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Sergej Fedorow (l.) spielte von 1990 bis 2009 in der NHL © getty

Im SPORT1-Interview spricht Sergej Fedorow über die Schwierigkeiten eines Auftaktspiels, die Tücken des Favoriten und die Fans.

Aus Köln berichtet Rainer Nachtwey

Köln - Man hätte meinen können, die 74. Eishockey-Weltmeisterschaft wird nicht in Deutschland ausgetragen, sondern in Russland.

Die mit 18.522 Zuschauern ausverkaufte Kölner Lanxess Arena war in ein Meer aus weiß-blau-roten Fahnen gehüllt.

"Russia, Russia" hallte es bereits beim Warmmachen der russischen Nationalmannschaft durch das Rund. Sobald einer der russischen Helden wie Alexander Owetschkin, Ilja Kowaltschuk oder Altstar Sergej Fedorow auf dem Videowürfel eingeblendet wurden, tobte die Halle (Statistiken).

Einzigartiges Erlebnis

"Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die den weiten Weg hierher auf sich genommen haben und auch bei den russischen Fans aus Deutschland", sagt Assistenzkapitän Fedorow nach dem 3:1-Sieg seiner Mannschaft über die Slowakei bei SPORT1 (das Video): "Das war einzigartig."

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Im Interview spricht der 40 Jahre alte Routinier, der in der NHL als erster Russe die 1000-Punkte-Grenze durchbrach und mit den Detroit Red Wings dreimal den Stanley Cup gewann, über die Tücken des Topfavoriten, den ersten WM-Auftritt und die Unterstützung seitens der Fans (Alles zur Eishockey-WM).

SPORT1: Herr Fedorow, sind Sie zufrieden mit dem Auftakt in die WM?

Sergej Fedorow: Ja. Wir haben solide gespielt. Am Anfang waren wir noch etwas nervös. Außerdem hat sich die Mannschaft noch nicht ganz gefunden. Aber für den ersten Auftritt war es okay.

SPORT1: Haben Sie erwartet, dass die Slowaken so defensiv auftreten?

Fedorow: Es war das erwartet schwere Spiel. Sie haben es uns sehr schwer gemacht, standen sehr tief im Mitteldrittel und haben das auch nach dem 1:0 nicht aufgegeben.

SPORT1: Ist es besonders schwer gegen vermeintlich schwersten Gegner das erste Spiel des Turniers zu bestreiten?

Fedorow: Ich denke schon. Zu Beginn waren wir alle etwas nervös. In den ersten zwei, drei Spielen machen alle Teams ein Hochs und Tiefs durch, man muss sich an die Zuschauer gewöhnen. Außerdem kommt in den ersten Tagen noch der ganze Stress hinzu. Vom Training geht es zu Fotoshootings, wieder zurück auf die Eisfläche, Interviews,? Jeder will etwas von dir. Hoffentlich können wir uns bald allein auf die Spiele konzentrieren und das ganze Chaos hinter uns lassen, das wir in den letzten zwei Tagen mitgemacht haben.

SPORT1: Fühlen Sie einen besonderen Druck als Titelverteidiger und Topfavorit? Alle sprechen vom "Three-Peat".

Fedorow: Soweit denken wir noch nicht. Wir sind froh, dass wir unser Auftaktspiel gewonnen haben. Wir haben das gemacht, was man von uns erwartet hatte. Es war sicherlich kein schöner Sieg, aber wir haben gewonnen.

SPORT1: Das sind ihre vierten Weltmeisterschaften. Bei den drei vorherigen Teilnahmen haben Sie jeweils Gold gewonnen. Sind Sie ein Glücksbringer für das russische Team?

Fedorow: Ich hoffe (lacht). Ich werde auf jeden Fall alles geben, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive, damit unsere Mannschaft gewinnt.

SPORT1: Die Stimmung in der Halle war beeindruckend. Es waren unheimlich viele russische Fans hier, die ihre Mannschaft angefeuert haben. Waren Sie überrascht?

Fedorow: In meiner gesamten Karriere habe ich so etwas noch nicht erlebt. Noch nie wurde ich außerhalb Russlands mit der russischen Mannschaft so angefeuert wie hier. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die den weiten Weg hierher auf sich genommen haben und auch bei den russischen Fans aus Deutschland. Das war einzigartig. Deshalb bin ich auch sehr glücklich, dass wir gewonnen haben.

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