"Scheibe selbst reingelegt"

Bei der deutschen Mannschaft dauerte es hingegen bis zur zehnten Minute ehe Christoph Ullmann den ersten Schuss aufs Gäste-Tor abgab. Der Mannheimer Stürmer war es auch, der in den ersten 20 Minuten die größte deutsche Möglichkeit besaß, vergab aber in Überzahl (19.).

Im zweiten Abschnitt zogen die Tschechen das Tempo noch etwas an, und so dauerte es nur bis zur 23. Minute, ehe sich die deutsche Mannschaft im Hintertreffen sah. Hertl überwand Jochen Reimer und traf zum 0:1 aus deutscher Sicht.

Und der Keeper stand weiter im Mittelpunkt, verhinderte aber mit starken Paraden das 0:2, als er zweimal gegen Sekac (27., 28.) zur Stelle war. Allerdings sah Jochen Reimer beim 0:2 alles andere als gut aus, als ein Schuss von der Seite von ihm ab ins Tor prallte (28.).

"Ich habe mir die Scheibe selbst reingelegt. Ich wusste, dass die Tschechen immer wieder zurück auf den kurzen Pfosten gehen und wollte das verhindern. Dann ist der Puck gegen mich und rein."

Moral gezeigt

Nach der Zwei-Tore-Führung schienen die Gäste einen Gang zurückzuschalten und der DEB-Auswahl gelang es, das Spiel an sich zu reißen.

"Das war eine gute Reaktion. Wir haben nach dem zweiten Gegentor Moral bewiesen und von da an noch besser gespielt", sagte Cortina bei SPORT1.

Zunächst scheiterte Kapitän Michael Wolf am Außennetz (31.). Nur wenige Sekunden machte es Müller besser, als er einen Pass vor den Kasten von Thomas Greilinger über die Linie drückte (32.).

DEB-Team am Drücker

Die DEB-Auswahl blieb am Drücker, konnte sich phasenweise im gegnerischen Drittel festsetzen. Greilinger verpasste mit einer Doppelchance (40.) aber den Ausgleich.

Im Schlussabschnitt rissen die Tschechen - auch bedingt durch Strafzeiten der DEB-Auswahl - das Geschehen wieder an sich.

Das 1:3 durch Pech (49.) war nur die logische Folge.

Zwar gab die Cortina-Truppe angefeuert von 4059 Zuschauern nicht auf, ein weiteres Erfolgserlebnis wollte ihr aber nicht mehr gelingen.

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