Die Cortina-Truppe bezwingt Österreich und macht einen großen Schritt Richtung Nichtabstieg. Der Traum vom Viertelfinale lebt.

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Aus Helsinki berichten Rainer Nachtwey, Jonas Beck,Sascha Bandermann undRick Goldmann

Helsinki - Es war alles andere als schön anzusehen, aber immerhin hat das Ergebnis gestimmt:

Der deutschen Nationalmannschaft ist bei der 77. Eishockey-Weltmeisterschaft in Helsinki und Stockholm (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) die Revanche für das Cordoba on Ice geglückt.

Das DEB-Team feierte nach drei Niederlagen zuvor ihren ersten Sieg in der Vorrunde, darf weiter von der Viertelfinalteilnahme träumen und nahm einen riesigen Schritt in Richtung Nichtabstieg.

Gegen Österreich gewann die Auswahl von Bundestrainer Pat Cortina vor 6820 Zuschauern mit 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) und rangiert in der Tabelle mit 4 Punkten vor Frankreich und Team Austria (jeweils 3) sowie Lettland (0) auf dem fünften Platz.

Doppelpack von Kink

Zu Rang vier, der für das Viertelfinale berechtigt, fehlt der DEB-Truppe zwei Punkte auf die USA, die am Abend ihr viertes Vorrundenspiel gegen Gastgeber Finnland bestreitet. ( 713319 DIASHOW: Die Bilder der WM 2013 )

Marcus Kink hatte die deutsche Mannschaft mit seinem zweiten Tor bei dieser WM nach schwachen 37 Minuten in Führung gebracht, acht Sekunden vor Schluss machte er mit einem technischen Tor den Sieg perfekt.

Kink war von einem österreichischen Verteidiger auf dem Weg zum leeren Tor gefoult worden.

Wenn der Torwart das Gehäuse zugunsten eines weiteren Feldspielers verlässst und der Angreifer auf dem Weg zum leeren Tor "von hinten gefoult" wird, dann bekommt das Team des gefoulten Spielers einen Treffer zugesprochen. Allerdings darf sich dabei kein Gegenspieler mehr zwischen ihm und dem Tor befinden. (NEWS: Das ist ein technisches Tor)

"Die Mannschaft ist gut drauf"

"Alles, was zählt, sind die drei Punkte. Darauf können wir aufbauen", sagte Matchwinner Kink bei SPORT1: "Das Spiel war okay, Österreich hat clever gespielt. Wir haben aber defensiv gut gestanden. Das war der Schlüssel zum Erfolg."

Der Kölner Felix Schütz richtete den Blick schon nach vorne: "Die Mannschaft ist gut drauf - vielleicht klappt's ja noch mit dem Viertelfinale."

Zepp im Tor

Trotz der unglücklichen Aktionen im Slowakei-Spiel hielt Cortina an Rob Zepp als Nummer 1 fest, und der Keeper bestätigte die Wahl des Bundestrainers mit zahlreichen guten Paraden.

"Wir haben zu null gespielt. Das war auch ein Riesenverdienst von Rob, der super gehalten hat", lobte Kink seinen Goalie.

Zudem hatte Cortina in der Verteidigung eine Umstellung vorgenommen. Der nachnominierte Justin Krueger ersetzte Benedikt Kohl, Cortina beließ es somit bei sieben Verteidigern und 13 Stürmern.

Schwacher Auftakt

Aber die Veränderung wirkte sich nur negativ aus. Die deutsche Mannschaft präsentierte sich nervös, spielte zu kompliziert und brachte den Puck kaum zum gegnerischen Tor. Immerhin vergaben die Österreicher ihre guten Einschussmöglichkeiten.

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Bereits nach 38 Sekunden bot sich Thomas Raffl die Chance zur österreichischen Führung, als er nach einem langen Pass allein auf Keeper Rob Zepp zulief.

Auf deutscher Seite verpasste Felix Schütz nach einem Pass von Christian Ehrhoff das 1:0, als er am langen Pfosten den Puck nicht richtig traf (2.) und Österreichs Keeper Bernhard Starkbaum noch rechtzeitig zur Stelle war.

Anschließend scheiterten Österreichs Starstürmer Thomas Vanek und Raphael Herburger mit einer Doppelchance (5.). ( 710835 DIASHOW: Der deutsche WM-Kader )

Zepp ganz stark

Nach chancenreichen ersten fünf Minuten nahm das Niveau weiter ab. Die Österreicher erkämpften sich ihre Möglichkeiten, auch weil die DEB-Auswahl mit technischen Fehlern die Österreicher einlud.

Keeper Zepp war es zu verdanken, dass die deutsche Mannschaft nicht in Rückstand geriet. Zunächst parierte er gegen Thomas Koch (13.), anschließend verhinderte der Berliner zweimal gegen Raffl (17., 20.) und Manuel Latusa (20.) das 0:1.

Das einzig Positive nach dem schlechtesten Drittel ihres bisher gespielten Turniers war das Ergebnis von 0:0.

Österreich bleibt dominant

Wer auf eine Besserung im zweiten Durchgang gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die deutsche Mannschaft fand nicht zu ihrem Spiel, der Wille und die Leidenschaft, die sie in den ersten drei Spielen gegen die Topnationen an den Tag gelegt hatte, waren nicht zu erkennen.

So dauerte es bis zur 32. Minute ehe die DEB-Auswahl vor den Kasten der Österreicher kam - allerdings nur unter der Mithilfe von David Schuller, der wegen Haltens gegen Ehrhoff auf der Strafbank saß.

Mit der Überzahl fand die DEB-Auswahl etwas besser ins Spiel, die Führung durch Kink (37.) kam dann doch überraschend.

John Tripp eroberte im Mitteldrittel den Puck, Kink schnappte sich die Scheibe ging durch drei Österreicher hindurch und überwand Starkbaum aus kurzer Distanz.

Hager trifft die Latte

Nur zwei Minuten später verpasste Patrick Hager nachzulegen, als er nach einem Alleingang mit seinem Schuss an der Latte scheiterte.

Kampf und Krampf setzen sich auch im Schlussdrittel fort, allerdings ergriff die DEB-Auswahl mehr die Initiative und ließ kaum Chancen der Österreicher zu.

Selbst eine Strafe gegen Felix Schütz wegen Haltens verhalf den Österreichern zwölf Minuten vor Ende nicht ins Spiel zurück. Vielmehr zeigte sich Starstürmer Vanek frustriert und beendete Österreichs Überzahl-Situation durch einen Cross-Check gegen Torschütze Kink.

Erster WM-Shutout für Zepp

92 Sekunden vor Schluss musste die DEB-Auswahl noch einmal zittern. Torsten Ankert kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe, aber Zepp parierte die verzweifelten Angriffe der Österreicher und hielt seinen ersten WM-Shutout fest.

Kink macht mit einem technischen Tor acht Sekunden vor Schluss den Deckel drauf.

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