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Russland wird zum zweiten Mal nach 1990 in der Schweizer Hauptstadt Weltmeister © getty

Russland sichert sich im Traumfinale von Bern gegen Kanada zum 25. Mal die WM-Krone. Der USA bleibt der undankbare vierte Platz.

München/Bern - Russland hat sich im Duell der Eishockey-Supermächte erneut durchgesetzt und zum alleinigen Rekordweltmeister gekrönt.

Im WM-Traumfinale von Bern bezwang die Sbornaja den Erzrivalen Kanada 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) und sicherte sich damit zum 25. Mal den Titel.

Die Mannschaft von Erfolgstrainer Wjatscheslaw Bykow wiederholte mit ihrem 19. WM-Sieg in Folge den Triumph aus dem Vorjahr, als sie im Endspiel von Quebec 5:4 nach Verlängerung gegen Gastgeber Kanada gewonnen hatte.

Oleg Saprykin (6.) und Alexander Radulow (35.) erzielten unter dem Jubel von mehreren tausend Landsleuten in der Berner Allmend-Halle die Tore für den Titelverteidiger.

Jason Spezza hatte die Kanadier, die zum sechsten Mal in sieben Jahren im Endspiel standen, in Führung gebracht (6.). (Kanada macht das Traumfinale perfekt)

Erfolgstrainer Bykow

Unter Bykow, der 1990 als Kapitän der sowjetischen Mannschaft schon in Bern triumphiert hatte, sind die russischen Stars fast unbesiegbar: In 27 WM-Spielen seit seiner Amtsübernahme hat sein Team nur ein einziges Mal verloren.

Die 11.454 Zuschauer beim Endspiel schraubten die Besucherzahl bei der WM zwar auf 301.000. Die Schweizer verpassten damit jedoch ihr Ziel von 303.000 und verzeichneten die schwächste Resonanz bei einer Weltmeisterschaft seit 1999 in Norwegen (180.394). (DATENCENTER: WM-Ergebnisse)

Kanada dominant

Russland, mit zwölf Weltmeistern von 2008, erwischte den besseren Start, geriet aber dennoch in Rückstand.

Nach einem Solo von Stürmerstar Ilja Kowaltschuk zwang Sergej Sinowjew Torhüter Dwayne Roloson zu einer Glanzparade (4.). Knapp zwei Minuten später leitete Kanadas Kapitän Shane Doan mit einem Rückhandpass Spezzas Führungstor ein. (95818DIASHOW: Die Stars der WM)

Nach dem siebten Turniertreffer des 25-Jährigen der Ottawa Senators dominierten die Ahornblätter das Spiel, schlugen aber kein Kapital daraus.

Brysgalow hält den Sieg fest

Im Gegenteil: Saprykin fälschte in Überzahl einen Schuss von Witali Atjuschow zum Ausgleich ab.

Als im Mittelabschnitt die Kanadier fast Einbahnstraßen-Eishockey spielten, ging der Schuss erneut nach hinten los: Radulow schloss eine Einzelaktion mit dem 2:1 ab.

Auch im Schlussdrittel drängte Kanada nach vorn, doch Torwart Ilja Brysgalow hielt den russischen Sieg fest.

Schweden holt Bronze

Olympiasieger Schweden tröstete sich mit Bronze. Der achtmalige Weltmeister besiegte im kleinen Finale die USA 4:2 (0:0, 2:1, 2:1) und sicherte sich zum 15. Mal Platz drei bei einer WM.

Während die Tre Kronor ihre 41. WM-Medaille holten, ging die amerikanische NHL-Auswahl wieder leer aus. Seit dem Olympia- und WM-Triumph 1960 hat das US-Team bei Weltmeisterschaften lediglich dreimal Bronze gewonnen.

Loui Eriksson (34.) und Tony Martensson (36.) mit einem Doppelschlag innerhalb von 154 Sekunden, Carl Gunnarsson ebenfalls in Überzahl (49.) und Johnny Oduya, der eine Sekunde vor Schluss ins leere Tor trafen, erzielten die Treffer für die Schweden.

Powerplay macht den Unterschied

Verteidiger Jack Johnson hatte die Amerikaner mit seinem fünften Turniertor in Führung (26.) gerbacht, Joe Pavelski nach einem sehenswerten Solo zum zwischenzeitlichen 2:2 ausgeglichen (43.).

"Unser Powerplay hat den Unterschied gemacht", sagte Schwedens Trainer Bengt-Ake Gustafsson.

Droht ein Bestechungsskandal?

Überschattet wurde der Finaltag von Vorwürfen gegen Rene Fasel, den Präsidenten des Weltverbandes IIHF. Das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bestritt, über die Firma eines Jugendfreundes Gelder für die Beratung des Vermarkters Infront erhalten zu haben. "Ich habe finanziell in keiner Weise profitiert", sagte Fasel.

Der IIHF-Präsident gab zu, Kontakte für die Zuger Firma Proc AG hergestellt zu haben. Wie die SonntagsZeitung aus Zürich berichtete, erhielt dieses Unternehmen von Infront ein Beratungshonorar von jährlich 400.000 Franken sowie Provision auf diverse WM-Sponsoringverträge.

Er habe keine vertraglichen Beziehungen zur Proc AG, erklärte Fasel, die aufgestellten Behauptungen entsprächen nicht den Tatsachen.

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