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Nach dem Sieg über die USA waren die DEB-Spieler nicht mehr zu halten © getty

Nach dem Sieg gegen die USA spricht auch der erfahrene Goc von einem "Karriere-Highlight". Ein Mitspieler mahnt zur Vorsicht.

Aus Gelsenkirchen berichtet Rainer Nachtwey

Gelsenkirchen - Als die Zuschauerzahl von 77.803 in der Pause zwischen dem zweiten und letzten Drittel verkündet wurde und auf dem Videowürfel aufleuchtete, brach ein Jubelsturm los. 234412(die Bilder)

Die Fans feierten sich und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, die zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 in Führung lag. (Statistiken)

Das ganze wurde aber noch überboten, als Felix Schütz rund eine halbe Stunde später einen Schuss von der blauen Linie durch Constantin Braun zum 2:1 (0:0, 1:0, 0:1, 1:0) nach Verlängerung über die USA abfälschte und den WM-Auftakt für Publikum und Mannschaft perfekt abrundete.

Goc: "Ein Karriere-Highlight"

"Das war einfach unglaublich", resümierte Kapitän Marcel Goc bei SPORT1 . "Wie die Fans uns angepeitscht haben. Das gehört sicherlich zu meinen Karriere-Highlights."

Matchwinner Schütz war völlig aus dem Häuschen: "Das hätte ich mir nie träumen lassen."

Allerdings musste die Deutsche Mannschaft noch kurz zittern, ehe der schwedische Schiedsrichter Christer Larking nach Ansicht des Videobeweises auf Tor entschied. (Alles zur Eishockey-WM)

"Die Jungs sind alle schon aufs Eis gestürmt und haben gefeiert, aber ich habe mich noch etwas zurückgehalten, weil die Schiedsrichter den Treffer noch überprüft haben", sagte Keeper Dennis Endras. "Aber danach waren wir nicht mehr zu halten."

Minutenlanger Jubel

Und die Fans auch nicht. Sie feierten ausgelassen auf den Rängen und jubelten ihrer Mannschaft noch minutenlang nach Spielende zu.

Egal, welchen deutschen Spieler man zur Kulisse fragte, die Antworten waren eindeutig: "Sensationell, phänomenal, unglaublich."

Etwas nervös sei man schon gewesen, meinte Schütz. Beeindruckend, fand es Philip Gogulla.

Endras, der laut Bundestrainer Uwe Krupp "maßgeblich am Erfolg beteiligt war" und den Vorzug vor Dimitri Kotschnew erhalten hatte, gab gegenüber SPORT1 hingegen unverblümt zu. "Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, als wir eingelaufen sind. Diesen Abend werde ich nie vergessen."

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Intensität und Einsatzwillen

Aber nicht nur die Fans, die die Truppe bereits vor dem Eröffnungsbully lautstark unterstütze, vor allem die Mannschaft selbst trug ihren großen Teil dazu bei, dass es zu einem einmaligen Erlebnis wurde.

Von Beginn an zeigte die DEB-Auswahl eine engagierte Leistung, mit hoher Intensität und Einsatzwillen. "Jeder hat sich reingehauen und bis zum Umfallen gekämpft", sagte Goc. "Im letzten Drittel haben wir nicht mehr so dagegen gehalten. Da haben uns die Amerikaner im eigenen Drittel eingeschnürt."

Keeper Endras überragend

Dass es nur bei einem Gegentor blieb und sich die Mannschaft dadurch in die Verlängerung rettete, lag insbesondere an Endras, der sein Team mit etlichen Paraden vor dem Rückstand bewahrte und nach der Partie zum besten Spieler ausgezeichnet wurde.

Allerdings geizte der Keeper beim Gegentor nicht mit Selbstkritik. "Da sah ich wohl etwas unglücklich aus", meinte der 24-Jährige. "Ich habe den Puck nicht kommen sehen, jeder hat nach ihm gestochert und dann habe ich ihn mir noch selbst reingemacht", analysierte Endras.

Dennoch stimmte ein jeder Lobeshymnen auf den Augsburger an.

Taktische Meisterleistung

"Dennis hat überragend gehalten. Aber nicht nur er, die ganze Mannschaft hat in der Defensive alles gegeben", sagte Goc und lobte die Umsetzung der taktischen Vorgabe des Trainers.

"Wir haben direkt nach vorne gespielte und hinten dicht gemacht."

Und auch der Gegner zollte den Deutschen Respekt. "Sie waren in der Defensive eine harte Nuss, haben uns kaum zu Torchancen kommen lassen", sagte Stürmer Brandon Dubinsky zu SPORT1 .

"Müssen die Dänen schlagen"

Trotz des Sieges und des Lobes mahnten die Spieler in der Stunde des Erfolges vor zu großer Euphorie. "Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben", sagte Gogulla bei SPORT1. "Wir müssen die Dänen schlagen, damit wir unser Primärziel, den Nichtabstieg, erreichen. Wenn wir die Zwischenrunde schaffen, sind diese zwei Punkte gegen die USA natürlich eine große Hilfe."

Groß feiern werde man den Erfolg eh nicht. Auf die Frage, ob der Trainer seinen Spielern denn am Abend ein Bier genehmige, antworte Endras mit einem Lächeln: "Ein Malzbier."

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