Trotz der verpatzten Generalprobe geht der Bundestrainer optimistisch in die WM. Eine unangenehme Aufgabe wartet noch auf ihn.

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München/Rapperswil - Die WM-Generalprobe misslang, die Ergebnisse stimmten noch nicht, doch Eishockey-Bundestrainer Pat Cortina machte sich keine Sorgen.

"Wie wir kollektiv in der Defensive gespielt haben, war gut", stellte der 48-Jährige nach den letzten Testspielen in der Schweiz vor der Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland (ab 3. Mai LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) fest: "Die Torhüter waren stark. Ich bin sehr zufrieden."

Beim 1:2 nach Verlängerung und 2:3 nach Penaltyschießen fehlte nur noch die Durchschlagskraft in der Offensive. Lediglich eine Frage der Zeit, meinte Cortina: "Wir haben in dieser Konstellation nur einen Tag zusammen trainiert, deshalb bin ich nicht besorgt. Die Reihen werden sich finden, die Chemie wird kommen."

Cortina lobt Einstellung

Dass nach insgesamt acht WM-Vorbereitungsspielen nur ein Sieg zu Buche stand, brachte den Italo-Kanadier nicht aus der Ruhe.

"Alle haben mit großer Leidenschaft gespielt", lobte Cortina und versprach mit Blick auf den WM-Auftakt am Freitag in Helsinki gegen den Co-Gastgeber Finnland: "Wir werden die richtige Mischung aus Jugend und Erfahrung, aus Größe und Geschick, aus Defensivstärke und Offensivkraft haben."

Bis dahin stoßen auch die NHL-Profis Christian Ehrhoff (Buffalo Sabres) und Marcel Goc (Florida Panthers) zum Team.

Montag erfolgt Nominierung

Vorher hat der Bundestrainer aber noch die unangenehme Aufgabe, fünf Spieler auszusortieren. "Es ist eine harte Entscheidung, die Spieler haben es mir sehr schwer gemacht", sagte Cortina, der am Montag seinen 25-köpfigen WM-Kader bekannt geben wird (SERVICE: Alles zur Eishockey-WM 2013 auf der SPORT1-Facebook-Seite).

"Wir müssen ein Mosaik zusammenstellen. Einige Teile sind sehr schön, passen aber nicht in das Gesamtbild", erklärte er, "wenn ich einen nach Hause schicke, heißt das nicht, dass er kein guter Eishockeyspieler ist."

Hördler und Zepp angeschlagen

Offen ist noch, ob die beiden Berliner Meisterspieler Frank Hördler und Rob Zepp zur Verfügung stehen. Beide fehlten bei den letzten Tests in Langenthal und Rapperswil aus gesundheitlichen Gründen.

Verteidiger Hördler hofft, seine Erkrankung rechtzeitig überwunden zu haben. Torhüter Zepp laboriert an einer Leistenverletzung. "Er will kommen, wenn sein Körper mitspielt", sagte Cortina: "Aber er will sicher sein, dass er bei 100 Prozent ist."

Torhüter-Position stark besetzt

Selbst wenn Zepp ausfallen sollte, dürfte es im Tor die wenigsten Probleme geben. Sowohl der Mannheimer Dennis Endras, seit Jahren die Nummer eins, als auch der Kölner Danny aus den Birken, der vor seinem ersten großen Turnier steht, überzeugten in der Schweiz mit starken Leistungen.

"Er hat sehr gut gehalten", lobte Haie-Verteidiger Moritz Müller seinen Klubkollegen aus den Birken, der erst zum zweiten Mal im DEB-Tor gestanden und gleich vier Schweizer Penaltys abgewehrt hatte.

Moral stimmt

Mut machte auch die Moral der Mannschaft. Bei der Generalprobe am Samstag lag sie sechs Minuten vor Schluss mit 0:2 zurück, kam durch Frank Mauer und Kapitän Michael Wolf aber noch zum Ausgleich.

"Wir haben ein super Comeback gezeigt", meinte aus den Birken. Und Verteidiger Nikolai Goc stellte fest: "Wir haben in den letzten 20 Minuten Gas gegeben, sind viel gelaufen und haben einfach gespielt. Das kommt dabei heraus, wenn man läuferische und kämpferische Qualität an den Tag legt."

Wenn die DEB-Auswahl am Dienstag nach Helsinki fliegt, werden Ehrhoff und Goc noch fehlen. Sie sollen am Donnerstag zum Team stoßen und "die Qualität noch einmal anheben und die Mannschaft führen", sagte Cortina.