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Vor allem in den Zweikämpfen ist das deutsche Team den Dänen überlegen © getty

Die deutsche Mannschaft setzt sich im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark durch und qualifiziert sich für die nächste Runde.

Aus Köln berichtet Rainer Nachtwey

Köln - Die deutsche Mannschaft hat bei der Heim-WM die Zwischenrunde erreicht. Die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp setzte sich nach einer überzeugenden Leistung im letzten Gruppenspiel gegen die bereits qualifizierten Dänen mit 3:1 (1:1, 2:0, 0:0) durch.

Die Tore für Deutschland erzielten Marcel Goc (9.), Felix Schütz (34.) und Nicolai Goc (36.). Philip Larsen hatte Dänemark in der 4. Minute in Führung geschossen.

Durch den Erfolg nimmt die DEB-Auswahl mindestens drei Zähler in die Zwischenrunde mit, sollten die USA Finnland bezwingen, wären es sogar fünf.

"Wir können jeden schlagen"

"Wir haben unser Mindestziel erreicht. Das Viertelfinale ist jetzt möglich", sagte Kapitän Marcel Goc, der erstmals zusammen mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder in der Nationalmannschaft spielt, warnte aber: "Wir wollen aber nicht zu weit voraus denken."

Nikolai war schon etwas mutiger: "Wenn wir so spielen wie heute, können wir jeden schlagen. Die Perspektive ist gut."

Lob vom Bundestrainer

Bundestrainer Uwe Krup war hochzufrieden mit dem Spiel seines Teams.

"Jetzt genießen erstmal wir den Moment", sagte Krupp, der seine Mannschaft in den höchsten Tönen lobte: "Wir sind mit dem Druck gut umgegangen, haben sehr gutes Eishockey gespielt und über 60 Minuten Druck gemacht."

Früh in Unterzahl

Dabei begann die Partie alles andere als ideal.

Die deutsche Mannschaft ging übermotiviert ins Spiel und sah sich bereits nach 106 Sekunden in Unterzahl, als Patrick Hager von den im Vergleich zum USA- und Finnland-Spiel kleinlich pfeifenden Schiedsrichtern wegen Behinderung auf die Strafbank verbannt wurde.

Nur kurze Zeit später musste auch Alexander Sulzer (4.) wegen Cross Checks hinter das Plexiglas. (Statistiken)

Gegentor bei 3 gegen 5

Die Dänen nutzten die 5-gege-3-Überzahl durch Philip Larsen zur frühen Führung, sechs Sekunden vor Ablauf der Hager-Strafe.

Dänemarks NHL-Star Peter Regin täuschte an der blauen Linie einen Schlagschuss an, passte auf Larsen, der am langen Pfosten völlig frei stand und überwand den chancenlosen Endras zum 0:1. (Alles zur Eishockey-WM)

Goc fälscht zum Ausgleich ab

Nach einer weiteren Strafe gegen Felski (5.) sah sich die DEB-Auswahl erneut einem 3 gegen 5 ausgesetzt, überstand aber die Unterzahl und übernahm die Spielkontrolle.

Die Folge war ein Power Play, das sie zum Ausgleich nutzte. Alexander Sulzer zog von der blauen Linie ab, Marcel Goc hielt seinen Schläger rein und es stand 1:1 (9.).

Deutschland bestimmt Geschehen

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Die deutsche Mannschaft setzte weiter nach. Müller scheiterte aus spitzem Winkel (10.) und nur wenige Sekunden später nutzte Tripp die Riesen-Chance zur Führung nicht, als er den Puck am leeren Tor vorbei schob.

In der 17. Minute setzte sich Alexander Barta gegen zwei Dänen durch und stand allen vor Keeper Patrick Galbraith, wurde dann aber von Dänemarks zweitem NHL-Spieler Frans Nielsen von den Beinen geholt.

Die folgende Strafzeit brachte nichts ein. Chancen der Dänen gab es im ersten Drittel keine mehr zu sehen. Folglich sprach auch die Schussbilanz von 11:4 für die Krupp-Truppe.

Schütz trifft zur Führung

Mit dem Elan aus dem ersten Drittel ging das DEB-Team in die zweiten 20 Minuten. Andre Rankel, der neben Kapitän Goc und Felix Schütz in der neu zusammengestellten ersten Sturmreihe überzeugte, scheiterte an Galbraith (24.), ebenso wie Felski (27.), Schütz (30.) und Ullmann (33.) das Tor knapp verfehlten.

In der 34. Minute wurde die deutsche Mannschaft dann für ihre Mühen belohnt.

Schütz zog von außen Richtung Tor, zog aus der Drehung ab und es stand 2:1.

Videobeweis bestätigt drittes Tor

Nur zwei Minuten später erhöhte Nicolai Goc auf 3:1. Der Verteidiger zog von der blauen Linie ab, der Puck fand seinen Weg durch ein Spielergetümmel vor dem Tor und hoppelte über die Torlinie.

Die Rettungsaktion von Mads Bodker, der Puck knapp hinter der Torlinie wieder aus dem Tor löffelte, kam zu spät. Die Schiedsrichter bemühten noch den Videobeweis, der die Entscheidung bestätigte.

Goc trifft die Latte

Auch im letzten Durchgang war der Mannschaft der Siegeswille anzumerken und sie drückte dem Spiel ihren Stempel auf.

Barta versuchte es per Bauerntrick (48.), Dietrich scheiterte an Galbraith (49.) und Marcel Goc traf nur die Latte (51.).

Sicher in der Defensive

In der Defensive um den kaum geforderten Dennis Endras, der von Krupp wieder das Vertrauen geschenkt bekam, stand die DEB-Auswahl sicher und ließ keine Großchance der Dänen zu.

Zumal sich Dänemark aufgrund zahlreicher Strafen selbst schwächte. Die letzten fünf Minuten wurden vor den 18.623 Zuschauern zum Schaulaufen. Mit "Oh wie ist das schön", feierte das Publikum den Einzug in die Zwischenrunde.

Und Verstärkung ist bereits im Anflug. Verteidiger Christian Ehrhoff, mit den Vancouver Canucks aus den Playoffs in der NHL ausgeschieden, sitzt bereits im Flieger Richtung Heim-WM nach Deutschland.

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