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Goalie Jaroslav Halak und Milan Jurcina gegen das DEB-Team im Gespräch © getty

Vor 25 Jahren gelang es zuletzt dem WM-Gastgeber auch Weltmeister zu werden. Für die Slowaken läuft es bisher auch nicht rund.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Das Trauma der Gastgeber bei Eishockey-Weltmeisterschaften geht weiter.

Seit 25 Jahren wartet das Ausrichterland auf einen Titelgewinn. Letztmals gelang dies der Sowjetunion 1986 in Moskau.

Und es sieht nicht danach aus, als könnte die Slowakei die Serie brechen.

Durch die beiden 3:4-Niederlage gegen Deutschland und im letzten Vorrundenspiel gegen Russland geht die Auswahl von Trainer Glen Hanlon ohne jeden Punkt in die Zwischenrunde.

Dort warten mit Ex-Weltmeister Finnland und Titelverteidiger Tschechien noch zwei Brocken auf die Slowaken (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Nur noch K.o.-Spiele

"Das wird kein einfacher Weg, das Viertelfinale noch zu erreichen", sagt NHL-Profi Milan Jurcina zu SPORT1. Zwar glaube er dran, übt aber auch Kritik an den Teamkollegen.

"Wir müssen als Mannschaft auftreten", führt der Verteidiger der New York Islanders aus, "als Fünfer-Einheit in der Offensive und auch in der Defensive."

Enttäuscht von der zweiten Niederlage im dritten Spiel, aber dennoch positiv gestimmt, meint Stürmer Branko Radivojevic: "Für uns wird jetzt jede Begegnung zu einem K.o.-Spiel. Aber wir werden es schaffen."

Die Fans helfen dem Team

Dennoch verspürt der ehemalige NHL-Profi den Druck durch Fans und Medien, der seit rund einem dreiviertel Jahr auf dem Verband, dem Trainer und den Spielern lastet.

"Sicher spürt man das, aber sobald der Puck fällt, denke ich nur noch an Eishockey", führt Radivojevic aus und schiebt hinterher: "Die Unterstützung in der Halle ist doch etwas Tolles.?"

[image id="debe41f4-647a-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ähnlich sieht es Trainer Hanlon. Der Coach steht bei den nationalen Medienvertretern enorm in der Kritik. Sie hätten bei der WM im eigenen Land lieber einen slowakischen Trainer gesehen.

Wie er sich denn nach der Niederlage fühle, stellt ihm ein slowakischer Journalist die Frage.

"Mir geht es gut", sagt Hanlon und geht sogleich auf die Spielanalyse über. "Das war unser bestes Spiel der WM. Nur das Ergebnis hat nicht gestimmt."

Bratislava - eine einzige Party

Für die Zwischenrunde habe er noch Hoffnung, sagt Hanlon - muss er auch: "Der Auftritt gegen die Russen gibt der Mannschaft Selbstvertrauen für die Zwischenrunde. Und mit der Unterstützung der Fans ist alles möglich."

[kaltura id="0_5f8pxjqo" class="full_size" title="Russland gewinnt im Verfolgerduell"]

Die ist weiterhin ungebrochen (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

In und vor der Halle herrscht während der Spiele eine einzige Party. In ganz Bratislava übertrifft die Eishockey-WM alle anderen Themen.

Der Glaube ist ungebrochen

Von einer "Hockey Republic" hatte Juraj Siroky, Präsident des slowakischen Eishockeyverbandes, bei der Vorstellung im November beim Deutschland Cup in München gesprochen.

Und Siroky hatte nicht zu viel versprochen. Es fährt kaum ein Auto an einem vorbei, das nicht mit Fähnchen ausgestattet ist, in der Halle trägt jeder Slowake das Trikot der Nationalmannschaft.

"Wir geben nicht auf. Wir werden weiter unser Team unterstützen", sagt Radek, mit Hut, Schal, Trikot und Fähnchen ausgestattet. "Und wir werden noch weit kommen. Vielleicht werden wir nicht Weltmeister, aber wir holen eine Medaille."

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