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Dennis Endras (r.) parierte gegen die Weißrussen 19 der 21 Schüsse © getty

24 Stunden nach dem Kraftakt gegen Russland verpasst die deutsche Mannschaft die Olympia-Revanche gegen Weißrussland.

Köln - Nach dem begeisternden Duell mit dem Rekordweltmeister fehlte das Glück:

24 Stunden nach dem 2:3 gegen die russischen Puckzauberer verlor die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im zweiten WM-Zwischenrundenspiel nach einer Aufholjagd 1:2 (0:1, 0:0, 1:0, 0:1) nach Verlängerung gegen Weißrussland.

Das Viertelfinale ist allerdings immer noch möglich. Mit einem Sieg gegen die Slowakei am Dienstag (16.15 Uhr/live bei Sport1) könnte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes erstmals seit sieben Jahren wieder in die Runde der letzten acht einziehen (VIDEO: Die Stimmen zum Spiel).

Revanche verpasst

Die Olympia-Revanche misslang vor nur 11.748 Zuschauern in Köln. Drei Monate nach dem 3:5 in Vancouver, mit dem das Team von Bundestrainer Uwe Krupp seine Viertelfinalchancen beim Turnier der Superstars verspielt hatte, zog die DEB-Auswahl erneut den Kürzeren.

Andrej Michalew hatte mit seinem frühen Tor (7.) die dritte Niederlage des Krupp-Teams im fünften Spiel der Heim-WM eingeleitet (Die WM-Statistiken).

Der Kölner Marcel Müller schaffte zwar 54 Sekunden vor Schluss den umjubelten Ausgleich, doch Alexej Kaljudschnij machte die deutsche Niederlage nach 4:46 Minuten im "Sudden Death" perfekt.

Endspiel gegen den Lieblingsgegner

Gegen den Lieblingsgegner Slowakei muss die deutsche Mannschaft nun unbedingt gewinnen. "Im Endeffekt ist der eine Punkt für uns zu wenig. Jetzt wartet gegen die Slowakei ein richtiges Sechs-Punkte-Spiel auf uns", sagte Torschütze Müller bei SPORT1.

Vier der vergangenen fünf Spiele entschied die DEB-Auswahl gegen den Weltmeister von 2002 für sich, darunter auch das letzte WM-Duell 2008 in Halifax (4:2).

Nicht in die Zweikämpfe gekommen

Was die DEB-Auswahl am Samstag gegen die russischen Puckkünstler noch ausgezeichnet hatte, fehlte tags drauf zunächst:

Aggressivität, Zweikampfhärte und diszipliniertes Defensivverhalten. "So haben wir uns das nicht vorgestellt", sagte Routinier Sven Felski bei SPORT1: "Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe reingekommen."

"Wir waren müde", stellte Bundestrainer Krupp bei SPORT1 fest. "Wir waren nicht 100-prozentig da. 21 Stunden waren einfach zu wenig Regenerationszeit."

Erst Pech, dann Glück

Die Weißrussen hatten Raum zum Kombinieren und nutzten ihn. Beim 0:1 hatte der starke Torhüter Dennis Endras Pech: Nach einem Schuss von Jaroslaw Tschupris prallte der Puck direkt auf den Schläger von Michalew, der ohne Probleme einnetzte.

Hinzu kamen Strafzeiten, die die deutsche Mannschaft zusätzlich in Bedrängnis brachten. So hatte Endras Glück, dass ein Schuss von Sergej Demagin knapp am Pfosten vorbei strich (18.) und Alexej Ugarow das leere Tor verfehlte (21.).

Mehr Druck im zweiten Drittel

In der Offensive fehlte die Durchschlagskraft. Klare Torchancen waren selten. Marcel Goc traf das Außennetz (1.), Alexander Barta scheiterte am früheren DEL-Torhüter Andrej Mesin (8.).

Erst im zweiten Drittel entwickelte die DEB-Auswahl mehr Druck und mehr Zug zum Tor.

Doch die Konzentration im Abschluss fehlte weiterhin: Marcel Müller schoss Mesin an (27.), Christoph Ullmann verfehlte nach schönem Solo knapp den Winkel (34.), und auch Müllers Schuss kurz vor Drittelende fand sein Ziel nicht (40.).

Im letzten Drittel mühte sich die DEB-Auswahl und wurde zumindest zwischenzeitlich durch den Treffer von Müller belohnt.

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