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Finnlands Nationalmannschaft feierte ihren größten Erfolg mit dem Gewinn der WM 1995 © getty

Finnlands Nationalmannschaft hat den Ruf des ewigen Zweiten weg. Beim DEB-Zwischenrundengegner stechen zwei "Wilde" heraus.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Was haben Bundesligist Bayer Leverkusen und die finnische Eishockey-Nationalmannschaft gemeinsam?

Richtig, zahlreiche zweite Plätze und Finalniederlagen.

In den vergangenen Jahren hat Suomi bei den großen Turnieren etliche bittere Pleiten erlebt, der große Erfolg blieb aus.

In bester bzw. schlechter Erinnerung hat die finnische Auswahl die Olympischen Spiele 2010, als sie im Halbfinale gegen die USA bereits im ersten drittel jede Chance auf eine Finalteilnahme verspielte und 0:6 - am Ende hieß es 1:6 - kassierte.

Von jener Schmach stehen bei der WM in Bratislava noch sieben Spieler im Kader - allen voran Trainer Jukka Jalonen und Kapitän Mikko Koivu. Nach der Niederlage gegen Tschechien nehmen die Finnen drei Punkte durch den Erfolg über Dänemark in die Zwischenrunde mit. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Die Fakten im Überblick

Team

Nach 16 Jahren feierte die deutsche Mannschaft zuletzt in Nordhorn bei der Euro Hockey Challenge wieder einen Erfolg über Finnland.

Seit jener Zeit hat sich bei den Nordländern einiges getan, "es stehen aber immer noch die Hälfte der Spieler von Nordhorn im Kader", hält DEB-Sportdirktor Franz Reindl fest.

Der Weltmeister von 1995 prägt ein ähnliches System wie die deutsche Mannschaft.

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"Sehr direkt, sehrkörperbetont", sagt Bundestrainer Uwe Krupp. Kopfschmerzen bereitet Krupp vor allem Finnlands Überzahlspiel. Mit 33 Prozent (5 aus 15) stellt Suomi die beste Quote des Turniers.

Die Auswahl von Coach Jalonen ist eine Mischung aus routinierten und jungen Spielern. Juhamatti Aaltonen und Leo Komarov hatten bei der WM in Deutschland ihre großen Auftritte auf der internationalen Bühne, Kapitän Koivu ist bei den Minnesota Wild der Führungsspieler.

Stars

Mikko Koivu: Lange Zeit war er nur der kleine Bruder von Saku, dem Star des finnischen Eishockeys seit Mitte der 90er Jahre. Doch der Mittelstürmer ist aus dem Schatten seines älteren Bruders getreten. In Minnesota unterschrieb er unlängst einen 7-Jahres-Vertrag über 47 Millionen Dollar.

Player to watch

Mikael Granlund: Ein weiteres vielversprechendes Talent im Kader der Finnen. Gerade einmal 19 Jahre ist der Center alt, aber Trainer Jalonen setzt auf den Jungspund. Von den Stürmern erhalten nur Koivu, NHL-Star Tuomo Ruutu und Aaltonen mehr Eiszeit. Beim 5:1 stellte Minnesotas Nummer 9 Draftpick von 2010 die dänische Abwehr vor große Probleme. (STATISTIK: Goalgetter und Hexer)

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Größte Erfolge

Weltmeister: 1995WM-Silbermedaille 1992, 1994, 1998, 1999, 2001, 2007, WM-Bronzemedaille 2000, 2006, 2008

Olympische Spiele:1988, 2006: Silbermedaille

WM-Abschneiden seit 2000

2000: Bronzemedaille2001: Silbermedaille2002: 4. Platz2003: 5. Platz2004: 6. Platz2005: 7. Platz2006: Bronzemedaille2007: Silbermedaille2008: Bronzemedaille2009: 5. Platz2010: 6. Platz

Letzte WM-Spiele gegen Deutschland

2001: 4:1-Sieg2003: 2:2-Unentschieden2008: 5:1-Sieg2010: 1:0-Sieg

SPORT1-Experte Rick Goldmann

"Das Spiel gegen die Finnen wird ein sehr körperbetontes. Uwe Krupp hat einmal gesagt: 'Die Finnen spielen das gleiche System, nur einen Tick besser'. Allerdings hat das Spiel gegen Tschechien gezeigt, dass die Mannschaft noch nicht reif genug ist. Es wird ein enges Spiel.?"

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