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Vor allem im läuferischen Bereich spielten die Finnen ihre Vorteile aus © getty

Die DEB-Auswahl unterliegt hoch überlegenen Finnen. Ein couragierter Auftritt im letzten Abschnitt reicht nicht für einen Punkt.

Aus Köln berichtet Rainer Nachtwey

Köln - Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Eishockey-WM im eigenen Land eine weitere Sensation verpasst. In einer äußerst giftig geführten Partie unterlag die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp Finnland mit 0:1 (0:0, 0:1, 0:0).

Trotz der Niederlage kann die DEB-Auswahl mit einem Sieg am Mittwoch über Dänemark (ab 16 Uhr LIVE im Ticker und im TV auf SPORT1) aber weiter vom Einzug in die Zwischenrunde träumen. (Statistiken)

Den einzigen Treffer der Partie erzielte Jakko Immonen (26.).

Nach der Niederlage im zweiten Gruppenspiel liegt die deutsche Mannschaft als Dritter (2 Punkte) hinter Dänemark, das mit 5 Zählern bereits für die nächste Runde qualifiziert ist, und Finnland (3). Die USA, ebenfalls zwei Punkte, ist Letzter.

"Gegen Dänemark geht es um alles"

"Wir haben heute gegen eine andere finnische Mannschaft gespielt als die Dänen vor zwei Tagen. Torwart und Abwehr waren wie gegen die USA gut", sagte Bundestrainer Uwe Krupp, kritisierte jedoch die Fehler die zum Gegentor führten.

"Wir waren nicht geradelinig genug, haben zu sehr quer gespielt und in einer solchen Situation ist auch das finnische Tor gefallen."

Krupps Resümme: "Gegen Dänemark gehts jetzt um alles, aber wir haben es in der Hand."

Wolf scheitert an Vehanen

Die Finnen begannen stürmisch und machten gleich deutlich, dass die Blamage gegen Dänemark ein Ausrutscher war. Die deutsche Mannschaft sah sich früh ins eigene Drittel gedrängt.

Die erste echte Chance besaß dennoch die Krupp-Truppe. Nach einem Alleingang von Nikolai Goc scheiterte Michael Wolf im Nachschuss an Petri Vehanen (4.), der den Vorzug vor Star-Keeper Pekka Rinne erhalten hatte.

Zepp als starker Rückhalt

Anschließend spielten aber nur die Finnen. Juhamatti Aaltonen (5.), Leo Komarov (6.) scheiterten aber an einem glänzend aufgelegten Rob Zepp, der Krupps Entscheidung, auf ihn zu setzen, bestätigte. (Alles zur Eishockey-WM)

Und der Keeper sah sich weiterhin viel Arbeit ausgesetzt. Deutsche Angriffe blieben Seltenheit. Zudem offenbarte die deutsche Mannschaft große Schwächen am Bullypunkt.

DEB-Team nimmt Geschenk nicht an

In der 16. Minute bot sich der DEB-Auswahl die Möglichkeit zur Führung. Nach einer Rangelei zwischen Tommi Santala und Alexander Sulzer bestraften die Schiedsrichter nur den Finnen mit zwei Minuten.

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Doch die deutsche Mannschaft nahm das Geschenk nicht an. Immerhin löste sie sich dadurch aus Suomis anhaltender Umklammerung.

Kein Glück bei Goc? Schuss

Wenige Sekunden vor Drittelende wäre in der sehr hektischen und giftigen Partie mit etwas Glück sogar die Führung drin gewesen.

Marcel Goc? Schuss prallte von der Bande an den Rücken von Keeper Vehanen, von dort aber ging der Puck am Kasten vorbei.

Immonen bringt Finnen in Front

Nach zahlreichen Paraden zu Beginn der zweiten Minuten musste sich dann aber auch Zepp geschlagen geben. In der 26. Minute verwandelte Jakko Immonen ein Zuspiel von Jussi Jokkinen zur hochverdienten finnischen Führung.

Und die Finnen drückten auf das 2:0. Jokkinen scheiterte bei einem Alleingang im Power Play an Zepp (31.), nur wenige Sekunden später parierte er einen Schuss von Immonen.

Wolf scheitert erneut

Aber die deutsche Mannschaft kämpfte bravourös und hielt mit etwas Glück das 0:1. Die wenigen Chancen wurden allerdings leichtfertig vergeben. Holzer scheiterte nach Alleingang an Vehanen (35.).

Die beste Möglichkeit bot sich Michael Wolf (39.), als er von der Strafbank kommend allein auf Vehanen zulief, der finnische Keeper im Duell 1-gegen-1 Sieger blieb.

Starker Auftakt im Schlussabschnitt

Zu Beginn der letzten 20 Minuten kam die deutsche Mannschaft überraschend angriffslustig aus der Kabine. Ein Schuss von John Tripp (43.) verfehlte knapp das Ziel, Robert Dietrichs Hammer von der blauen Linie (ebenfalls 43.) blieb im Getümmel vor dem Kasten hängen.

Und die Krupp-Truppe blieb - von den 18.654 Zuschauern (ausverkauft) unterstützt - am Drücker. Andre Rankel scheiterte aus kurzer Distanz.

Schiedsrichter in der Kritik

Selbst eine Strafzeit gegen Korbinian Holzer, nach einem weiteren Gerangel wurde nur der Düsseldorfer bestraft, überstand die deutsche Mannschaft.

Noch mehr Unmut des Publikums zog sich das Schiedsrichter-Duo nach einem Bandencheck gegen Robert Dietrich zu. Trotz Verletzungsfolge entschieden die Referees nur auf zwei Minuten gegen den Torschützen Immonen.

Ausgleich will nicht fallen

Im anschließenden Power Play scheiterte erneut Tripp, anschließend Philipp Gogulla am finnischen Torwart.

Auch nach Ablauf der Strafzeit drückte die DEB-Auswahl auf den Ausgleich.

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