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Dany Heatley spielt seit 2005 für die Ottawa Senators © getty

Die Kanadier machen sich das Leben selbst schwer, bis durch einen gebürtigen Deutschen der Knoten platzt. Im Halbfinale wartet Schweden.

Bern - Rekord-Torjäger Dany Heatley hat Kanadas Eishockey-Stars bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz ins Halbfinale geführt.

Mit seinem 38. WM-Treffer leitete der 28-Jährige von den Ottawa Senators den 4:2 (0:0, 3:1, 1:1)-Sieg gegen Außenseiter Lettland ein.

Auf dem Weg zu seinem dritten WM-Gold nach 2003 und 2004 trifft der in Freiburg geborene Stürmerstar mit den "Ahornblättern" am Freitag (ab 20.15 Uhr LIVESCORES und im DSF) in der Runde der letzten Vier auf Olympiasieger Schweden.

Jagr ist geschlagen

Die NHL-Profis aus dem Eishockey-Mutterland zogen zum siebten Mal in Folge ins WM-Halbfinale ein. Für die Letten, die erstmals seit 2004 wieder die Playoffs erreicht hatten, war wie schon 1997, 2000 und 2004 im Viertelfinale Endstation.

Beendet ist die WM auch für Tschechiens Superstar Jaromir Jagr, der mit seinem Team Schweden mit 1:3 (0:0, 0:2, 1:1) unterlag. Die sechste Weltmeisterschaft dürfte für den 37-Jährigen die letzte gewesen sein.

Schweden mit glänzender Serie

Während die Tschechen zum dritten Mal nacheinander das Halbfinale verpassten, setzten die Tre Kronor ihre eindrucksvolle WM-Erfolgsserie fort. Zum neunten Mal in Folge schaffte der achtmalige Weltmeister den Sprung unter die besten Vier.

Mattias Weinhandl (24.), Dick Tärnström (39.) und Kenny Jönsson (58.) erzielten die Tore für die Schweden. Petr Cajanek traf in 3:5-Unterzahl (49.) für die Tschechen, die mit zwei Lattenschüssen Pech hatten.

Das zweite Halbfinale am Freitag (16.15 Uhr LIVESCORES und im DSF) bestreiten Titelverteidiger Russland und die USA.

Ruff fordert Steigerung

Größere Probleme als erwartet hatte Kanada. "Es war sehr eng. Wir haben sie nicht richtig abhängen können, sie hatten immer wieder die Chance, ins Spiel zurückzukommen. Es war ein hart erkämpfter Sieg", meinte Cheftrainer Lindy Ruff.

Er ergänzte mit Blick auf das Halbfinale: "Wir müssen uns steigern und vor allem mehr Geduld zeigen."

Lettlands Coach Olegs Znaroks war trotz der Niederlage rundum zufrieden: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat ein tolles Turnier gespielt. Wir haben einmal mehr bewiesen, was möglich ist, wenn der Mannschaftsgeist stimmt."

Mühevoller Beginn der Maple Leafs

Der Topfavorit, der in den sechs Gruppenspielen 35 Tore erzielt hatte, tat sich gegen den krassen Außenseiter vor 8042 Zuschauern in der Berner Allmend-Halle über ein Drittel lang sehr schwer.

Erst Heatley, der seine sechste WM bestreitet, löste mit seinem sechsten Turniertor die Bremse beim 24-maligen Weltmeister (27.). Verteidiger Dan Hamhuis ließ mit einem Schlagschuss von der blauen Linie, bei dem der Duisburger Torwart Edgars Masalskis nicht die beste Figur abgab, das 2:0 folgen (35.).

Ab dem zweiten Viertel souverän

Als Guntis Galvins in Unterzahl für die Letten verkürzte (38. ), ließen sich die Kanadier nicht aus dem Konzept bringen. Nur 17 Sekunden später stellte Jungstar Steven Stamkos mit seinem siebten WM-Treffer den Zwei-Tore-Abstand wieder her.

Doch die Balten gaben nicht auf. Herberts Vasiljevs von den Krefeld Pinguinen gelang noch einmal der Anschlusstreffer (42.). Aber wieder dauerte es nicht lange, bis Kanada antwortete: Matthew Lombardi sorgte für die Entscheidung (44.).

Rekordjäger Heatley

Heatley hält mit 61 Scorerpunkten bei WM-Turnieren einen weiteren kanadischen Rekord.

Bei der WM 2008 im eigenen Land stellte er zudem die Bestmarke von Steve Yzerman ein, der 1990 in der Schweiz 20 Punkte gesammelt hatte.

Heatleys zwölf Tore im vergangenen Jahr in Halifax und Quebec sind ebenfalls Rekord für Team Canada.

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