Nach der 0:8-Klatsche zeigt sich die DEB-Auswahl hellwach und sichert sich mit einem Doppelschlag im 2. Drittel den Sieg.

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Frankfurt/Main - Nach ihrem "Waterloo" hat sich die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft eindrucksvoll zurückgemeldet und die größten Sorgen vor der WM zerstreut.

24 Stunden nach dem 0:8-Debakel revanchierte sich das Team von Bundestrainer Pat Cortina gegen Schweden mit einem 5:2 (1:2, 2:0, 2:0)-Erfolg.

Beim ersten Sieg gegen den achtmaligen Weltmeister seit acht Jahren betrieb die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) auf überzeugende Art und Weise Wiedergutmachung.

"Das tut unheimlich gut. Gestern war ein harter Tag für uns. Ich muss der Mannschaft ein Riesen-Kompliment aussprechen. Heute haben wir brutal gefightet", sagte DEB-Keeper Dennis Endras bei SPORT1.

Und Cortina sagte: "Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben. Diese Leistung war schon eher so, wie ich sie mir vorstelle. Das gibt Selbstbewusstein. Aber es war nur ein Schritt. Wir müssen auf dem Boden bleiben."

Fünf Tore, fünf Torschützen

Zwölf Tage vor dem WM-Start sicherten der Hamburger Patrick Köppchen (19.), die Mannheimer Christoph Ullmann (32.), Frank Mauer (34.) und Nicolai Goc (59.) sowie Patrick Hager vom ERC Ingolstadt (42.) mit ihren Toren den ersten Erfolg im sechsten Vorbereitungsspiel (SERVICE: Alles zur Eishockey-WM 2013 auf der SPORT1-Facebook-Seite).

Für die Tre Kronor, die noch auf ihre Stars aus der NHL verzichten mussten, trafen Simon Hjalmarsson (18.) und Tom Nilsson (20.).

Völlig neuer WM-Kader?

Für die Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland (3. bis 19. Mai) hofft Cortina vor allem noch auf Verstärkung aus den Reihen der DEL-Finalisten Eisbären Berlin und Kölner Haie. Zehn Spieler hat er auf seinem WM-Zettel.

"Ich hoffe, dies ist nicht die Mannschaft, die bei der WM spielt", sagte der Bundestrainer.

Keine Prognose für die WM

Auch die Nationalspieler wissen nach dem bitteren Olympia-Aus im Februar und den wechselhaften Leistungen der letzten Wochen selbst noch nicht, wo sie stehen und was sie bei der WM erwartet.

"Wir müssen schauen, wer noch aus dem Finale dazustößt. Erst dann kann man eine Prognose abgeben", sagte Schweden-Legionär Marcel Müller.

Schnelles Tor für Schweden

Vor 3152 Zuschauern in Frankfurt ging die DEB-Auswahl viel aggressiver und konzentrierter zu Werke als tags zuvor in Krefeld.

Schon in den ersten Minuten erspielte sie sich mehr Torchancen als im ganzen ersten Duell. Diesmal steckte sie den Rückstand schnell weg und glich nur 76 Sekunden später durch ein Überzahltor von Köppchen aus.

"Haben aufgehört zu spielen"

Torhüter Endras, der am Samstag noch einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, parierte mehrmals glänzend. Seine Vorderleute waren diesmal ein ebenbürtiger Gegner und gingen durch zwei Powerplay-Tore von Ullmann und Mauer in Führung.

"Es geht nicht darum, wie viel Talent du hast, sondern um Teamchemie, Engagement und Kampfgeist", sagte Cortina, "heute hatten wir Erfolg, weil wir hart gearbeitet haben."

Der sportliche Offenbarungseid am Samstag hatte alle Alarmglocken schrillen lassen. Ohne Kampf, ohne Leidenschaft und ohne jegliche taktische Disziplin ergab sich die DEB-Auswahl in ihr Schicksal. Nach dem frühen 0:1 bei eigener Überzahl fiel die Mannschaft nach dem zweiten Gegentor völlig in sich zusammen.

"Wir haben aufgehört zu spielen", sagte Cortina: "Der Widerstand ging gegen Null."

Gespräche mit den NHL-Akteuren

Am Ende stand die höchste Niederlage gegen die Tre Kronor seit 1984. Die Arena-Regie spielte immer wieder "Waterloo" von ABBA ein.

Als Müller sich im Mittelabschnitt einen Boxkampf lieferte, riefen die Fans: "Endlich spielt ihr Eishockey."

Offen ist noch, ob die NHL-Profis Christian Ehrhoff (Buffalo Sabres) und Marcel Goc (Florida Panthers), die die Playoffs verpasst haben, bei der WM zur Verfügung stehen.

"Sie haben nicht nein gesagt, aber auch noch nicht ja. Ich werde Anfang der Woche mit ihnen sprechen", kündigte Cortina an.

"WM wird brutal hart"

Die WM beginnt am 3. Mai in Helsinki gegen Co-Gastgeber Finnland (3. bis 19. Mai LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de). Bei den letzten beiden Testspielen am 26. und 27. April in der Schweiz werden sie auf jeden Fall noch fehlen.

"Die WM wird brutal hart für uns. Wir spielen wahrscheinlich gegen den Abstieg. Wir wollen einfach Punkte einfahren. Und so ein Sieg wie heute gibt Selbstvertrauen", erklärte Endras: "Erst einmal nicht absteigen, und nach oben setzen wir uns keine Grenzen."

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