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Marcel Goc spielte in der DEL für Schwenningen und die Adler Mannheim © getty

DEB-Kapitän spricht im SPORT1-Interview über den nächsten Gegner Russland, die Strategie und seine Aufgaben als Kapitän.

Von Rainer Nachtwey

Köln - "O Captain my Captain! Our fearful trip is done."

Nein, die Reise des deutschen Teams um Spielführer Marcel Goc bei der Heim-WM ist noch lange nicht zu Ende. Und schrecklich ist sie bestimmt nicht.

Viel mehr steht nach dem Pflichtprogramm "Erreichen der Zwischenrunde" nun die Kür für die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp an.

Die Hoffnungen der deutschen Fans ruhen dabei besonders auf NHL-Profi Goc (Alles zur Eishockey-WM).

Er soll als Führungsspieler Verantwortung übernehmen und bisher hat das der 26 Jahre alte Stürmer zu Krupps "vollster Zufriedenheit" gelöst.

"Er ist bereits in Vancouver in die Rolle geschlüpft, deshalb war es für völlig klar, dass er diese Aufgabe bei der WM übernehmen wird", sagt Krupp.

"Mir macht es Spaß", sagt Goc bei SPORT1: "Ich bin stolz, dass ich Kapitän sein darf und ich versuche, meine Aufgabe so gut ich kann zu erfüllen."

Im Interview mit SPORT1 spricht der Stürmer der Nashville Predators über das anstehende Spiel gegen Russland (Sa., ab 20 Uhr live im TICKER und im TV auf SPORT1) und die weiteren Gegner, die Veränderungen durch den Vereinswechsel und Bundestrainer Uwe Krupp (direkt zum zweiten Teil des Interviews).

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SPORT1: Herr Goc, Glückwunsch zum Einzug in die Zwischenrunde. Haben sie sich das Spiel Finnland gegen die USA in der Halle angeschaut?

Goc: Wir haben das Spiel im Hotel verfolgt. Klar wäre es besser gewesen, wenn die USA gewonnen hätte, dann hätten wir 5 Punkte in der Zwischenrunde gehabt.

SPORT1: Der nächste Gegner lautet nun Weltmeister Russland. Was erwarten Sie gegen die Russen?

Goc: Das wird sicherlich nicht einfach. Die sind der Top-Favorit auf Gold. Die werden uns unsere Schwächen aufzeigen, wenn wir nicht konzentriert spielen. Das wird ein Test wie gegen Kanada in der Vorbereitung. Wir müssen in den Zweikämpfen dagegen halten, die Räume eng machen und gut zusammenspielen.

SPORT1: Die Russen bestehen aus einer Vielzahl an hervorragenden Einzelspielern, sind bisher aber noch nicht als Mannschaft aufgetreten. Hilft es der deutschen Mannschaft, dass sie noch nicht zueinander gefunden haben?

Goc: Das Können der Spieler ist unbestritten. Die können dich in der Telefonzelle schwindlig spielen. Wenn sie es mit Alleingängen versuchen, machen sie es sich selbst schwer und uns leicht. Aber je länger das Turnier geht, desto besser wird das Zusammenspiel. Sie sind auch eine sehr junge Mannschaft.

SPORT1: Gegen Kasachstan haben die Russen sehr überheblich gewirkt, als wäre es eine lockere Trainingseinheit. Ist es möglich, dass sie auch die deutsche Mannschaft unterschätzen?

Goc: Vielleicht haben sie das Spiel etwas lockerer genommen. Ich habe die Spiele der Russen bisher nicht gesehen. Die Ergebnisse hätte man deutlicher erwartet. Aber wir können nicht mit der Hoffnung ins Spiel gehen, dass sie uns auf die leichte Schulter nehmen.

SPORT1: Wie kann man diese russische Mannschaft stoppen?

Goc: Wir erwarten eine russische Mannschaft, die an der Scheibe stark ist. Sie spielen selten tief. Sie werden über die zweite Welle, dritte Welle in unser Drittel kommen. Das bedeutet für uns, dass wir die Lücken schließen müssen. Wenn sie mit voller Geschwindigkeit auf unsere Verteidiger kommen und wir in der Verteidigung stehen, bekommen wir riesige Probleme.

SPORT1: Bundestrainer Uwe Krupp lobt Sie als Führungsspieler und hat Sie zum Kapitän bestimmt. Sie stehen im Fokus, mit Marco Sturm und Jochen Hecht fehlen zwei Leistungsträger, sind jetzt Stürmer Nummer eins. Wie gehen Sie damit um?

Goc: Das ist für mich eine neue Erfahrung. Ich bin erstmals Kapitän von der A-Nationalmannschaft und dann auch noch bei der Heim-WM. Mir macht es Spaß. Ich bin stolz, dass ich Kapitän sein darf und ich versuche, meine Aufgabe so gut ich kann zu erfüllen.

SPORT1: Wie sehen Ihre Aufgaben als Kapitän aus? Der Bundestrainer hat extra erwähnt, dass Sie auch abseits des Eis eine Führungsfigur sind.

Goc: Wichtig ist, mit den Spielern zu reden, zu schauen, dass das Klima in der Mannschaft stimmt. Dass die Mannschaft bei Spielen wie gegen Dänemark nicht übermotiviert in die Partie geht. Beim Auftakt auf Schalke habe ich mit den weniger erfahrenen Spielern geredet, weil die nervös waren. Und wenn du da vor knapp 80.000 Zuschauern dein erstes WM-Spiel bestreitest, dann kann es durchaus vorkommen, dass der eine oder andere weiche Knie hat. Aber bei so einem Spiel ist jeder nervös, selbst die alten Hasen wie der Felle. Ich bin zu den Jungs hin, habe ihnen gesagt: "Spiel ganz locker, mach dein Ding da draußen, genieß es." Das hat sich anscheinend auch bewährt.

SPORT1: Hat es Ihnen auch geholfen, dadurch Ihre Nervosität herabzusetzen?

Goc: Ich war auch nervös. Aber nach dem Warmlaufen war es vorbei. Wir haben die Eindrücke aufgenommen, aber als es losging, waren wir auf das Spiel fokussiert und haben uns nicht ablenken lassen.

Im zweiten Teil spricht Goc über seinen Wechsel nach Nashville, was er an San Jose vermisst, die übrigen deutschen Zwischenrundengegner und über die Zukunft von Uwe Krupp

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