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Das DEB-Team ist mit zwei Punkten Dritter der Gruppe C © getty

Nach dem 0:1 gegen Finnland: Enttäuschung und Hoffnung vermengen sich. Nun wartet Dänemark. Die Goalie-Rotation geht weiter.

Aus Köln berichtet Rainer Nachtwey

Köln - "I've gotta feeling that tonight's gonna be a good night": Als das Lied der Black Eyed Peas durch die ausverkaufte Lanxess Arena drang, hörte es sich Mitte des zweiten Drittels wie Hohn und Spott für die deutschen Fans an.

Die deutsche Nationalmannschaft lag gegen Finnland zwar nur 0:1 hinten, doch die Überlegenheit des Weltmeisters von 1995 war erdrückend, der knappe Rückstand war noch das Positive des Spiels.

Dass am Ende doch mehr drin gewesen wäre bei der 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)-Niederlage im zweiten Gruppenspiel der DEB-Auswahl, lag vor allem an einem starken Auftritt in den letzten 20 Minuten der Partie. (Statistiken)

Im Angriff nicht konsequent genug

"Wir haben in den ersten 40 Minuten nicht geradlinig gespielt, zu wenig geschossen", analysierte Kapitän Marcel Goc bei SPORT1. "In der Kabine haben wir uns gesagt: ?Wir müssen mehr schießen.? Das haben wir dann auch umgesetzt."

Bundestrainer Uwe Krupp kam zum gleichen Entschluss: "Wir sind in der Defensive gut gestanden, aber im Spiel nach vorne waren wir nicht konsequent genug."

Erst im letzten Drittel war der Coach mit seinen Mannen in der Hinsicht zufrieden.

"Haben es selbst in der Hand"

Durch die erste Niederlage im zweiten Turnierspiel der Eishockey-WM hat sich für die deutsche Mannschaft nicht viel verändert.

"Vor dem Turnier hieß es immer, das letzte Spiel gegen Dänemark wird ein Endspiel", sagte Korbinian Holzer bei SPORT1. "Jetzt ist es soweit. Wir haben es selbst in der Hand."

Ein Sieg über die bereits qualifizierten Dänen, und Deutschland zieht in die Zwischenrunde ein.

"Aber eigentlich wollten wir gegen die Finnen bereits den Einzug in die Zwischenrunde perfekt machen", führte Holzer aus. "Wenn ich ans letzte Drittel denke, haben wir eine gute Chance liegen gelassen."

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Kaum Chancen zugelassen

Der Verteidiger der DEG gewann den schwachen ersten 40 Minuten sogar viel Positives ab. (Alles zur Eishockey-WM)

"Es mag so ausgesehen haben, dass sie uns unter Druck gesetzt haben. Aber wir haben Zonenverteidigung gespielt. Da ist es nun mal so, dass sie sich bei uns im Drittel festgesetzt haben, aber richtige Chancen haben wir kaum welche zugelassen."

Krupp beweist gutes Näschen

Zumal Krupp erneut den richtigen Riecher bewiesen hatte und auf Rob Zepp im Kasten gesetzt hatte. "Rob hat überragend gehalten", sagte Michael Wolf bei SPORT1. "Er hat uns die Möglichkeit gegeben, das Spiel zu gewinnen", fügte Krupp hinzu.

Der Keeper der Eisbären Berlin stand früh unter Dauerbeschuss. Einzig beim Tor durch Jarkko Immonen - vorausgegangen war ein Scheibenverlust von Patrick Hager hinter dem eigenen Tor - war er machtlos.

Endras gegen Dänen im Tor

Trotz Zepps Galavorstellung, er wurde nach der Partie - wie Dennis Endras gegen die USA - zum besten deutschen Spieler der Partie ausgezeichnet, setzt Krupp im Gruppenendspiel gegen Dänemark (Mi., ab 16 Uhr LIVE im Ticker und im TV auf SPORT1) wieder auf den Augsburger Goalie.

"Wir hatten die Rotation so durchgeplant", sagte Krupp. "Daran ändert sich nichts. Endras wird gegen die Dänen im Tor stehen."

Freier Kaderplatz wird besetzt

Dagegen deutete der Coach an, vor dem Dänemark-Spiel die vakante Kaderposition noch besetzen zu wollen. "Wir haben noch eine lange Nacht vor uns. Nach dem Dienstags-Training wird wohl eine Entscheidung fallen", sagte er nach dem Spiel.

Zur Diskussion für die freie Stelle stehen mit Christopher Fischer und Frank Hördler zwei Verteidiger und mit Daniel Kreutzer ein Stürmer.

Große Schwächen am Bullypunkt

Veränderungen müssen aber vor allem bei der Spieleröffnung her. Kaum ein Bully entschieden die deutschen Mittelstürmer zu ihren Gunsten.

"Ich weiß auch nicht woran es lag", sagte Marcel Goc. "Aber es lag nicht allein an den Mittelstürmern. Auch die Außen, haben sich nicht durchgesetzt, wenn keiner der Beteiligten an den Puck kam."

Goc weiter: "Das hat viel Kraft gekostet, weil wir immer der Scheibe hinterherlaufen mussten." Man werde es genau analysieren, um es gegen die Dänen dann besser zu machen, führte Goc aus.

Wolf vergibt Ausgleichschance

Besonders bitter lief es für Goalgetter Michael Wolf. Der Iserlohner Stürmer hatte die große Chance zum Ausgleich auf dem Schläger, als er direkt nach seiner Strafzeit in der 39.Minute alleine auf den finnischen Keeper Petri Vehanen zu lief.

"Ich wollte ihn ausspielen, aber er hat überragend gehalten und den Rebound vom Christoph Ullmann auch noch", gab sich Wolf niedergeschlagen. "Ich hoffe, dass ich ihn beim nächsten Spiel reinmache."

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