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John Tavares (r.) gilt als eines der größten Eishockey-Talente Kanadas © getty

Die überforderten Letten sind für die Ahornblätter keine Herausforderung. Ein kommender Star markiert seine ersten WM-Tore.

Köln/Mannheim - Olympiasieger Kanada zieht einsam seine Kreise.

Aber auch Deutschlands letzter Gruppengegner Dänemark und die Schweiz haben sich vorzeitig für die Zwischenrunde der Eishockey-WM qualifiziert.

Das Sensationsteam aus Dänemark gewann am Montagnachmittag in Köln 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung gegen den Olympiazweiten USA und sorgte damit für den zweiten Paukenschlag bei dieser WM (Alles zur Eishockey-WM).

Zum Auftakt hatte das Team von Chefcoach Per Backman Finnland sensationell 4:1 besiegt und ist mit fünf Punkten nicht mehr von einem der drei ersten Plätze in der Gruppe D zu verdrängen.

Viertelfinale ist drin

Mit einem weiteren Erfolg am Mittwoch gegen das DEB-Team (ab 16 Uhr LIVE im Ticker und im TV auf SPORT1) darf Dänemark, für das Stefan Lassen nach 2:04 Minuten der Verlängerung das umjubelte Siegtor schoss, sogar vom Viertelfinale träumen.

Dort werden die gegeneinander erzielten Punkte mitgenommen.

Kanada souverän

Erwartungsgemäß löste dagegen Kanada vorzeitig sein Ticket für die zweite Gruppenphase.

Der 24-malige Weltmeister gewann zwei Tage nach dem 5:1 gegen Italien auch gegen Lettland mit 6:1 (2:0, 4:0, 0:1) und qualifizierte sich in der Gruppe B gemeinsam mit der Schweiz für die nächste Runde.

Talente trumpfen auf

Dieses Mal trumpften vor allem die beiden größten Talente des Eishockey-Mutterlandes auf. John Tavares, der von NHL-Klub New York Islanders beim letzten Draft an Nummer eins gezogen wurde, erzielte seine ersten beiden WM-Tore (2. und 27.).

Tavares' Vorgänger als Top-Pick, Steve Stamkos von Tampa Bay Lightning, traf zum 2:0 (19. ). Ebenfalls erfolgreich waren Marc Giordano (26. und 40.) und Steve Downie (31.). Den Ehrentreffer für die Letten markierte Georgijs Pujacs (51.).

"Captain Canada fällt aus

Nach der Partie musste Team Kanada allerdings einen Schock verkraften. Für Kapitän Ryan Smyth ist die WM wegen einer Knöchelverletzung beendet.

"Das ist ein großer Verlust und ein herber Rückschlag für uns. Ryan wird uns als Führungspersönlichkeit sehr fehlen", sagte Trainer Craig MacTavish über das Ausscheiden von "Captain Canada."

"Ryan ist nicht zu erstzen"

Auch Top-Scorer Steve Stamkos meinte: "Ryan ist eigentlich nicht zu ersetzen."

Smyth, der in der nordamerikanischen Profiliga NHL für die Los Angeles Kings aufläuft, hatte Kanada bei seiner insgesamt achten WM zum sechsten Mal und damit so oft wie kein Landsmann zuvor als Kapitän aufs Eis geführt.

Endspiel um den Gruppensieg

Die Schweiz hat nach dem verdienten 3: 0 (1:0, 1:0, 2:0) gegen Italien ebenfalls sechs Punkte auf dem Konto und fordert Kanada am Mittwoch (ab 20 Uhr im TV auf SPORT1) zum Duell um den Gruppensieg heraus.

Die bislang punktlosen Letten und Italiener kämpfen in direkten Aufeinandertreffen um den letzten Zwischenrundenplatz der Gruppe B. Der Verlierer spielt in der Relegationsrunde gegen den Abstieg.

"Bestes dänisches Team"

"Das ist das beste dänische Team, das jemals zusammengespielt hat", sagte NHL-Legionär Peter Regin von den Ottawa Senators und Jesper Damgaard meinte: "Wir waren in den letzten Jahren immer schon nah dran. Jetzt sind wir soweit, dass wir die Großen schlagen."

Das Viertelfinale wäre für Dänemark, das die USA 2003 bei der WM 5:2 besiegt und in die Abstiegsrunde geschossen hatte, der größte Erfolg in der Geschichte (Statistiken).

Die US-Boys, die zum Auftakt 1:2 nach Verlängerung gegen das DEB-Team verloren hatten, müssen nun das letzte Spiel gegen Finnland am Mittwoch (ab 20 Uhr im TV auf SPORT1) gewinnen, um die Zwischenrunde sicher zu erreichen.

Galbraith stark

Vor 8985 Zuschauern in der Kölner Arena gingen die Dänen nach torlosem ersten Drittel durch Lars Eller im Powerplay in Führung (29.). Doch diese hielt nur etwas mehr als zwei Minuten, Keith Yandle von den Phoenix Coyotes war ebenfalls im Powerplay erfolgreich (33.).

Der krasse Außenseiter zeigte erneut eine solide Leistung und machte gegen die Amerikaner, in deren Reihen fast ausschließlich Spieler aus der NHL waren, kaum Fehler. Goalie Patrick Galbraith entschärfte immer wieder gefährliche Aktionen.

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