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Marcel Goc sammelte in der abgelaufenen NHL-Saison 30 Scorerpunkte für Nashville © imago

Im zweiten Teil des Interviews spricht Marcel Goc über seinen Wechsel nach Nashville und sein Verhältnis zu Trainer Uwe Krupp.

SPORT1: Sie sind vor der abgelaufenen NHL-Saison von San Jose nach Nashville gewechselt. Hat der Wechsel Ihnen geholfen, sich weiterzuentwickeln?

Goc: Auf jeden Fall. Für mich war es sportlich das beste Jahr. Ich habe für mich in Nashville die besten Chancen gesehen, deshalb habe ich dort unterschrieben. Und ich kann nur sagen, dass das die richtige Entscheidung war. Im Laufe der Saison habe ich vom Trainer mehr Spielzeit und Vertrauen erhalten. Das hilft dir natürlich, du hast mehr Selbstvertrauen. Du denkst nicht zu viel über deinen letzten Wechsel nach, sondern gehst einfach nur aufs Eis und spielst. Das ist einfach das Beste, wenn du nicht groß nachdenkst.

SPORT1: Gibt es etwas, dass Sie aus San Jose vermissen?

Goc: Die Freunde. Wir sind zwar weiter in Kontakt, aber das war das Schwerste. Auch für meine Frau. Du fängst quasi bei Null wieder an. Du musst dich wieder an eine neue Umgebung gewöhnen. Aber so ist das nun mal im Profisport. Wenn du wechselst, musst du dir alles wieder neu aufbauen. Aber der Sulzi und der Didi (Alexander Sulzer und Robert Dietrich, Anm. d. Red.) waren ja bereits da. Das hat mir geholfen. Und auch mit den anderen Spielern habe ich mich gleich gut verstanden, die Familien der Spieler verstehen sich sehr gut und das hilft auch dem Klima in der Mannschaft.

SPORT1: Gegen Russland treffen Sie jetzt auf einen Teamkollegen, Denis Grebeschkow. Verstehen Sie sich gut mit ihm? Er kam ja erst spät zur Trading Deadline zu den Predators.

Goc: Das ist ein unglaublich lockerer Typ. Es war, als hätte er schon immer in Nashville gespielt. Lustiger Kerl, sehr guter Spieler. Wie die meisten Russen ist er technisch einwandfrei. Er hat zwar nicht viele Spiele für uns gemacht, aber als er von der Verletzung zurückkam, war er in den Playoffs gleich an zwei Toren beteiligt. Er trägt die Scheibe sehr gut nach vorne und öffnet das Spiel mit seinen Pässen. Es ist klasse, wenn man so einen Spieler in seinen Reihen hat.

SPORT1: Sind Sie sich hier bei der WM schon über den Weg gelaufen und haben eine Wette wegen Samstag laufen?

Goc: Nein es gibt keine Wette. Und wir haben uns auch noch nicht gesehen. Die Russen haben immer an den Tagen gespielt, an denen wir spielfrei waren. Aber spätestens auf dem Eis werden wir uns wieder sehen.

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SPORT1: Als weitere Gegner warten die Slowakei und Weißrussland. Mit den Weißrussen hat die deutsche Mannschaft wegen Olympia noch eine Rechnung offen.

Goc: Auf jeden Fall. Da haben wir noch was gutzumachen. Das ist ein Gegner, der mit uns auf Augenhöhe ist. Das ist ähnlich wie mit Dänemark. Da haben wir auch vor der Vorrunde gesagt, das wird unser Endspiel. Ähnlich ist es mit den Weißrussen.

SPORT1: Gegen die Slowaken hat die deutsche Mannschaft oft gut ausgesehen, das letzte Aufeinandertreffen bei der WM 2008 sogar gewonnen. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein? Es sind relativ wenige NHL-Spieler dabei.

Goc: Die Slowaken haben ein sehr gutes Turnier bisher gespielt. Vor allem gegen die Russen, als sie nah am Ausgleich dran waren. Sie haben hier nicht die Einzelkönner wie bei Olympia dabei, aber sie spielen sehr gut zusammen und sind eine technisch starke Mannschaft. Die Auswahl der Spieler ist größer wie bei uns.

SPORT1: Was wird in diesen Spielen entscheidend sein?

Goc: Wir müssen unser Spiel durchziehen. Wir dürfen uns nicht dem Gegner anpassen. Wenn wir mit Russland mitlaufen, dann gehen wir unter.

SPORT1: Das heißt aus einer kompakten Defensive agieren, so wie es Uwe Krupp immer predigt?

Goc: Wir müssen so wie gegen Dänemark spielen. Wir müssen konzentriert und einfach spielen, die Laufwege einhalten, das Spiel auseinander ziehen, dann und irgendwann ergeben sich Lücken und dann können wir auch den Querpass spielen. Wenn der Gegner Fehler macht, müssen wir die ausnützen.

SPORT1: Wie ist Ihr Verhältnis zu Bundestrainer Uwe Krupp?

Goc: Sehr locker, sehr angenehm. Wir reden viel miteinander. Wir haben während der Saison immer wieder telefoniert. Er setzt auf mich und das ist ein gutes Gefühl.

SPORT1: Über seine Zukunft als Bundestrainer hat er noch nicht entschieden. Reden Sie mit ihm auch darüber?

Goc: Nein. Wir bekommen das natürlich auf mit, dass viel spekuliert wird. Aber er wird die Entscheidung treffen, die für ihn am meisten Sinn macht. Und egal wie er sich entscheidet, wir sind sehr zufrieden mit ihm und es macht Spaß unter ihm zu spielen.

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