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Bei der WM 2007 erreichte Krupps Team nach dem Wiederaufstieg Rang neun © getty

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Krupp über seine Zukunft und die Vorbereitung auf die WM in Deutschland.

Von Rainer Nachtwey

Sport1.de: Sie wurden kritisiert, dass sie keinen Verteidiger dabei hatten, der das Powerplay von der blauen Linie lenkt. Gibt es hier nach dem Rücktritt von Sascha Goc aus der Nationalmannschaft ein Vakuum auf dieser Position?

Krupp: Sascha war bereits letztes Jahr nicht dabei. Und da war unser Powerplay recht gut. Aber es gehört eben auch eine gewisse Durchschlagskraft dazu. Wir haben uns auch in den letzten Jahren ohne diesen Spezialisten durchgeschlagen. Aber sicher ist, dass das Ergebnis in Überzahl dieses Jahr nicht so gut war.

Sport1.de: Waren Sie von einigen Spielern enttäuscht? (DATENCENTER: Die WM-Ergebnisse)

Krupp: Enttäuscht war ich nicht. Enttäuscht ist man als Trainer nur dann, wenn die Mannschaft es nicht versucht. Das gab es in keinem Spiel, das wir nicht mit vollem Einsatz dabei waren. Wir hatten einige Spieler dabei, die bei der WM nicht in Topform waren. Dafür fühle ich mich verantwortlich, weil ich die Spieler nominiert habe, von denen ich mir gute Leistungen erhofft habe. Das hat uns in der Offensive nicht geholfen.

Sport1.de: Haben Sie vor, weiterhin Bundestrainer zu bleiben, auch über 2010 hinaus?

Krupp: Ich habe mein Wort gegeben, dass ich es bis 2010 mache. Und viel weiter zu schauen als das, hat sich in der Vergangenheit nicht bewährt. Wir, also der Präsident, Franz Reindl und ich, setzen uns jedes Jahr zusammen und analysieren das Vergangene und besprechen die Linie, die wir in Zukunft einschlagen.

Sport1.de: Viele Experten fordern die Einführung eines Teammanager, der Sie und Franz Reindl unterstützen soll. Was halten Sie davon? Haben Sie bereits darüber gesprochen?

Krupp: Den Vorschlag des Teammanagers ist dieses Jahr neu. In der Vergangenheit wurde immer wieder die größere Unterstützung der DEL angeregt und die haben wir dieses Jahr bekommen. Teal Fowler, Head Coach der Mannheim Adler, hat uns hervorragend unterstützt. Er ist ein sehr guter Analytiker. In der Hinsicht sind wir sehr gut aufgestellt. Ich glaube, unsere Spieler waren noch nie besser vorbereitet auf die Gegner wie dieses Jahr.

Sport1.de: Wie sehen die Vorbereitungen für das WM- und Olympia-Jahr 2010 aus?

Krupp: Als nächstes steht für uns jetzt das Sommertrainingslager in Füssen an. Dort wird der erweiterte Kader zusammenkommen und dort sehen wir, auf welchem Stand die Spieler sind und wie weit die jüngere Generation ist, die nachkommt und unseren Stammspielern Druck macht. Anschließend haben wir den Deutschland Cup in München. Dort wollen wir uns gut verkaufen und Werbung in eigener Sache machen. Die Mannschaft wird das Gesicht haben, die Deutschland bei den kommenden großen Turnieren vertreten soll. Darauf werden wir uns konzentrieren, dass wir dann die Mannschaft für Köln und Mannheim zusammen haben.

Sport1.de: Fast jeder spricht nur von der WM 2010 in Deutschland. Gerät das olympische Turnier in Vancouver zu sehr in den Hintergrund?

Krupp: Ich denke nicht, dass Olympia in den Hintergrund rückt, aber man hat ganz andere Voraussetzungen. Das Turnier ist ganz anders strukturiert. Schon allein personell bei allen Mannschaften. Das läuft etwas außerhalb der Weltmeisterschaften, die wir jedes Jahr spielen. Von daher werden wir das Turnier mit so vielen Spielern angehen, die uns dann auch bei der WM antreten.

Sport1.de: Ist Olympia in der Hinsicht eine Art Vorbereitungsturnier für die WM?

Krupp: Es ist kein Vorbereitungsturnier, dafür ist es zu wichtig. Aber unsere Spieler können sich auf sehr hohem Niveau beweisen und das hilft uns, Schlüsse zu ziehen, auf wen wir setzen können und wen wir nominieren.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews >>

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