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Christian Ehrhoff spielt bereits seit zehn Jahren in der NHL © imago

Die NHL-Stars Ehrhoff und Goc stoßen einen Tag vor dem Auftakt gegen Finnland zum DEB-Team. Cortina bestimmt Ehrhoff zum Kapitän.

Aus Helsinki berichtet Rainer Nachtwey

Helsinki - Der Puck knallte gegen die Unterkante der Latte und schlug im Tornetz ein. Marcel Goc entfährt ein langgezogenes "Woohoo".

Christian Ehrhoff hatte soeben abgezogen und Keeper Dennis Endras mit dem Schlenzer aus dem Handgelenk überwunden.

Um 13:25 Uhr waren die beiden deutschen Hoffnungsträger am Flughafen von Helsinki gelandet, keine vier Stunden später standen sie erstmals mit ihren Teamkollegen auf dem Eis.

"Es war ganz gut für die Beine", sagte Goc bei SPORT1, "denn die Reise steckt noch in den Knochen. Ich habe ein bisschen Jetlag."

Nun gilt es für die beiden, sich zu akklimatisieren, die Abstimmung mit ihren Mitspielern zu finden, um beim Turnierauftakt gegen Gastgeber Finnland (Fr., 19.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) für eine Überraschung sorgen zu können.

Ehrhoff: "Finnen klarer Favorit"

"Mit einigen spiele ich zum ersten Mal und kenne sie noch nicht wirklich", führte Goc weiter aus.

Als klarer Außenseiter geht die DEB-Auswahl in das Duell mit dem Co-Ausrichter, vor allem nach der enttäuschenden letzten WM und der verpassten Olympia-Qualifikation.

"Die Finnen gehen als klarer Favorit in die Partie. Das wird ein ganz harter Brocken", stellte Ehrhoff die Rollen vor dem Turnierstart bei SPORT1 klar. "Sie werden vor ihrem Heimpublikum von Beginn an Gas geben, da heißt es für uns wach sein und defensiv gut stehen."

Finnen zeigen Respekt vor NHL-Profis

Finnische Medienvertreter hatten sich zum Training in die unterirdische Eishalle neben der Austragungsstätte Hartwall Areena begeben, um die beiden zu beobachten.

"Ehrhoff, Goc" sagte der Kameramann ehrfurchtvoll zu seinem Kollegen, als dieser ihn auf NHL-Spieler ansprach.

Damit hat die DEB-Auswahl den Finnen sogar eines voraus. Die Gastgeber bieten mit Lauri Korpikoski nur einen Nordamerika-Profi auf.

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"Ihr habt zwei NHL-Spieler, also seid Ihr Favorit", widersprachen die finnischen Journalisten Ehrhoff.

Bayern als Motivationshilfe

Während der Blueliner und Goc gerade erst in Finnland angekommen sind, befindet sich die Auswahl von Bundestrainer Pat Cortina bereits seit Dienstag in der Hauptstadt.

Am Mittwochabend hatte die Mannschaft noch geschlossen das Spiel des FC Bayern in Barcelona verfolgt - als Teambuildingsmaßnahme.

Beim Training wirkten die Spieler konzentriert, Cortina unterbrach das Training selten, und seine Mannschaft hörte aufmerksam zu, wenn der Coach an der Taktiktafel die Übungen erklärte.

[kaltura id="0_cjioiwsg" class="full_size" title="Die sch nsten Momente der WM 2010"]

Beim Auftakt erwartet Trainer Pat Cortina eine disziplinierte Mannschaft, die zuerst ihre Defensivaufgaben erledigt und Leidenschaft - "Passion" wie der Italo-Kanadier es immer aus einem Mix aus Deutsch und Englisch nennt.

Gegen die Finnen gilt es für die DEB-Auswahl auch darum, Wiedergutmachung für die WM 2012 und das Quali-Aus für Sotschi 2014 zu sorgen und den bei den Fans verspielten Kredit zurückzugewinnen.

Kapitän Ehrhoff will vorangehen

Eine Personal-Entscheidung gab Cortina dann auch gleich nach dem Training bekannt - die des Kapitäns. Wenig überraschend vergab er das C auf der Brust an Ehrhoff.

Und der neue Captain unterstrich bei SPORT1 seine Ambitionen. "Ich möchte einer der Führungsspieler sein", sagte er.

"Die Jungs werden bestimmt auf mich schauen und ich will mit gutem Beispiel vorangehen. So war es ja auch bei mir als ich zur Nationalmannschaft gekommen bin. Da habe ich auch zu Marco Sturm aufgeschaut."

Quartett muss zunächst zuschauen

Dabei werden die beiden Jüngsten im Team, Peter Lindlbauer und Marcel Noebels gegen Finnland noch zuschauen müssen, denn Cortina meldete vorerst nur 19 Spieler plus zwei Torhüter.

Neben Lindlbauer und Noebels werden gegen Finnland der Krefelder Stürmer Daniel Pietta und Keeper Danny aus den Birken von den Kölner Haien zusehen.

Cortina will sich noch Spielraum für mögliche Nachnominierungen aufgrund von Verletzungen lassen (SERVICE: Alles zur Eishockey-WM 2013 auf der SPORT1-Facebook-Seite).

Ehrhoff will NHL-Frust vergessen

Für den Auftakt sieht sich Ehrhoff trotz der anstrengenden Saison mit 48 NHL-Spielen in 98 Tagen gut gerüstet.

"Die Playoffs wären ja auch zu der Zeit, also kann ich auch die WM spielen", sagte der Verteidiger der Buffalo Sabres, mit denen er die Playoffs verpasst hatte. "Das war eine Riesenenttäuschung. So sollte die Saison nicht enden."

Gegen die Finnen kann er dazu beitragen, dass die WM nicht mit einer Enttäuschung beginnt. Am besten er sorgt mit einem Schlenzer unter die Latte wieder für Jubelschreie bei Marcel Goc.

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