Das DEB-Team geht beim WM-Test unter. Müller entschuldigt sich bei SPORT1 - und prügelt sich. Kink sieht "gute Sachen".

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Krefeld - 13 Tage vor dem WM-Auftakt hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ein Debakel erlebt.

Das Team von Bundestrainer Pat Cortina kassierte in Krefeld in seinem viertletzten Testspiel eine 0:8 (0:6, 0:2, 0:0)-Pleite gegen Schweden.

Bei der fünften Niederlage im fünften Vorbereitungsspiel auf die Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland (3. bis 19. Mai LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) bot die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes eine desolate Leistung.

Müller: "Absolute Sch..."

"Da fällt einem nix zu ein", klagte der sichtlich verstörte Schweden-Legionär Marcel Müller bei SPORT1: "Wir haben heute absolute Sch... gespielt. Wir können uns nur bei allen Zuschauern entschuldigen. Das kann man nicht erklären, das kann man nicht entschuldigen." (SERVICE: Alles zur Eishockey-WM 2013 auf der SPORT1-Facebook-Seite)

Jonas Andersson (5.), Fredrik Pettersson (12.), Tobias Viklund (15.), Jonas Ahnelöv (15.), der Düsseldorfer DEL-Profi Calle Ridderwall (16.), Pär Arlbrant (20.), Dick Axelsson (21.) und Simon Hjalmarsson (36.) erzielten vor 5500 Zuschauern die Tore für den achtmaligen Weltmeister, der noch ohne seine NHL-Stars antrat.

Erinnerungen an Norwegen

Beim DEB-Team, das am Sonntag (14.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) in Frankfurt/Main erneut gegen Schweden antritt, fehlten noch die Spieler der DEL-Finalisten Eisbären Berlin und Kölner Haie.

Es war die höchste Niederlage gegen die Tre Kronor seit 1984 und erinnerte an das WM-Desaster im vergangenen Jahr mit dem 4:12 gegen Norwegen und dem 1:8 gegen Tschechien.

Dabei sollte das Spiel in Krefeld eigentlich ein Grund zum Feiern sein.

Mit der Partie und einem Empfang am Freitag bei der Stadt erinnerte der DEB an seine Gründung vor 50 Jahren. Am 16. Juni 1963 war der Verband in Krefeld ins Leben gerufen worden.

Rabenschwarzer Auftakt

Die DEB-Auswahl, die schon mit dem historischen Olympia-Aus im Februar ihr Image ramponiert hatte, erwischte ein rabenschwarzes Auftaktdrittel.

Die Schweden spielten mit den Cortina-Schützlingen Katz und Maus und trafen nach Belieben. Gleich im ersten Überzahlspiel der deutschen Mannschaft fiel das Tor schon auf der falschen Seite.

Nach dem 2:0 in der zwölften Minute war fast jeder Schuss der Tre Kronor ein Treffer: Zwischen dem ersten Powerplay-Tor der Schweden und dem 5:0 lagen nur 98 Sekunden.

Mit ABBA zum Waterloo

Die Fans in Krefeld forderten: "Wir wollen euch kämpfen sehen!" und feuerten demonstrativ ihren KEV an.

Die Arena-Regie spielte "Waterloo" von ABBA ein. Von der "harten Arbeit" und "disziplinierten Defensive", die Cortina gefordert hatte, war nichts zu sehen.

Der Bundestrainer erlöste Torhüter Dennis Endras nach dem ersten Durchgang. Der Mannheimer, in den vergangenen Jahren die unumstrittene Nummer eins, hatte einen ganz schlechten Tag erwischt.

Doch auch seinem Nachfolger Jochen Reimer vom EHC München erging es zunächst nicht besser: Schon nach 29 Sekunden hatte der erste Schuss auf sein Tor eingeschlagen.

Müller prügelt sich

Weil die Schweden danach einen Gang zurückschalteten, konnte sich das DEB-Team ein wenig befreien.

In der 34. Minute kam der Mannheimer Frank Mauer zur ersten echten Torchance der Gastgeber, von den Zuschauern gab es lautstarken Beifall. Das nächste Tor fiel aber wieder auf der anderen Seite.

Für den Höhepunkt aus deutscher Sicht sorgte Müller, der sich mit Viklund eine handfeste Schlägerei lieferte (38.). "Endlich spielt ihr Eishockey", riefen die Fans.

Warten auf die Finalisten

Cortina hat für die WM noch zehn Spieler auf dem Zettel, die derzeit in den DEL-Finals auf dem Eis stehen.

Sie könnten, wenn es keine Absagen gibt, frühestens zu den letzten beiden Testspielen am 26. und 27. April in der Schweiz zur Nationalmannschaft stoßen.

Offen ist noch, ob die NHL-Profis Christian Ehrhoff (Buffalo Sabres) und Marcel Goc (Florida Panthers), die die Playoffs verpasst haben, bei der WM zur Verfügung stehen. Die WM beginnt am 3. Mai in Helsinki gegen Co-Gastgeber Finnland.

"Darauf müssen wir aufbauen"

Mit Blick auf Cortinas Vorbereitungsplan auf das Turnier mühte sich Flügelspieler Marcus Kink nach dem Debakel bei SPORT1 um Beschwichtigung: "Unser Fokus ist auf die WM gerichtet."

Und auch gegen Schweden habe es "gute Sachen" gegeben: "Darauf müssen wir aufbauen."

Er meinte das ernst.

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