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Sven Felski (l.) bestritt 159 A-Länderspiele für den DEB © getty

Nach 159 Spielen für den DEB beendet der Stürmer seine Länderspiel-Karriere. Die Schlittschuhe hängt er aber nicht an den Nagel.

Köln - Eigentlich hatte Sven Felski schon viel früher mit seinem Abschied gerechnet. Doch seine Teamkollegen in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft wollten den 35-Jährigen einfach nicht gehen lassen.

"Ich habe immer gedacht, die Saison ist nach dem nächsten Spiel zu Ende, aber es ging immer weiter", sagte der Berliner, der nach dem 1:3 im Spiel um WM-Bronze gegen Schweden (Video) seine internationale Karriere beendete. (WM-Statistiken)

Nach 156 Länderspielen und der Zwischenrunde hätte Schluss sein können, doch die DEB-Auswahl zog erstmals seit sieben Jahren wieder ins Viertelfinale ein.

159 Länderspiele für Felski

Vor dem Duell mit dem Erzrivalen Schweiz spornte Felski seine Kollegen zusätzlich an: "Ich habe in der Kabine gesagt: Ich will nicht, dass dies mein letztes Spiel ist."

Die Mannschaft gehorchte und schrieb mit dem Halbfinaleinzug Eishockey-Geschichte. Und Felski bekam auf seinen alten Tage noch die Länderspiele Nummer 158 und 159 - in Regionen, die er nie für möglich gehalten hätte.

Als Bundestrainer Uwe Krupp vor der WM jedem Spieler eine Kette mit einer Kapsel gab, in der er auf einem Zettel sein Ziel notieren sollte, schrieb der Berliner etwas ganz anderes auf.

Ziel war eine Medaille

Zweimal musste er nachbessern, verriet Felski bei SPORT1(das Video). Zuletzt "stand eine Medaille drin". Dass der letzte Wunsch unerfüllt blieb, konnte der Berliner verschmerzen.

"Wir waren näher an Silber dran als an Bronze", sagte er nach der Niederlage im kleinen Finale und erinnerte an die großartige Leistung beim unglücklichen 1:2 gegen Rekordweltmeister Russland im Halbfinale tags zuvor.

"Ich bin brutal stolz"

Das Fazit nach seiner achten A-Weltmeisterschaft viel rundum positiv aus: "Es war ein grandioses Turnier, ich bin brutal stolz."

Auch wenn er nach insgesamt zehn WM-Turnieren und den Olympischen Spielen 2006 und 2010 von der großen Eishockey-Bühne abtritt - die Schlittschuhe an den Nagel hängen will Felski noch nicht.

"Die Jungs halten mich zum Glück jung", sagte der Stürmer, der nie für einen anderen Klub spielte als für die Eisbären Berlin.

In der Hauptstadt will der "Bürgermeister", wie er wegen seiner Vereinstreue genannt wird, noch weiter dem Puck hinterherjagen. "In der DEL ist es ein ganz anderes Niveau."

800-Spiele-Schallmauer durchbrochen

Die Liga kennt Felski besser als die meisten anderen. Im Februar durchbrach er als vierter Spieler die Schallmauer von 800 Spielen.

1992 war der Ur-Berliner beim SC Dynamo, dem Vorgängerklub der Eisbären, Profi geworden, nachdem er als Eiskunstläufer begonnen hatte.

Auch während der sportlichen Misserfolge in den ersten Jahren ließ er seinen Klub nicht im Stich. "Anfangs waren wir Fischfutter", erinnert er sich.

Inzwischen ist er viermaliger Meister und Teil der deutschen Nationalmannschaft, die mit Platz vier bei der Heim-WM Historisches leistete.

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