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Goalie Rob Zepp (r.) spielt in der DEL für den Deutschen Meister Eisbären Berlin © imago

Trotz der eher schwachen Partie gelingt der Cortina-Truppe der erste Dreier gegen Österreich. Der Abstieg ist kein Thema mehr.

Aus Helsinki berichten Rainer Nachtwey, Jonas Beck,Sascha Bandermann undRick Goldmann

Helsinki - Die Erleichterung war den deutschen Spielern anzusehen.

Strahlend stand Marcus Kink vor den Mikrofonen und erfreute sich am 2:0-Sieg über Österreich (Bericht).

"Alles was zählt sind die drei Punkte", sagte der zweifache Torschütze bei SPORT1.

Nach den drei Niederlagen zum Auftakt der WM (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) trotz starker Vorstellungen gegen die Topteams Finnland, Russland und Slowakei war der Erfolg im Duell mit Aufsteiger Österreich besonders wertvoll.

"Zu viele Zweikämpfe verloren"

Auch wenn die DEB-Auswahl diesmal an ihre guten Leistungen nicht anknüpfen konnte. "Der Sieg ist enorm wichtig für das Selbstvertrauen", meinte Andre Rankel im Gespräch mit SPORT1: "Wir wissen, dass wir besser spielen können."

Die Truppe von Bundestrainer Pat Cortina tat sich zu Beginn sehr schwer ihren Rhythmus zu finden, wirkte müde, fand nicht zu ihren Stärken. ( 713319 DIASHOW: Die Bilder der WM 2013 )

"Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren, dann wird es schwer", sagte Patrick Hager gegenüber SPORT1: "Aber wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen."

Bis zum erlösenden Führungstreffer quälte sich die deutsche Mannschaft 37 Minuten lang gegen die frischer wirkenden Österreicher, obwohl die Truppe von Coach Manny Viveiros tags zuvor noch das schwere Spiel gegen Lettland zu bestreiten hatte.

Zepp nicht zu überwinden

"Wir waren mental müde. Österreich war die bessere Mannschaft", erkannte Cortina, und Verteidiger Frank Hördler meinte: "Die Österreicher haben das clever gemacht. Sie sind sehr viel gelaufen und haben es uns schwer gemacht, Druck auf sie auszuüben."

Dass die DEB-Auswahl nicht in Rückstand geriet, dafür konnten sie sich bei Rob Zepp bedanken. ( 710835 DIASHOW: Der deutsche WM-Kader )

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Der Berliner Keeper, der gegen die Slowakei bei zwei Toren nicht gut ausgesehen hatte (Bericht), rechtfertigte Cortinas Vertrauen und bestätigte den Coach mit seinem ersten WM-Shutout.

Gleich zu Beginn parierte der Keeper gegen den durchgebrochenen Thomas Raffl und auch Österreichs Superstürmer Thomas Vanek brachte den Puck nicht am Berliner vorbei. "Zepp hat herausragend gehalten", lobte der Bundestrainer seine Nummer 1.

Kinks Treffer löst die Blockade

Mit Kinks Führungstreffer schien sich die Blockade bei der deutschen Mannschaft zu lösen. Sie spielte befreiter auf, stand in der Defensive sicherer und ließ kaum noch Chancen der Österreicher zu.

"Es freut mich, dass ich dem Team mit den zwei Toren helfen konnte", meinte Kink, der acht Sekunden vor Ende auf dem Weg zum 2:0 war, ehe er von hinten von den Beinen geholt wurde.

Die Schiedsrichter entschieden auf technisches Tor, nachdem Österreichs Goalie Bernhard Starkbaum den Kasten für einen sechsten Feldspieler verlassen hatte.

"Es freut mich für Kinki", sagte NHL-Profi Marcel Goc bei SPORT1. "Die Reihe wurde für den Aufwand belohnt, den sie schon das ganze Turnier über betreibt."

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Cortina freut sich

Ähnlich fasste es auch Bundestrainer Cortina zusammen - bezog sich dabei aber nicht auf die Reihe um Kink, John Tripp und Yannick Seidenberg allein, sondern auf die gesamte Mannschaft.

"Ich freue mich riesig für die Jungs", meinte der Bundestrainer und sprach von dem enormen Druck, der nach dem Aus in der Olympia-Qualifikation gegen Österreich und den drei sieglosen Spielen auf ihnen gelastet hatte.

"Wir sind mit einem Klavier auf dem Rücken herumgelaufen", sagte Cortina: "Gott sei Dank haben wir jetzt die drei Punkte."

Die Fehler waren schnell analysiert. "Wir hatten im Kopf, dass wir gewinnen müssen und haben unseren Gameplan verlassen", meinte Cortina.

Abstieg so gut wie verhindert

Dagegen habe die Partie im Februar keine Auswirkungen gehabt, versicherten Trainer und Spieler. "Ich habe es vor der Partie nicht erwähnt und die Jungs, soweit ich weiß, auch nicht", meinte Cortina.

Vielmehr geht jetzt der Blick auf die weiteren Spiele.

Durch den Erfolg über Österreich sollte der Abstieg kein Thema mehr sein, denn aufgrund der vier Punkte und des gewonnenen direkten Vergleichs müsste die Alpenrepublik noch zwei Zähler in ihren verbleibenden drei Spielen gegen die Großmächte Slowakei, Russland und Finnland holen.

"Wir haben noch andere Ziele", meinte Kink angesprochen auf den wohl erreichten Klassenerhalt.

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