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Goalie Rob Zepp (r.) spielt seit 2007 bei der Eisbären Berlin © imago

Im Entscheidungsspiel gegen Frankreich baut das DEB-Team auf Rob Zepp. Doch der Keeper steht nicht als Einziger im Fokus

Aus Helsinki berichten Rainer Nachtwey, Jonas Beck, Sascha Bandermann undRick Goldmann

Helsinki - Er war der gefeierte Held. Mit seinem zweiten Shutout in Folge bei einer WM gegen Lettland gelang Rob Zepp Historisches.

Als "überragend und unfassbar" bezeichnete Verteidiger Jens Baxmann die Vorstellung seines Berliner Teamkollegen gegen die Letten bei SPORT1.

"Bei so einer Torwartleistung hat man immer die Chance, ein Spiel zu gewinnen", meinte Baxmann.

Mit zwei Zu-Null-Spielen führt Zepp die Statistiken bei der WM an, seine Fangquote liegt bei 94,4 Prozent, dem drittbesten Wert des Turniers.

Mit Zepp gegen Frankreich

Im entscheidenden Spiel gegen Frankreich um den Einzug ins Viertelfinale (ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE-TICKER und LIVESTREAM auf SPORT1.de) wird "Super-Zepp" wieder zwischen den Pfosten stehen, nachdem ihm Bundestrainer Pat Cortina gegen die USA eine Pause gegönnt hatte. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Dies gab Cortina nach dem Training am Montag bekannt.

Dabei stand der Keeper nach seinem Fehler gegen die Slowakei, der den 3:2-Siegtreffer des Vizeweltmeisters ermöglichte, in der Kritik.

Aber der Coach hielt an dem Deutsch-Kanadier fest, statt auf Dennis Endras zurückzugreifen, den WM-Helden von 2010.

"Er hat nicht umsonst so viele Meisterschaften gewonnen"

"Zepp gibt dem Team Selbstvertrauen. Er hat nicht umsonst so viele Meisterschaften gewonnen", begründete Cortina seine Entscheidung.

Aber der Held aus dem Österreich- und Lettland-Spiel vergisst nie, das Lob an die Kollegen weiterzureichen, die Mannschaft in den Mittelpunkt zu stellen.

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Zepp steht nur stellevertretend für die gute Arbeit der DEB-Auswahl im Spiel nach hinten. So sieht es auch SPORT1-Experte Rick Goldmann.

"Wichtig ist die Spielweise, nicht der Einzelne. Die Grundlage einer deutschen Mannschaft muss die Defensive sein", sagt der ehemalige Nationalspieler. "Wer glaubt, spielerisch mithalten zu können, braucht sich nur die Spiele vom Vorjahr anzuschauen."

Cortina predigt Defensive

Diese Herangehensweise predigt Cortina vor und nach jedem Spiel. "Um zu gewinnen, musst du defensiv gut stehen. Nur über die Verteidigung gewinnen wir die Spiele", sagte der Bundestrainer.

Die Defensive ist der Grund, warum die DEB-Auswahl erfolgreicher spielt als im Vorjahr. Dies belegt auch die Statistik. 2012 kassierte die DEB-Auswahl durchschnittlich 4,43 Gegentore pro Spiel, dieses Jahr sind es nur 2,3.

"Damit hat man immer die Chance zu punkten", sagt Goldmann.

Ehrhoff mit großem Anteil

Großen Anteil an der stabilen Defensive hat Starverteidiger Christian Ehrhoff. "Er bringt mit seiner Art und Weise und die viele Eiszeit Ruhe rein", führt Goldmann weiter aus.

Der NHL-Profi der Buffalo Sabres galt bereits vor der WM als der Hoffnungsträger im deutschen Team und erhält auch die meiste Aufmerksamkeit.

Dabei kommt es neben Ehrhoff gerade auf die sogenannten Rollenspieler an - einen wie Jens Baxmann. Der Berliner erledigt seine Aufgabe, ohne groß aufzufallen.

Lob für Baxmann

"Er wird manchmal gar nicht so richtig wahrgenommen, aber er erfüllt seine Rolle, das zeichnet ihn aus. Er ist einer der solidesten Verteidiger in der Liga", lobt Goldmann den Defensivverteidiger.

Während Baxmann seit Jahren in Berlin zum festen Bestandteil der Erfolgsmannschaft gehört und einer von nur vier Eisbären ist, der bei allen sieben Meisterschaften im Kader stand, feierte er in Helsinki mit 28 Jahren sein WM-Debüt. ( 710835 DIASHOW: Der deutsche WM-Kader )

Ein Hindernis für die späten WM-Ehren liegt aber gerade in den Erfolgen mit dem Klub. Cortinas Vorgänger verzichteten größtenteils auf die DEL-Finalisten, nahmen nur wenige in den Kader auf.

"Das ist schon eigenartig"

"Das ist schon eigenartig", sagt Baxmann lachend, "aber es ist wohl wirklich so, dass ich zu erfolgreich mit den Eisbären war, um eine WM zu spielen."

Gegen die Franzosen kehrt der Verteidiger nach einer Oberschenkelprellung wohl wieder in den Kader zurück, nachdem er die Partie gegen die USA aussetzen musste.

"Es sieht sehr gut aus", macht Baxamann Hoffnung.

"Alles geben" gegen Frankreich

Nun heißt das große Ziel Viertelfinale. "Wir werden alles dafür geben, dass wir gegen Frankreich gewinnen", sagt er.

Mit "Wir" meint er sich, Zepp und allen voran die gesamte Mannschaft.

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