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Patrick Hager (l.) im Duell mit dem Ungarn Rastislav Ondrejcik © getty

Deutschland enttäuscht auch gegen Ungarn, feiert aber trotzdem den ersten Sieg bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz.

Bern - Mit dem ersten Sieg im sechsten Anlauf hat die deutsche Nationalmannschaft ihre miserable WM-Bilanz in der Schweiz ein wenig geschönt. (DATENCENTER: Ergebnisse)

In seinem letzten Spiel in Bern bezwang das Team von Bundestrainer Uwe Krupp (Krupp denkt nicht ans Aufgeben) die bereits als Absteiger feststehenden Ungarn mit 2:1 (1:1, 1:0, 0:0).

Damit verhinderte die Auswahl des DEB, die wie im Abstiegsjahr 2005 das Turnier auf Platz 15 abschloss, immerhin eine peinliche Premiere: noch nie hat eine deutsche Mannschaft bei einer WM alle Spiele verloren.

Zwei Verteidiger führten das einmal mehr enttäuschende Krupp-Team, das nur wegen seiner Gastgeberrolle bei der WM 2010 nicht absteigt, zum Sieg gegen den Weltranglisten-20.

Müller und Bakos treffen

Der Kölner Moritz Müller (4.) und der Ingolstädter Michael Bakos (34.) erzielten vor 3497 Zuschauern die Tore gegen den krassen Außenseiter, der erstmals seit 70 Jahren wieder ein kurzes Intermezzo bei einer A-WM gab.

Andras Horvath (18.) traf für die Ungarn, die noch nie ein WM-Spiel gegen Deutschland gewonnen haben.

Es begann optimal. Müller erzielte im ersten Powerplay mit der Rückhand und dem Rücken zum Tor das frühe 1:0 und beendete damit 109 WM-Minuten ohne Treffer.

Führung gibt wenig Sicherheit

Doch die Führung gab wenig Sicherheit. Zwei weitere Überzahlsituationen verstrichen ungenutzt.

Mit unnötigen Strafzeiten brachte sich die deutsche Mannschaft dann selbst in Bedrängnis.

Als NHL-Profi Jochen Hecht und Kapitän Andreas Renz auf der Strafbank saßen, fiel der Ausgleich durch Horvaths Schlagschuss.

Fekete trifft den Pfosten

Danach hatte Torhüter Dimitri Pätzold, der wie schon in den fünf WM-Partien zuvor zwischen den Pfosten stand, Glück, als Daniel Fekete nur den Pfosten (19.) traf.

Auch im zweiten Drittel tat sich die DEB-Auswahl gegen die biederen Ungarn schwer.

Zwar zählten die Statistiker erneut viele Schüsse auf das Tor des Gegners, doch wirklich gefährlich wurde es für Zoltan Hetenyi nur selten.

Hecht enttäuscht erneut

Auch NHL-Profi Hecht knüpfte an seine enttäuschenden Leistungen der vorangegangenen Spiele an und setzte kaum offensive Akzente.

Zwar bemühte sich der 31-Jährige von den Buffalo Sabres, doch selbst gegen die international zweitklassigen Verteidiger der Ungarn konnte er sich kaum durchsetzen.

Die erneute Führung fiel wieder in Überzahl, als Verteidiger Bakos den Puck von der blauen Linie in den Winkel schlenzte.

Erstes gewonnenes Drittel

Es war bereits das vierte Verteidiger-Tor für die deutsche Mannschaft, und es brachte im 17. Anlauf das erste gewonnene Drittel des gesamten Turniers.

Im Schlussabschnitt rettete die DEB-Auswahl den Vorsprung über die Zeit.

Krupp musste im letzten Spiel auch noch auf Verteidiger Sebastian Osterloh verzichten, der Frankfurter fehlte wegen einer Bauchmuskelzerrung.

Am Samstag waren bereits NHL-Abwehrspieler Christoph Schubert (Knieverletzung) und der Ingolstädter Stürmer Yannic Seidenberg (Schulterverletzung) abgereist.

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