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Ehrhoff (r.) und Goc (M.) spielten bei der Heim-WM 2010 gemeinsam für Deutschland © imago

Vor den WM-Generalproben sorgen die beiden NHL-Cracks für Optimismus im DEB-Team. Bei Keeper Endras ist der Spaß zurück.

München - Christian Ehrhoff sagte Ja, bevor er überhaupt gefragt wurde.

Marcel Goc zog nach - und plötzlich ist die Nationalmannschaft wieder in bei den deutschen Eishockeyprofis.

"Sie haben ein Beispiel gegeben", sagte Bundestrainer Pat Cortina, für den sich in kürzester Zeit viele Probleme in Luft auflösten.

Nach zahlreichen Absagen in den vergangenen Monaten haben die wichtigsten Spieler ihr Ja-Wort für die WM in Schweden und Finnland (ab 3. Mai LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) gegeben.

WM noch wichtiger nach dem Olympia-Aus

"Abzusagen wäre falsch gewesen", sagte NHL-Profi Ehrhoff: "Gerade nach der verpassten Olympia-Quali ist es umso wichtiger, eine gute WM zu spielen. Ich will dabei mithelfen." (SERVICE: Alles zur Eishockey-WM 2013 auf der SPORT1-Facebook-Seite)

Der Verteidiger der Buffalo Sabres hatte ebenso wie Stürmer Goc mit den Florida Panthers die Playoffs in der NHL verpasst - und dann nicht lange überlegt: "Für mich war klar, dass ich mitspiele." (BERICHT: Neue Hoffnung dank Ehrhoff)

Nur Braun sagt ab

Das Ja der beiden NHL-Profis hatte Folgen: Von den DEL-Finalisten Eisbären Berlin und Kölner Haie gab nur Meister-Verteidiger Constantin Braun Cortina einen Korb (BERICHT: 23 aus 29: Cortina sucht die richtige Kombination).

Zehn andere nahmen die Einladung an und bilden bei den letzten beiden Testspielen am Freitag (ab 19.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Langenthal und am Samstag (17.45 Uhr) Rapperswil gegen die Schweiz schon das Gerüst der Nationalmannschaft.

Acht Stützen für das DEB-Team

Ob alle zehn am nächsten Dienstag mit nach Helsinki fliegen, ließ der Bundestrainer noch offen. "Ich werde sehen, wie sie drauf sind", sagte Cortina.

Die Berliner Rob Zepp, Jens Baxmann, Frank Hördler und Andre Rankel gehören ebenso wie die Kölner Moritz Müller, Philip Gogulla, Felix Schütz und John Tripp seit Jahren zum Stamm der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Haie-Torhüter Danny aus den Birken und sein Klubkollege Torsten Ankert sind dagegen mit bislang drei bzw. fünf Länderspielen praktisch Neulinge.

Zwar fehlt Hördler gegen die Schweiz krankheitsbedingt, bis zur Abreise der Nationalmannschaft nach Helsinki hofft der Verteidiger wieder fit zu sein.

Cortinas Befürchtungen bleiben aus

Cortinas Befürchtungen, es könnte nach dem DEL-Finale wie im Vorjahr bei seinem Vorgänger Jakob Kölliker Absagen hageln, bestätigten sich nicht. "Ich bin extrem glücklich darüber", sagte der 48-Jährige, "die Spieler verstehen, dass wir sie brauchen."

Nicht nur die deutlich verbesserte Personalsituation hat die Stimmung im DEB-Team, die noch vor wenigen Tagen im Keller war, aufgehellt.

Der Spaß ist zurück

Auch der 5:2-Sieg gegen den achtmaligen Weltmeister Schweden am vergangenen Sonntag sorgte wieder für Optimismus. "Wir haben zuletzt immer einen vor den Latz gekriegt. Mit dem Sieg macht es jetzt wieder mehr Spaß", sagte Torhüter Dennis Endras.

Bei den beiden letzten Tests in der Schweiz soll dieser Aufwärtstrend bestätigt werden, "damit wir mit einem guten Gefühl nach Finnland fliegen", so der Mannheimer Goalie.

Sechs werden ausgesiebt

Erst in Helsinki werden Ehrhoff und Goc zur Mannschaft stoßen - einen Tag, bevor am 3. Mai das Auftaktspiel gegen Co-Gastgeber Finnland ansteht.

"Sie sind sehr wichtig für dieses Team", sagte Cortina, der Anfang nächster Woche noch eine schwere Entscheidung fällen muss.

Von den 29 Spielern, die er für die Schweiz-Spiele nominiert hat, muss er am Montag sechs streichen. Das WM-Aufgebot umfasst inklusive Ehrhoff und Goc 25 Akteure.

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