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Die vierte Strumreihe um Felski (l.), Barta (M.) und Kreutzer erzielte beide Tore © getty

Deutschland schlägt die Slowakei im entscheidenden Zwischenrundenspiel und trifft in der Runde der letzten Acht auf die Schweiz.

Köln - Nervenstärke, Leidenschaft und großer Glaube:

Als die deutschen Eishockey-Cracks bei der WM das zweite "Endspiel" gewonnen hatten, sangen sie mit stolz geschwellter Brust die Nationalhymne und feierten dann mit den Fans auf der Ehrenrunde den Einzug in das Viertelfinale.

"Wir haben etwas ganz Großes für das deutsche Eishockey erreicht. Wir hatten viel Druck vor der WM. Dem haben wir standgehalten", sagte Torschütze Daniel Kreutzer nach dem 2:1 (1:0, 1:1, 0:0) im entscheidenden Zwischenrundenspiel gegen die Slowakei.

Für Bundestrainer Uwe Krupp bedeutet die Runde der letzten Acht der größte Erfolg seiner Amtzeit und für Deutschland das beste Abschneiden seit der WM 2003.

"Wir wollen mehr"

Aber da soll noch nicht Schluss sein. "Für die meisten Jungs war das Viertelfinale das Ziel. Wir setzen uns nun zusammen und schauen, wie hoch wir zielen. Wir genießen den Moment, aber wollen noch ein bisschen mehr", sagte Krupp.

In ihrem ersten WM-Viertelfinale seit sieben Jahren trifft die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Donnerstag (ab 20 Uhr LIVE im Ticker und im TV auf SPORT1) in Mannheim auf die Schweiz, die Schweden im Spiel um den Gruppensieg mit 0:5 unterlag.

"Können stolz auf uns sein"

Der Hamburger Alexander Barta (8.) und der Düsseldorfer Kreutzer (25.) sicherten dem Krupp-Team Platz drei in der Gruppe E. Marek Svatos (40.) konnte das Aus des Weltmeisters von 2002, WM-Gastgeber 2011, nicht verhindern 238969(DIASHOW: Die Bilder vom Spiel).

"Wir können richtig stolz auf unsere Leistung sein. Unser Ziel war zunächst die Zwischenrunde, und danach wollten wir auch ins Viertelfinale. Wenn wir unser Spiel spielen und an uns glauben, dann wird man sehen, was noch möglich ist", sagte Kapitän Marcel Goc, der wie der nachgereiste Verteidiger Christian Ehrhoff in der NHL sein Geld verdient.

Dritter Sieg im sechsten Spiel

Vor 15.137 Zuschauern in der erneut nicht ausverkauften Kölner Arena bewies die deutsche Mannschaft wie schon beim 3:1 gegen Dänemark starke Nerven, als sie zum Vorrundenabschluss ihr erstes "Endspiel" gewonnen und den Gang in die Relegation verhindert hatte.

Taktische Disziplin und eine starke Defensivleistung waren auch beim dritten Sieg im sechsten WM-Spiel der Schlüssel zum Erfolg.

Viel Aggressivität

Erneut war die DEB-Auswahl besonders stark, als es um alles oder nichts ging. Anders als beim 1:2 nach Verlängerung gegen Weißrussland begann die deutsche Mannschaft wieder mit viel Aggressivität und Zweikampfhärte.

Der Tag Pause zwischen den Spielen hatte den Akku wieder aufgeladen. Die Slowaken, die 26 Stunden zuvor noch gegen Finnland aufs Eis mussten (2:5), waren sichtlich beeindruckt (Die WM-Statistiken).

Zweites Turniertor von Barta

Der Druck auf das Tor des Ex-Weltmeisters wuchs von Minute zu Minute. Sein Führungstor leitete Barta selbst ein. Nach dem Zuspiel des Hamburgers verfehlte Daniel Kreutzer zwar das Tor, doch der Puck sprang von der Bande zurück auf Bartas Schläger.

Der 27-Jährige erzielte mit der Rückhand sein zweites Turniertor.

Nur drei Minuten später hatte Barta das 2:0 auf dem Schläger, verfehlte allerdings knapp das Tor (10.), nur Sekunden später scheiterte Felix Schütz an NHL-Goalie Peter Budaj (11.).

Ullmanns Treffer zählt nicht

Dann war die Scheibe im Tor, doch der Treffer von Christoph Ullmann wurde nicht anerkannt, weil bereits abgepfiffen war (15.).

Einziges Manko im starken ersten Drittel: In drei Überzahlsituationen brachte das DEB-Team, das schon zuvor nur eine von 17 Powerplay-Chancen genutzt hatte, nichts zustande.

Endras machtlos

Im zweiten Abschnitt entwickelten die Slowaken mehr Offensivstärke. Torhüter Dennis Endras bekam mehr Arbeit, rettete gegen den Kölner Ivan Ciernik reaktionsschnell (21.).

Beim 2:0 leistete Barta die Vorarbeit für seinen Sturmpartner Kreutzer: Der Düsseldorfer, der bei den ersten beiden Spielen noch auf der Tribüne sitzen musste, setzte die Scheibe ins Netz.

In Bedrängnis kam die DEB-Auswahl erst, als Schütz für vier Minuten auf die Strafbank musste. Beim Schlenzer von Svatos in den Winkel war Endras machtlos.

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