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Uwe Krupp beerbte im Jahr 2005 Greg Poss als Bundestrainer © getty

Vor dem Spiel gegen Finnland steht nicht die DEB-Auswahl, sondern der Gegner unter Druck. In der T-Frage überrascht Krupp.

Aus Köln berichtet Rainer Nachtwey

Köln - Eigentlich sollte doch alles klar sein in der Gruppe D:

Finnland und die USA marschieren vorne weg, und dahinter prügeln sich Deutschland und Dänemark um den letzten verbliebenen Zwischenrunden-Platz bei der Eishockey-WM.

Nach dem ersten Spieltag steht die vorhergesagte Tabelle jedoch auf dem Kopf.

Es sind die Dänen, die völlig überraschend vor dem ebenso überraschend zweitplatzierten Deutschen, den Amerikanern und Finnen führen.

Finnland unter Druck

Nach dem 2:1-Sieg der Deutschlands über die USA234412(die Bilder) sorgte der Nachbar aus Dänemark für eine weitere Sensation. "Damit hatte sicherlich keiner gerechnet, dass die Finnen den Dänen 1:4 unterliegen", sagt Kapitän Marcel Goc bei SPORT1: "Jetzt steht für sie gegen uns bereits Einiges auf dem Spiel."

"Eine Niederlage können die sich nicht mehr leisten", sagt Christoph Ullman bei SPORT1. Denn ohne oder nur mit einem Punkt in das abschließende Duell mit dem vermeintlich stärksten Gegner USA zu gehen, wäre für Suomi eine Katastrophe.

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Das richtige Spiel gewinnen

"Für uns hat sich nichts geändert", sagt Ullmann, der im zweiten Gruppenspiel gegen die Finnen (Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im Ticker und im TV auf SPORT1) wieder gemeinsam mit seinem Kölner Teamkollegen Marcel Müller und Michael Wolf die zweite Sturmreihe bilden wird. "Wir müssen gegen Dänemark gewinnen."

Ähnlich sieht es Bundestrainer Uwe Krupp. "Du musst nicht nur gewinnen, du musst auch das richtige Spiel gewinnen", sagt der Krupp und erinnert an die WM-Turniere 2007 und 2008, als die DEB-Auswahl zwar jeweils einen der Großen (Tschechien bzw. Slowakei) schlug, aber dennoch das mögliche Viertelfinale verpasste.

"Finnen waren schlecht"

Assistenztrainer Harold Kreis war von der Vorstellung der Dänen nicht überrascht. "Wir wussten, dass die Dänen individuell sehr gut sind und auch als Mannschaft sehr gut funktionieren", sagt Kreis und legt nach: "Die gesamte finnische Mannschaft hat schlecht gespielt."

Dennoch wolle er die Spielweise Dänemarks beim Duell mit den Finnen nicht kopieren. "Wir spielen unser Spiel. Man kann sich zwar gewisse Tendenzen abschauen, am Ende ziehen wir aber unseren Spielplan durch."

Trocken analysiert der zukünftige Trainer der Mannheimer Adler: "Die Finnen haben sich schlecht bewegt. Sie haben die Scheibe kaum vor das Tor gebracht, nur in die Ecken der Bande oder an die blaue Linie. Dänemark hat sehr gut verteidigt."

Zepp erhält den Vorzug

Ein ähnliches Spiel wie das die Dänen und wie im Auftaktspiel gegen die USA erwartet die Fans in der Kölner Arena von der deutschen Mannschaft.

"Es wird keine Veränderungen in den Reihen geben. Nur auf der Torhüterposition. Rob Zepp hat eine zeitlang in Finnland gespielt. Deshalb spielt er", sagte Krupp: "Es war wieder eine Bauchentscheidung."

Der Keeper von den Berliner Eisbären selbst zeigte sich von der Entscheidung "überrascht". Für ihn sei es "eine große Ehre, spielen zu dürfen".

Allerdings stellt Krupp den Deutsch-Kanadier vor ein Problem. "Ich kann die Nationalhymne noch nicht auswendig. Die muss ich jetzt noch lernen."

Pause für Endras

Für Dimitri Kotschnew, der in der Vorbereitung die meiste Spielzeit erhalten hatte, sei "das natürlich sehr bitter", meinte Krupp: "Hätten wir gegen ein ehemaliges Ostblockland gespielt, wie Lettland, hätte Dimitri den Vorzug erhalten."

Dennis Endras, der die USA im Auftaktspiel im Kasten gestanden hatte (Statistiken), erhält eine Pause. "Gegen Finnland würde er unter Dauerbeschuss stehen. Er wird wieder gegen Dänemark spielen, da brauchen wir einen Torwart, der fit ist", sagte Krupp.

Läuferisch und technisch überlegen

Trotz der Niederlage hat die DEB-Auswahl großen Respekt vor dem kommenden Gegner. "Wir reden hier über Finnland", sagt Kreis. "Das wird vom Auftreten eine komplett andere Mannschaft sein. Die Finnen sind läuferisch und technisch sehr stark."

Bei der schwachen Leistung der finnischen Mannschaft klammerte Kreis einen aus: Pekka Rinne. "Er konnte nicht wirklich zeigen wie gut er ist", sagt er erinnert an die zwei Alleingänge der Dänen, die Rinne beide zu Nichte machte.

Besonderes Aufeinandertreffen für Goc

Für Kapitän Goc ist das Wiedersehen mit seinem Teamkollegen von den Nashville Predators ("Er hat eine sehr starke Saison gespielt und Dan Ellis als Nummer 1 verdrängt") ein besonderes. Eine Niederlage will er nicht kassieren.

"Wir haben zwar keine Wette laufen, aber der, der verliert, darf sich das dann die gesamte nächste Saison anhören. Darauf hab ich keine Lust."

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