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Stephen Gionta (r.) erzielte den dritten Treffer für die US-Amerikaner © getty

Durch die vierte Niederlage hat es Cortinas Truppe bei der WM nicht mehr selbst in der Hand, das Viertelfinale zu erreichen.

Aus Helsinki berichten Rainer Nachtwey, Jonas Beck, Sascha Bandermann undRick Goldmann

Helsinki - Durch einen Horrorstart und eine schwache Chancenverwertung hat die deutsche Nationalmannschaft den Einzug ins Viertelfinale der Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki nicht mehr in der eigenen Hand.

Gegen die USA unterlag die deutsche Mannschaft durch zwei Tore in den ersten fünf Minuten mit 0:3 (0:2, 0:0, 0:1).

Bobby Butler (3.) und der ehemalige Münchner Paul Stastny (5.) brachten die Amerikaner früh in Führung, Stephen Gionta stellte in der 52. Minute den Endstand her.

USA oder Russland müssen helfen

Durch die Konstellation in der Gruppe ist die Auswahl von Bundestrainer Pat Cortina nun auf Schützenhilfe der USA oder Russlands angewiesen.

Vize-Weltmeister Slowakei darf in den verbleibenden Spielen gegen Russland und die USA maximal zwei Punkte erreichen. Zudem muss die deutsche Mannschaft ihr Vorrundenfinale gegen Frankreich (Di., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 sowie im LIVESTREAM und LIVE-TICKER auf SPORT1.de) gewinnen.

"Wir kamen nicht schnell genug aus der Kabine, die Amerikaner haben einen Superstart hingelegt. Danach haben ein bisschen die Kräfte gefehlt", meinte Christian Ehrhoff nach dem Spiel.

Dann richtete der deutsche Kapitän den Blick schon nach vorne: "Wir müssen uns einfach nur darauf konzentrieren, die drei Punkte zu holen. Auf alles andere haben wir keinen Einfluss."

Baxmann, Mauer und Rankel fehlen

Gegen die Amerikaner musste Cortina auf die angeschlagenen Jens Baxmann (Bluterguss im Oberschenkel), Frank Mauer (Knochen-Ödem) und Andre Rankel (Verdacht auf Meniskus-Einriss) verzichten.

Das Trio ersetzten Benedikt Kohl und Marcel Noebels, so dass der Coach nur auf zwölf Stürmer und sieben Verteidiger zurückgreifen konnte ( 710835 DIASHOW: Der deutsche WM-Kader ).

Zudem nahm der Coach im Tor einen Wechsel vor. Für den zuletzt auftrumpfenden Rob Zepp erhielt Dennis Endras eine Chance. "Rob hat zuletzt dreimal in Folge gespielt. Die Pause zwischen dem Lettland- und dem USA-Spiel war sehr kurz", begründete der Coach bei SPORT1 die Maßnahme.

Butler trifft im Nachsetzen

Und Endras wurde gleich gefordert. Die Amerikaner setzten ihren Spielstil mit viel Druck auf den Kasten um. Die DEB-Auswahl ließ in den ersten Minuten die Anspannung und die Aggressivität vermissen, die sie in den Spielen zuvor gezeigt hatte (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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Nach wenigen Sekunden verhinderte Endras gegen Stastny den Rückstand, anschließend stand ihm bei Justin Faulks Schuss der Pfosten zur Seite (2.).

Nur eine Minute später in Unterzahl musste sich Endras dann geschlagen geben. Faulks Hammer von der blauen Linie landete vor den Füßen Bobby Butlers, der im zweiten Versuch den Puck im deutschen Tor unterbrachte. Und die Amerikaner blieben am Drücker.

Traumstart für die Amerikaner

Zwei Minuten nach dem 1:0, legte Stastny, der während des NHL-Lockouts für den EHC Red Bull München in der DEL aufgelaufen war, den zweiten Treffer der USA nach.

Zunächst scheiterte der Starstürmer an Endras, mit seinem eigenen Nachschuss überwand er den chancenlosen deutschen Keeper.

Wie beim Führungstor verpasste es die deutsche Defensive den Rebound zu verhindern.

Erst nach dem Zwei-Tore-Rückstand schien die DEB-Auswahl aufzuwachen und kam durch Michael Wolf (9.) zu ihrer besten Chance. Der Stürmer scheiterte aber an US-Keeper John Gibson, und auch den Nachschuss von Philip Gogulla, der trotz gebrochenem Kiefer auflief, parierte der Goalie.

[kaltura id="0_3969t7ir" class="full_size" title="Die Stimmen zum Spiel"]

Deutsche nur selten gefährlich

Die Cortina-Truppe übernahm nach und nach die Initiative, brachte die Amerikaner trotz einiger Chancen durch Yannic Seidenberg (13.), Gogulla (14.), John Tripp (14.) und Patrick Hager (20.) aber kaum in Bedrängnis (SERVICE: Die Statistiken der WM).

Auf der Gegenseite verpasste Aaron Palushaj bei einem Alleingang bei deutscher Überzahl den Abstand auf drei Tore auszubauen (15.).

Wolf trifft den Pfosten

Die zweiten 20 Minuten begannen wie die ersten mit dominanten Amerikanern. Die US-Truppe drückte die deutsche Auswahl in die eigene Zone.

Erst Mitte des Drittels meldete sich die deutsche Mannschaft im Powerplay zurück. Zunächst scheiterte Wolf am Pfosten (31.), wenige Sekunden später verfehlte Gogulla nach einem Pass von Marcel Goc' den Anschlusstreffer.

In die Drangphase der deutschen Mannschaft hinein, bot sich Palushaj die Möglichkeit zum 3:0. Der Stürmer der Colorado Avalanche zielte bei einem von Hager verursachten Penalty über den Kasten (33.).

Gionta besorgt Entscheidung

Kurz nach Wiederbeginn verhinderte DEB-Keeper Endras die Vorentscheidung, als er mit einem spektakulären Save Jamie McBains Direktschuss parierte.

Die deutsche Mannschaft bemühte sich, kam aber zu wenigen Chancen.

Zunächst fischte sich US-Keeper John Gibson Seidenbergs Versuch (44.), nach einem Solo scheiterte erst Hager an Gibson (48.), zum Nachschuss kam Noebels einen Tick zu spät.

Die Amerikaner waren dagegen bei ihren Chancen gefährlicher und so war die Vorentscheidung nur eine Frage der Zeit. Acht Minuten vor Ende war es dann soweit. Gionta nutzt einen Abpraller zum 3:0-Endstand.

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