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Die USA gewann bisher zweimal die olympische Gold-Medaille © getty

Dem Team aus den USA droht nach der Niederlage gegen Finnland der Abstieg aus der A-Gruppe. Verteidiger Jack Johnson bemängelt die Torausbeute.

Köln - Die Gegner sollten Russland oder Kanada sein, das Ziel war der Titel.

Aber nach drei Vorrunden-Pleiten muss der Olympiazweite USA bei der WM in Deutschland um den Klassenerhalt kämpfen - gegen Italien sowie aller Voraussicht nach Kasachstan und Frankreich.

Das ist eigentlich nichts Neues, weil es 2003 auch gegen den Abstieg ging.

Aber diesmal hatte man 20 Cracks aus der NHL dabei - das Scheitern glich einer Blamage. (Alles zur Eishockey-WM)

"Eine bittere Pille"

"Ich wünschte, ich hätte eine Antwort. Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen. Das ist eine bittere Pille, die wir schlucken müssen", sagte US-Kapitän Jack Johnson nach dem 2:3 im Do-or-Die-Game gegen Finnland am Mittwoch mit leiser Stimme.

Der bullige Verteidiger von den Los Angeles Kings hatte am 28. Februar nach einem phantastischen Olympia-Finale in Vancouver noch Silber auf der Brust.

Schwächen in der Offensive

Nach dem 2:3 gegen Kanada sah Johnson zwar auch nicht glücklicher aus, aber er musste sich nicht schämen.

"Wir hatten Probleme, Tore zu schießen. Wir müssen nun unsere Offensive in Gang kriegen. Ich glaube, ich war noch nie in einer Loser-Runde", sagte der einzige Teilnehmer aus dem Olympiateam.

Die Offensive war tatsächlich ein Problem. Vier Tore in drei Spielen, von denen sie die ersten beiden gegen Deutschland und gegen Dänemark mit 1:2 nach Verlängerung verloren, sind eigentlich indiskutabel. (Statistiken)

Keine Spitzenkräfte an Bord

Es fehlten aber auch echte Torjäger, Brandon Dubinsky (New York Rangers) oder TJ Oshie (St. Louis Blues) und David Moss (Calgary Flames), die gegen Finnland trafen, sind eben keine Spitzenkräfte im Offensivbereich wie es bei Olympia Patrick Kane, Ryan Kessler, Zach Parise, Joe Pavelski oder Chris Drury waren.

Aber für Deutschland oder Dänemark hätte es trotzdem reichen müssen.

Kein Interesse an der WM

Die Einstellung scheint darüber hinaus auch nicht zu stimmen. Den Samstag nach dem Eröffnungsspiel erhielten die Verlierer von Chefcoach Scott Gordon frei, anstatt die zusammengewürfelte Truppe weiter auf die größeren Eisflächen in Europa einzustellen.

Zudem fehlt auch der Druck aus der Heimat. Denn die WM interessiert in den USA niemanden, auch wenn Johnson behauptet, das die Enttäuschung dort "groß" sein würde.

Journalisten nicht vor Ort

Kein US-Journalist begleitete das US-Team nach Deutschland, Spielberichte werden zusammentelefoniert. Außerdem gibt es zur Zeit Wichtigeres. Die Baseball-Saison hat begonnen, das Leben von Tiger Woods oder die Skandale um Football-Profis erfordern Man Power.

Hockey spielt keine Rolle. Das wäre im Eishockey-Mutterland Kanada ganz anders gewesen, dort wird eine WM trotz laufender NHL-Play-offs auch genau beobachtet.

Den totalen Absturz vermeiden

Für den größten anzunehmenden Unfall, den Abstieg, wollen die US-Spieler Jahrgang 2010 allerdings nicht verantwortlich sein.

"Wir müssen die letzten drei Spiele gewinnen, damit das Team im nächsten Jahr in der A-Gruppe dabei ist. Das ist Motivation genug", sagte Johnson.

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