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Nikolai Goc (l.) erzielte gegen Dänemark sein erstes Länderspiel-Tor © getty

Mit der Entscheidung, die Angriffsreihen neu zu formieren, liegt der Trainer richtig. Zum Gruppensieg reicht es aber nicht.

Aus Köln berichtet Rainer Nachtwey

Köln - "Oh wie ist das schön. So was hat man lange nicht gesehen, so schön": Die deutschen Fans feierten ihre Mannschaft bereits Mitte des letzten Drittels.

Dabei stand es nur 3:1, bei noch zehn Minuten zu spielen kein besonders sicheres Ergebnis.

Aber die Leistung der DEB-Auswahl ließ dennoch keine Zweifel aufkommen, dass sie das Alles-oder-Nichts-Spiel gegen die Dänen gewinnen würde.

Am Ende stand der überraschend souveräne 3:1-Sieg fest.

Krupp fällt ein Stein vom Herzen

"Wir waren von Beginn an aggressiv und haben an die Leistung vom letzten Drittel gegen Finnland angeknüpft", sagte Patrick Hager bei SPORT1. "Jetzt ist die Erleichterung riesig. Wir haben unser Ziel Zwischenrunde erreicht."

Auch Bundestrainer Uwe Krupp wirkte trotz seiner zumeist ruhigen Art euphorisch.

"Jedem, der mit der Mannschaft arbeitet, ist ein Stein vom Herzen gefallen, auch mir", betonte der Coach, der vor dem Turnier immer wieder in die Kritik geraten war.

Krupp liegt dreimal richtig

Krupp selbst darf sich zudem bestätigt fühlen. Drei wichtige Entscheidungen traf er bisher bei diesem Turnier, dreimal lag er vollkommen richtig.

Gegen die USA bestimmte der Bundestrainer Dennis Endras zum Torwart, und Endras dankte es ihm mit einer überragenden Leistung. (Alles zur Eishockey-WM)

Beim Finnland-Spiel gab er Rob Zepp den Vorzug im Kasten und auch hier bestätigte der Eisbären-Keeper die Entscheidung.

Neue Sturmreihen überzeugen

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Gegen die Dänen würfelte Krupp die Reihen durcheinander, stellte Andre Rankel neben Marcel Goc und Felix Schütz in die erste Sturmformation. "Ich weiß nicht, was er isst, aber seinem Bauchgefühl bekommt es", lobte SPORT1-Experte Rick Goldmann den Bundestrainer.

Zumal nicht nur die erste Reihe mit zwei der drei Toren überzeugte, auch die anderen Formationen versprühten viel Torgefahr.

"Jede Reihe hätte ein Tor machen können", sagte Kapitän Marcel Goc bei SPORT1. "Wenn ich an die Chancen vom Alex Barta denke oder die vom Felle." (Statistiken)

Mit drei Punkten in die Zwischenrunde

Durch den Erfolgs über die Dänen stehen Krupps Mannen in der Zwischenrunde und nehmen ein Polster von drei Punkten mit. Dass es nicht fünf wurden, lag am 3:2-Sieg der Finnen über die USA im anschließenden Spiel.

Drei Stunden durften die Fans sogar vom ersten Gruppensieg seit Einführung der Vierergruppen 1998 träumen, doch Jakko Immonen und Sami Kapanen zerstörten mit ihren Treffern zum 2:1 und 3:1 die deutschen Hoffnungen.

Dennoch ist Hoffnung auf die erste Viertelfinal-Teilnahme seit 2003 berechtigt.

Krupp rüttelt seine Mannschaft wach

Seine Mannschaft sieht Krupp "auf einem guten Weg". Dennoch wollte er noch keine neuen Ziele vorgeben. "Wir müssen abwarten. Wir kennen unsere Gegner noch nicht", sagte Krupp.

Am Donnerstag entscheidet sich erst, wer aus der A-Gruppe neben Russland in die Zwischenrundengruppe E aufrückt.

"Mit der Leistung bin ich absolut zufrieden", sagte Krupp. Eine solche Vorstellung habe er gegen Finnland vermisst.

"Es war ein Wachrütteln der Mannschaft von Nöten. Das hat geklappt", führte er aus.

Viel Lob vom Gegner

Viel Lob für die deutsche Mannschaft gab es vom Gegner.

"Das war für uns ein anderes Spiel wie gegen die USA und Finnland. 20 Checks im ersten Drittel, gegen die USA und Finnland haben wir nur jeweils fünf abbekommen. Sie haben uns ihr körperbetontes Spiel aufgezwängt", stellte Dänemarks Trainer Per Bäckman fest.

"Sie haben in der Verteidigung unglaublich gut gestanden, uns nicht zum Tor kommen lassen", lobte Frans Nielsen die Defensiv-Arbeit der Krupp-Truppe bei SPORT1.

Ehrhoff kommt aus Vancouver nach

Für die Zwischenrunde kann Krupp auf eine weitere Leistungssteigerung in der Defensive hoffen. Christian Ehrhoff verstärkt nach dem Playoff-Aus mit den Vancouver Canucks die deutsche Auswahl.

"Ich habe mit Christian telefoniert. Er stößt zur Mannschaft", bestätigte Krupp die SPORT1-Informationen, wonach Ehrhoff bereits zum Zeitpunkt des Spiels im Flieger saß.

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