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Auf NHL-Legionär Christian Ehrhoff ruhen die Hoffnungen des DEB-Teams © getty

Deutschland hat in 35 WM-Spielen 35 Mal gegen Russland verloren. Trotzdem ist die Vorfreude auf das Zwischenrunden-Duell groß.

Köln - Die WM-Mission von Christian Ehrhoff begann mit einer Panne.

Als der NHL-Profi in Vancouver zur WM in seiner Heimat aufbrechen wollte, streikte das Flugzeug (VIDEO: Ehrhoff im SPORT1-Interview).

Erst mit sechsstündiger Verspätung landete der Hoffnungsträger in Deutschland - aber nicht zu spät zum Duell mit "Alexander dem Großen".

"Das wird eine ganz schwierige Aufgabe. Aber wir müssen mindestens noch ein Spiel gewinnen, um ins Viertelfinale zu kommen", sagte der 27-Jährige vor dem Zwischenrundenauftakt (Sa., ab 20 Uhr live im TICKER und im TV auf SPORT1) in Köln gegen Superstar Alexander Owetschkin und Weltmeister Russland und fügte an: "Ich habe in diesem Jahr einmal gegen ihn gespielt und gewonnen."

Ehrhoff kämpft mit Jetlag

Nach dem elfstündigen Flug durfte Ehrhoff vor dem Duell mit dem Rekordweltmeister vor allem eines - ausruhen.

Als die deutschen Nationalspieler am Freitag ihre Kabine für Kameras und Journalisten öffneten, kämpfte der NHL-Profi im Hotel noch mit der Zeitumstellung. (Alles zur Eishockey-WM)

"Die erste Nacht war ziemlich kurz", berichtete der Verteidiger der Vancouver Canucks, "ich bin um zwölf ins Bett und war um halb fünf schon wieder wach."

"Ehrensache, für Deutschland zu spielen"

Nach dem ersten Training mit den Kollegen ging's in die Stadt.

"Tageslicht hilft beim Jetlag. Ich muss noch ein paar Stunden kämpfen und wach bleiben", sagte Ehrhoff, der nach dem Playoff-Aus gegen die Chicago Blackhawks nicht lange überlegen musste: "Es ist Ehrensache, für Deutschland zu spielen. Und bei einer WM im eigenen Land fällt es nicht schwer, sich zu motivieren."

Bundestrainer Uwe Krupp sieht die kurzfristige Verstärkung für die Zwischenrunde, die mit den Spielen gegen Weißrussland am Sonntag (20.15 Uhr) und die Slowakei am Dienstag (16.15 Uhr, beide im TICKER und im TV auf SPORT1) weitergeht, nicht nur sportlich positiv.

"Er setzt ein Riesenzeichen für die Mannschaft", sagte er: "Er hat mich kurz nach seinem Ausscheiden angerufen. Das zeigt, wie motiviert er ist, dass er unbedingt dabei sein will."

Alle WM-Duelle gegen Russland verloren

Gegen den Rekordweltmeister können die Deutschen jede Hilfe gebrauchen, denn die Bilanz ist ernüchternd:

Alle 35 WM-Duelle gingen verloren, 41:282 Tore stehen zu Buche.

"Niemand erwartet, dass wir gegen Russland gewinnen", sagte Krupp: "Wir brauchen drei Punkte, um weiterzukommen. Wo die herkommen, ist egal. Aber sie kommen nicht immer aus der Richtung, aus der man sie erwartet."

Auch Russland erhält Verstärkung

Stars wie Owetschkin, Ilja Kowaltschuk und Sergej Fedorow reichen den Russen auf dem Weg zum Titel-Hattrick aber noch nicht.

Für die Zwischenrunde ließen sie Pawel Dazjuk von den Detroit Red Wings einfliegen, zudem waren am Freitag laut Berichten aus Kanada Stürmer Jewgeni Malkin und Verteidiger Sergej Gontschar vom gescheiterten NHL-Champion Pittsburgh Penguins auf dem Weg nach Deutschland.

Damit wäre fast das komplette Olympia-Team von Vancouver wieder auf dem Eis - 15 Spieler, die in Kanada im Viertelfinale ausschieden.

Das DEB-Team kann derartige Stars nicht bieten - dafür aber einen außerordentlichen Teamgeist. "Bei uns gibt es keinen Neid und keine Missgunst", erklärt Center Christoph Ullmann gegenüber SPORT1 (VIDEO: Zusammen gegen den Rest der Welt).

"Auswärtsspiel" für das DEB-Team?

Gegen den Weltmeister erwartet die DEB-Auswahl möglicherweise ein "Auswärtsspiel".

Über 45.000 Zuschauer füllten bei den drei Vorrundenspielen der Russen die Kölner Arena, die Mehrheit Fans der "Sbornaja".

"Ich hoffe, das Stadion ist groß genug, dass die deutschen und die russischen Fans reinpassen", sagte Trainer Wjatscheslaw Bykow: "Es wird sehr laut."

Kotschnew steht im Tor

Die anspruchsvolle Aufgabe, die Schüsse der russischen Stürmerstars abzuwehren, erhält Dimitrij Kotschnew.

Der 28-Jährige ist Russland-Spezialist, spielt seit 2008 für Spartak Moskau.

"Das wird ein wahnsinnig harter Job", sagte der Goalie, "aber ich freue mich drauf."

Für Kotschnew ist es der erste Einsatz bei der Heim-WM. Sein Rezept gegen den Rekordweltmeister: "Wir müssen defensiv gut stehen und hart spielen."

Schütz will ins Viertelfinale

Bereits ein Sieg gegen die Weißrussen, gegen die die deutsche Mannschaft ihr letztes WM-Duell 2008 6:5 gewann, könnte zum Sprung in die K.o.-Runde reichen.

"Wenn wir das Viertelfinale erreichen, wäre das super Werbung für unseren Sport", sagte Felix Schütz, der beim 2:1 gegen die USA und beim 3:1 gegen Dänemark jeweils das Siegtor erzielte.

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