vergrößernverkleinern
DEB-Junior Tom Kühnhackl tritt ein großes Erbe an © imago

Der Sohn des deutschen Jahrhundertspielers ist im Visier der DEL-Klubs. Doch erst soll er den DEB-Junioren zum Klassenerhalt verhelfen.

Berlin - Jede Menge Stolz schwingt in der Stimme von Erich Kühnhackl mit, wenn er über seinen Filius spricht.

"Tom kann Dinge auf dem Eis, die ich in seinem Alter noch nicht konnte", sagt die deutsche Eishockey-Ikone und schwärmt: "Wenn ich in seine Augen schaue, dann sehe ich das Feuer, das man braucht."

Tom Kühnhackl kann bei der am Donnerstag beginnenden U-18-WM in Fargo/Moorhead (USA) beweisen, ob er tatsächlich irgendwann einmal ein Großer werden kann - vielleicht ja mal so groß wie sein Vater (Die Kühnhackl-Kolumne bei Sport1.de) .

Doch diese Fußstapfen sind riesig. Der frühere Mittelstürmer Kühnhackl wurde zum deutschen Jahrhundertspieler gewählt, absolvierte 211 Länderspiele (131 Tore), 774 Bundesligapartien (724) und wurde viermal Meister sowie 1976 in Innsbruck Olympia-Dritter.

Nachteile durch berühmten Nachnamen

"Es ist nicht einfach für ihn, im Eishockey-Geschäft der Sohn von Erich Kühnhackl zu sein", meint sein Vater.

Sohn Tom gibt zu, dass sein berühmter Nachname ihm zwar Türen öffne, auf dem Eis aber auch einige Nachteile habe: "Natürlich werfen die Gegner ein besonderes Auge auf mich."

Robusheit des Vaters fehlt

Beim Zweitligisten EV Landshut beweist der erst 17-Jährige, dass er mit dem Druck umgehen kann. In der abgelaufenen Hauptrunde erzielte er immerhin 21 Scorerpunkte und deutete mehrfach sein Ausnahmetalent an.

Eines fehlt dem 1,87 m großen Stürmer aber noch: "Er muss an seiner Robustheit arbeiten und ein paar Kilo draufpacken", erklärt Erich Kühnhackl, der zu aktiver Zeit durch seine physische Präsenz glänzte.

Im Visier der DEL-Klubs

Deshalb sieht er Tom in Landshut auch noch gut aufgehoben: "Er soll sich dort durchbeißen und Erfahrungen im Männerbereich sammeln. Alles andere ergibt sich dann von alleine." Doch längst haben die Klubs der DEL ein Auge auf das Talent geworfen.

Bei der U-18-Nationalmannschaft muss Tom Kühnhackl dagegen mehr Verantwortung übernehmen. "Hier ist er Führungsspieler, einer der den Weg vorgibt", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DATENCENTER: Alle Wettbewerbe).

Reindl hat gar keine Zweifel, dass dem Kühnhackl-Sprössling eine große Zukunft bevorsteht: "Er ist ein außergewöhnliches Talent, er ragt heraus."

Zielsetzung Klassenerhalt

Ein Kühnhackl in Top-Form ist auch zwingend notwendig, um zumindest annähernd an den Erfolg des Vorjahres mit WM-Platz fünf in Russland anzuknüpfen. "Das wird sehr schwer, denn wir nehmen mit einer sehr jungen Mannschaft teil. Das Ziel lautet Klassenerhalt", erklärt Reindl.

Gleich zum Auftakt am Donnerstag spielen die DEB-Junioren gegen Top-Favorit Kanada. Reindl: "Kälter kann das Wasser gar nicht sein, in das sie da geschmissen werden."

Anschließend stehen die Partien gegen Schweden (11. April), Tschechien (12. April) und die Schweiz (14. April) auf dem Programm.

Zurück zur StartseiteZum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel